Frühlingsfrische aus den 50er Jahren

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Dieses frische Cocktailkleid aus Krepp mit Satinpumps begrüßt Sie nun am Eingang des Frauenmuseums. Es erzählt von den 50er Jahren und dem Frühling in der Mode. Christian Dior nannte seine neue Mode „Blütenkelchlinie“ (Ligne Corolle) weil das enganliegende Oberteil und der weite Rock ihn an eine umgedrehte Blüte erinnerte. Wie eine Blume sollte die Frau, nach der schweren Zeit des Krieges, in neuer Weiblichkeit und Schönheit aufblühen.

Wie jede Mode, ist auch die „Blütenkelchlinie“ ein Spiegel ihrer Zeit. Die neue Weiblichkeit der 50er Jahre erinnert an Rollenbilder des 19. Jahrhunderts: zarte Frauen, die nicht arbeiten müssen – oder denen man die Arbeit, die sie leisten müssen, nicht ansieht. In Muße verbringen sie ihre Tage damit, sich schön zu machen, im Luxus zu leben und nur „Frau“ zu sein. Es ist kein Zufall, dass alte Geschlechterbilder gerade in der Nachkriegszeit wieder auftauchen. Der Wunsch nach Wohlstand und Aufschwung ist groß. Modischer Luxus steht für das neue Leben, das man sich erhofft. Traditionelle bürgerliche Werte verheißen wieder Sicherheit.

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