Dürfen wir vorstellen… Das Frauenmuseum in Senegal

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Das Frauenmuseum Musée de la Femme Henriette Bathily wurde am 17. Juni 1994 als Anerkennung der Leistungen von Frauen in Gorée eröffnet.

Das Museum wurde von Annette Mbaye D’Erneville und der Vereinigung für audiovisuelle Kommunikation in Afrika (CCA) gegründet.

Annette Mbaye d’Erneville

Die Gründerin des Museums Annette Mbaye d’Erneville hat nicht nur das erste Afrikanische Frauenmuseum gegründet, sondern hat auch andere dazu inspiriert: Mali und Zentralafrika folgten ihrem Beispiel. Das Kanadische Frauenmuseum wurde von ihrer Nichte gegründet. „Tata-Annette“ (Tante) oder „Mere-bi“ (Mutter) wurde sie genannt. Sie zeigt uns, dass eine einzelne Frau tatsächlich die Welt verändern kann. Als erste weibliche Journalistin in Senegal hat sie sich ihr Leben lang für Emanzipation eingesetzt. Sie hat nicht nur das erste Frauenmagazin Afrikas gegeründet, sondern auch einige Frauenorganisationen und das erste Filmfestival in Senegal. Für ihre Leistungen wurde Annette Mbaye D’Erneville mit dem ersten IAWM-Preis ausgezeichnet, der bei der Fünften Internationalen Konferenz der Frauenmuseen 2016 verliehen wurde.

The prize was donated by the Soroptimist Clubs of Vaduz (LI), Zug (CH), Goldes (A), and Meran (I). From left to right: Christine Peer (SI International Europe), Astrid Schönweger, coordinator of IAWM, Monika Studer, SI Club Vaduz, Mona Holm, president of IAWM, Lydie Olga Ntap, WM Canada, Sissi Prader, WM Merano, Italy.

Auf den ersten Blick mag die Gründung eines Frauenmuseums in Senegal wie eine unnütze Fantasie erschienen sein. Aber wenn wir darüber nachdenken, merken wir, dass besonders in dieser Kultur, Frauen im Zentrum des Gemeinschaftslebens stehen. Durch sie wir das Leben und die Zukunft einer ganzen Gemeinschaft beeinflusst. So muss auch die Wichtigkeit eines Frauenmuseums nicht weiter erklärt werden.

20 Jahre lang befand sich das Frauenmuseum auf der Insel Gorée. Dieses ursprüngliche Museum war das erste Frauenmuseum in Afrika. Heute befindet sich das Museum in Dakar und zeigt anahnd seiner Sammlung verschiedenste Sichtweisen auf das ländliche und städtische Leben von Senegalesischen Frauen.

Es ist das Ziel des Musée de la Femme Henriette Bathily ist es, die Rolle der Senegalesischen Frauen in ihren Gemeinschaften, in Ritualen und populären und traditionellen Künsten aufzuzeigen. Was immer wieder auffällt: Senegalesisches Gemeinschaftsleben entwickelt sich rund um Frauen. Das Frauenmuseum in Senegal ermöglicht auch Nicht-SenegalesInnen einen vertrauten Blick in Senegalesische Gesellschaftsformen durch Forschungsarbeiten, akademische Studien oder einfach durch das Kennenlernen des „Anderen“. Aber auch SenegalesInnen selbst können andere ethnische Gruppen, Gemeinschaften und Regionen kennenlernen: Brauchtümer und Traditionen variieren oft sehr stark.

Das Frauenmuseum Senegal ist somit nicht nur eine kulturelle Bildungs-Struktur, sondern auch eine sozio-ökonomische Organisation.

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