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Zitat zum Montag

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Aller (Wochen-)Anfang ist schwer ;-). Mit einem guten, manchmal aus der Seele sprechenden, manchmal witzigen Spruch oder Zitat wollen wir euch das erleichtern. ichfrau wünscht einen guten Start in die Woche!

Diese Woche mit Alfonsina Storni

Alfonsina Storni wurde am 29. Mai 1892 in Sala Capriasca im Tessin, Schweiz, geboren und kam als Kind mit ihrer Familie nach Argentinien. Nach dem frühen Tod ihres Vaters musste sie schon in jungen Jahren arbeiten, unter anderem als Näherin und Lehrerin, um die Familie zu unterstützen. Trotz dieser schwierigen Umstände entwickelte sie eine Leidenschaft für Literatur und begann früh zu schreiben. 1916 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband La inquietud del rosal, der ihr Anerkennung in den literarischen Kreisen von Buenos Aires brachte. In den folgenden Jahren erschienen weitere Werke, darunter Mundo de siete pozos (1934) und Mascarilla y trébol (1938), die sie als eine der bedeutendsten Stimmen der argentinischen Moderne etablierten.

Storni war alleinerziehende Mutter eines Sohnes und lebte ein Leben, das von finanziellen Sorgen und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt war. Ihre Gedichte spiegeln diese Spannungen wider: Sie schrieb über Liebe, Einsamkeit, weibliche Identität und die Unterdrückung durch patriarchale Strukturen. Damit wurde sie zu einer Pionierin des Feminismus in der lateinamerikanischen Literatur. Neben ihrer Lyrik verfasste sie auch Theaterstücke und journalistische Texte, in denen sie mutig gesellschaftliche Missstände ansprach.

Ihr Leben endete tragisch: Am 25. Oktober 1938 ging Alfonsina Storni ins Meer von Mar del Plata. Ihr Tod wurde zu einem Symbol, das Künstlerinnen und Künstler inspirierte – am bekanntesten ist das Lied Alfonsina y el mar, das ihre letzte Reise poetisch verarbeitet. Heute gilt sie als eine der wichtigsten Dichterinnen Argentiniens, deren Werk nicht nur literarisch, sondern auch gesellschaftlich von großer Bedeutung ist. Sie bleibt eine Stimme der Rebellion, der Sensibilität und der weiblichen Selbstbestimmung.

 

La loba
Yo soy como la loba.
Quebré con el rebaño
Y me fui a la montaña
Fatigada del llano.
Yo tengo un hijo fruto del amor, de amor sin ley,
Que no pude ser como las otras, casta de buey
Con yugo al cuello; ¡libre se eleve mi cabeza!
Yo quiero con mis manos apartar la maleza.

Die Wölfin
Ich bin wie die Wölfin.
Ich brach mit der Herde

Und ging in die Berge, Müde von der Ebene.
Ich habe ein Kind, Frucht der Liebe, einer Liebe ohne Gesetz,
Denn ich konnte nicht sein wie die anderen,
die Rasse der Ochsen,
Mit dem Joch am Hals; frei soll sich mein Haupt erheben!
Mit meinen Händen will ich das Gestrüpp beiseite räumen.

 

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