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Zitat zum Montag

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Aller (Wochen-)Anfang ist schwer ;-). Mit einem guten, manchmal aus der Seele sprechenden, manchmal witzigen Spruch oder Zitat wollen wir euch das erleichtern. ichfrau wünscht einen guten Start in die Woche!

Diese Woche mit Elinor Ostrom

Elinor Ostrom war eine US-amerikanische Politikwissenschaftlerin und Ökonomin, die als erste Frau den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt. Sie wurde 2009 gemeinsam mit Oliver Williamson ausgezeichnet für ihre bahnbrechenden Studien zur Organisation und nachhaltigen Nutzung gemeinschaftlicher Ressourcen.

Elinor Claire Awan Ostrom wurde am 7. August 1933 in Los Angeles, Kalifornien, geboren. Sie wuchs während der Großen Depression auf und lernte früh den Wert von Selbstversorgung und Gemeinschaft, indem sie im Garten ihrer Familie Gemüse anbaute und Obst einkochte. Nach dem Besuch der Beverly Hills High School studierte sie Politikwissenschaft an der University of California, Los Angeles (UCLA). Dort erhielt sie 1954 den Bachelor, 1962 den Master und 1965 den Doktortitel (Ph.D.).

Ihre akademische Laufbahn führte sie an die Indiana University in Bloomington, wo sie Professorin für Politikwissenschaft wurde. Dort gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Vincent Ostrom das berühmte Workshop in Political Theory and Policy Analysis, das zu einem Zentrum für interdisziplinäre Forschung über Institutionen und kollektives Handeln wurde. Später leitete sie auch das Center for the Study of Institutional Diversity an der Arizona State University.

Ostroms Forschung konzentrierte sich auf die Frage, wie Gemeinschaften gemeinsame Ressourcen – sogenannte „Commons“ wie Wälder, Fischgründe, Weiden oder Wasser – nachhaltig verwalten können. Entgegen der verbreiteten Theorie der „Tragödie der Allmende“ zeigte sie, dass Menschen in der Lage sind, durch selbst entwickelte Regeln und Kooperation Ressourcen erfolgreich zu bewirtschaften, ohne dass der Staat oder der Markt zwingend eingreifen muss. Ihre Arbeiten verbanden Theorie der Spiele, Feldstudien, psychologische Experimente und Geografie, wodurch sie ein neues Verständnis für die Vielfalt menschlicher Organisationsformen schuf.

Für diese Erkenntnisse erhielt sie 2009 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften – als erste Frau überhaupt. Die Auszeichnung würdigte ihren Nachweis, dass gemeinschaftliches Eigentum durch Nutzerorganisationen effektiv und nachhaltig verwaltet werden kann.

Neben ihrer Forschung war Ostrom auch in der akademischen Selbstverwaltung aktiv: Von 1996 bis 1997 war sie Präsidentin der American Political Science Association. Sie veröffentlichte zahlreiche Werke, darunter das einflussreiche Buch „Governing the Commons“ (1990), das bis heute als Standardwerk gilt.

Elinor Ostrom starb am 12. Juni 2012 in Bloomington, Indiana, im Alter von 78 Jahren. Ihr Vermächtnis prägt bis heute die Debatten über Nachhaltigkeit, Umweltpolitik und die Rolle von Gemeinschaften in der globalen Ressourcenverwaltung.

Kurz gesagt: Ostrom revolutionierte das Verständnis von gemeinschaftlichem Handeln und bewies, dass Kooperation und lokale Selbstorganisation oft erfolgreicher sind als staatliche Kontrolle oder reine Marktmechanismen.

 

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