Aller (Wochen-)Anfang ist schwer ;-). Mit einem guten, manchmal aus der Seele sprechenden, manchmal witzigen Spruch oder Zitat wollen wir euch das erleichtern. ichfrau wünscht einen guten Start in die Woche!
Diese Woche mit Esther Vilar
Esther Vilar (geboren am 16. September 1935 in Buenos Aires als Esther Margareta Katzen) ist eine argentinisch-deutsche Schriftstellerin, Ärztin und Gesellschaftskritikerin. Sie wuchs als Tochter deutsch-jüdischer Eltern in Argentinien auf und studierte dort Medizin. Anfang der 1960er-Jahre ging sie nach Deutschland, wo sie sich zusätzlich mit Psychologie und Soziologie beschäftigte und in unterschiedlichsten Berufen arbeitete, unter anderem als Ärztin, Übersetzerin und Sekretärin.
Internationale Bekanntheit erlangte Esther Vilar 1971 mit ihrem Buch „Der dressierte Mann“, das eine heftige gesellschaftliche Debatte auslöste. Darin vertritt sie die provokante These, dass Frauen in modernen westlichen Gesellschaften nicht die unterdrückte Gruppe seien, sondern vielmehr Männer durch soziale Erwartungen, emotionale Abhängigkeiten und institutionelle Strukturen für ihre Zwecke einspannten. Vilar stellte damit die damalige Frauenbewegung frontal infrage, was ihr massive Kritik, Anfeindungen und sogar Drohungen einbrachte. Trotz – oder gerade wegen – dieser Kontroversen wurde das Buch ein internationaler Bestseller und in zahlreiche Sprachen übersetzt.
In ihren weiteren Werken blieb Vilar ihrem gesellschaftskritischen Stil treu. Sie analysierte Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern, die Rolle der Ehe, wirtschaftliche Abhängigkeiten und die Mechanismen sozialer Manipulation. Ihre Texte sind bewusst zugespitzt, polemisch und oft satirisch, mit dem Ziel, etablierte Denkweisen zu provozieren und infrage zu stellen.
Typisch für Esther Vilars Denken sind Aussagen wie:
„Der Mann kommt auf die Welt, um seinen Körper und seinen Geist, seine Kraft und seine Gesinnung meistbietend zu verhökern.“
Oder ihre viel zitierte Kritik an der Institution Ehe: „Die Ehe ist eine obszöne Einrichtung zur Ausbeutung der Männer.“
Ebenso prägnant formulierte sie gesellschaftliche Rollenbilder mit dem Satz: „Ein Mann ist ein Mensch, der arbeitet.“
Auch über Macht und Intelligenz äußerte sie sich pointiert, etwa mit den Worten: „Bildung und Wissen kann man kaufen, Intelligenz nicht.“ Ihre oft scharf formulierten Thesen machten sie zu einer der umstrittensten Intellektuellen des deutschsprachigen Raums.
Esther Vilar gilt bis heute als polarisierende Figur: von manchen als mutige Querdenkerin verteidigt, von anderen als provokante Antifeministin abgelehnt. Unbestritten ist jedoch, dass sie mit ihren Schriften nachhaltig Debatten über Geschlechterrollen, Macht und gesellschaftliche Erwartungen angestoßen hat.
