Schon mal einen Berg geschenkt bekommen?

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Cenci von Ficker, 1907, in einer Studie von Ernst Platz. Quelle: Ingrid Runggaldier: „Frauen im Aufstieg. Auf Spurensuche in der Alpingeschichte“.

In Innsbruck zwischen den Bergen leben, ohne hochzusteigen? Das konnte sich Cenci von Ficker nicht vorstellen. Für sie war das Bergsteigen ein Ausweg aus der Stubenhockerei in die Freiheit. Zu Beginn bedankte sie sich bei ihren Tourenkameraden mit Klettersohlen dafür, dass sie mitgehen durfte. Später wurde sie mit einem ganzen Bergmassiv beschenkt.Auch die Eltern von Cenci von Ficker waren begeisterte Bergsteiger. Mit ihrem Vater und Bruder unternahm sie bereits in ihrer Kindheit viele anspruchsvolle Touren. Dass sie dabei oft die einzige Frau unter Männern war, störte weder sie noch ihre Begleiter. Im Jahr 1903 nahm sie an einer von Rickmer Rickmers geleiteten Expedition in Kaukasien teil. Der 4698 Meter hohe Uschba sollte erstbestiegen werden. Den Gipfel erreichte sie zwar aus Zeitgründen nicht – nahm ihn dafür aber mit nach Hause. Der Landesfürst war aber so beeindruckt von ihrem Mut, dass er ihr den Berg samt Urkunde als Geschenk überreichte.

Die Sonderausstellung „Ich am Gipfel. Eine Frauenalpingeschichte“ ist noch bis zum 30. November 2017 im Frauenmuseum Meran zu besichtigen. Für Gruppen werden auf Anfrage auch Führungen angeboten: https://www.museia.it/deutsch/sonderausstellung/.

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