„Was für ein schönes Leben führe ich jetzt […]. Die Existenz Charlottes, dieses holden lieben Wesens um mich her, dessen ganze Glückseligkeit sich in die meinige verliert, verbreitet ein sanftes Licht über mein Dasein.“ – Friedrich Schiller über seine Ehe mit Charlotte.
Charlotte von Schiller geborene **Charlotte Luise Antoinette von Lengefeld**, war die Ehefrau des berühmten Dichters Friedrich von Schiller. Sie wurde am 22. November 1766 in Rudolstadt geboren und verstarb am 9. Juli 1826 in Bonn.
Ihr Leben
Charlotte wuchs in einer adligen Familie auf und erhielt eine außergewöhnlich gute Bildung. Ihr Vater, verstarb früh, wodurch die Familie in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Ihre ältere Schwester, Caroline von Wolzogen, wurde später selbst eine bekannte Schriftstellerin.
Charlotte lernte Schiller 1787 kennen, als er nach Rudolstadt kam. Beide Schwestern verliebten sich in ihn, doch schließlich entschied sich Schiller für Charlotte. Am **22. Februar 1790** folgte die Heirat. Die Ehe war von gegenseitigem Respekt und Liebe geprägt, und Charlotte unterstützte Schiller in seinem literarischen Schaffen.
Ihre eigene schriftstellerische Tätigkeit
Lange wurde Charlotte nur als „Mustergattin“ des Dichters wahrgenommen, doch neuere Forschungen zeigen, dass sie selbst eine begabte und kreative Frau war. Sie war eine leidenschaftliche Leserin und beschäftigte sich intensiv mit Literatur, Geschichte und Philosophie. Ihre Briefe und literarischen Werke zeigen eine vielseitig gebildete Persönlichkeit.
Die Texte von Charlotte von Schiller unterscheiden sich deutlich von denen ihres berühmten Ehemanns. Während Schiller für seine dramatischen Werke, philosophischen Abhandlungen und historischen Dramen bekannt ist, schrieb Charlotte eher **gesellschaftliche Erzählungen, Gedichte und Romanentwürfe**.
Ihre Gedichte und Erzählungen greifen häufig **Naturbeschreibungen, Ehe und antikisierte Stoffe** auf.
Auch stilistisch gibt es Unterschiede: Charlottes Texte sind oft **sanfter und persönlicher**, während Schillers Werke von **dramatischer Intensität und philosophischer Tiefe** geprägt sind. Interessanterweise überarbeitete Schiller einige ihrer Texte, wodurch sie eine „männlichere Würze“ erhielten.
**„Lange wurde sie als etwas biedere Mustergattin des berühmten Dichters abgetan. Aber zunehmend tritt Charlotte von Schiller aus den Schatten ihres Mannes und ihrer bekannteren Schwester heraus.“** – Fembio.
