Aller (Wochen-)Anfang ist schwer ;-). Mit einem guten, manchmal aus der Seele sprechenden, manchmal witzigen Spruch oder Zitat wollen wir euch das erleichtern. ichfrau wünscht einen guten Start in die Woche!
Diese Woche mit Elizabeth Blackwell
Elizabeth Blackwell wurde am 3. Februar 1821 in Bristol, England, geboren und wuchs in einer großen, fortschrittlich denkenden Familie auf. Als sie 1832 mit ihren Eltern und Geschwistern in die USA auswanderte, ahnte niemand, dass sie einmal Medizingeschichte schreiben würde. Ursprünglich hatte sie keinerlei Interesse an der Medizin – sie empfand den Gedanken daran sogar als unangenehm. Erst der Wunsch einer sterbenden Freundin, die sich eine Ärztin gewünscht hätte, brachte Blackwell dazu, diesen ungewöhnlichen Weg einzuschlagen.
Der Entschluss war gefasst, doch der Weg dorthin war steinig. Mehr als zwei Dutzend medizinische Fakultäten lehnten ihre Bewerbung ab, oft mit der Begründung, Frauen seien für diesen Beruf ungeeignet. Als das Geneva Medical College in New York sie schließlich aufnahm, geschah dies vermutlich, weil die männlichen Studenten aus Spaß dafür stimmten – niemand rechnete damit, dass sie tatsächlich kommen würde. Doch Blackwell ließ sich nicht einschüchtern. Trotz Spott, Isolation und offener Ablehnung arbeitete sie hart und schloss 1849 als erste Frau in den USA mit einem medizinischen Doktortitel ab – und das als Klassenbeste.
Während ihrer Ausbildung infizierte sie sich bei der Behandlung eines Babys mit einer schweren Augenentzündung, die zur Erblindung auf einem Auge führte. Damit war ihr Traum, Chirurgin zu werden, vorbei. Doch sie gab nicht auf. Stattdessen widmete sie sich der allgemeinen Medizin und dem Aufbau von Strukturen, die Frauen den Zugang zum Gesundheitswesen erleichtern sollten. 1857 gründete sie gemeinsam mit ihrer Schwester Emily Blackwell und Marie Zakrzewska die New York Infirmary for Women and Children, ein Krankenhaus, das nicht nur Patientinnen versorgte, sondern auch Ärztinnen ausbildete – ein revolutionärer Schritt.
Später kehrte Blackwell nach England zurück, wo sie 1859 als erste Frau in das britische Ärzteverzeichnis aufgenommen wurde. Sie setzte ihre Arbeit für Frauenrechte, Hygiene und soziale Reformen fort und gründete die London School of Medicine for Women, die erste medizinische Hochschule für Frauen in Großbritannien. Neben ihrer praktischen Arbeit schrieb sie zahlreiche Bücher über Medizin, Ethik und Erziehung und engagierte sich in gesellschaftlichen Debatten ihrer Zeit.
Elizabeth Blackwell starb am 31. Mai 1910 in Hastings, England. Ihr Lebensweg zeigt eindrucksvoll, wie viel Mut, Ausdauer und Überzeugungskraft nötig sind, um gesellschaftliche Barrieren zu durchbrechen. Sie gilt heute als eine der wichtigsten Pionierinnen der Frauenmedizin – eine Frau, die nicht nur für sich selbst kämpfte, sondern für alle, die nach ihr kamen.
Portrait of Elizabeth Blackwell by Joseph Stanley Kozlowski, 1963. Collection of SUNY Upstate Medical University
