Frauen in den Bergen auf der Spur

0

Den Spuren von kämpferischen Alpinistinnen, mystischen Sagengestalten und einfachen Bauernmädchen ist eine Kulturwandergruppe am Samstag, 15. Juli gefolgt. Anlässlich der aktuellen Sonderausstellung „Ich am Gipfel – Eine Frauenalpingeschichte“ hat das Frauenmuseum Meran gemeinsam mit dem AVS zu dieser Wanderung in die Dolomiten geladen.

Gewidmet war die Entdeckungs-Wanderung einem Grödner Hütermädchen, das ein tragisches Ende in den Bergen finden sollte. Beim Hüten abgestürtzt, erzählt nun ein „Marterle“ ihre traurige Geschichte, und steht damit stellvertretend für viele Hirtenmädchen, die keine Spuren hinterlassen haben. So erging es Frauen in den Bergen nicht selten: Sie haben schon frühzeitig eine wichtige Rolle gespielt, als Bergbäuerinnen oder Älplerinnen, als Hochtouristinnen und Alpinistinnen. Doch ihre Spuren sind versteckt. Die Ausstellung im Frauenmuseum Meran möchte diese Spuren aufdecken.

Ingrid Runggaldier, die co-Kuratorin der Ausstellung, zeigt zu Beginn der Wanderung ihr T-Shirt mit der Aufschrift: „A woman’s place is on top“ (Der Platz einer Frau ist auf der Spitze). Mit diesem T-Shirt hat Arlene Blum 1978 die erste Frauen-Expedition auf die Annapurna finanziert. Ein Team von 13 Frauen hat sie auf den 8000er in Nepal geführt, der bislang nur von 8 Männern bestiegen worden war. Damit zeigte sie, dass auch Frauen das Können, die Stärke und den Mut haben, einen der höchsten Berge der Welt zu besteigen.

Über die Spuren von Bergsteigerinnen, Sagengestalten und kämpferischen Frauen führte die Wanderung zur Stevia Hochfläche und dann über die Piza Scharte wieder zurück zur Juac-Hütte, wo die Gruppe mit Musik empfangen wurde. Die Künstlerin Lissie Rettenwander vermischt die traditionsreichen Lieder ihrer Kindheit in Kitzbühel mit modernem Zeitgeist. Ihre kreativen Variationen von Liedern waren mal meditativ, mal humorvoll – aber immer unerwartet und waren so ein inspirierender Ausklang der Kulturwanderung.

Die Ausstellung „Ich am Gipfel – Eine Frauenalpingeschichte“ ist noch bis zum 30. November 2017 im Frauenmuseum Meran zu besichtigen.

Leave A Reply