Aller (Wochen-)Anfang ist schwer ;-). Mit einem guten, manchmal aus der Seele sprechenden, manchmal witzigen Spruch oder Zitat wollen wir euch das erleichtern. ichfrau wünscht einen guten Start in die Woche!
Diese Woche mit Olave Baden-Powell
Olave St. Clair Baden-Powell, geboren am 22. Februar 1889 in Chesterfield, war eine Frau, die ihre Zeit weit hinter sich ließ. Als jüngstes Kind einer wohlhabenden, reiselustigen Familie wuchs sie in einer Umgebung auf, die ihr ungewöhnlich viel Freiheit bot. Sie liebte Sport, Musik und das Leben in der Natur – Interessen, die später zu einem Markenzeichen ihrer Arbeit wurden. 1912 begegnete sie auf einer Schiffsreise Robert Baden-Powell, dem Gründer der Pfadfinderbewegung. Trotz eines Altersunterschieds von über dreißig Jahren verband die beiden sofort eine tiefe geistige Nähe. Noch im selben Jahr heirateten sie und wurden zu einem der einflussreichsten Paare der internationalen Jugendbewegung.
Olave fand schnell ihre eigene Rolle. Sie war nicht nur die Ehefrau des Gründers, sondern entwickelte sich zur treibenden Kraft der Pfadfinderinnenbewegung. 1916 wurde sie zur Chief Guide of England ernannt, und 1930 erhielt sie den Titel World Chief Guide – eine Position, die sie mit unerschütterlicher Energie ausfüllte. Sie reiste um die Welt, besuchte Gruppen in allen Kontinenten und setzte sich dafür ein, dass Mädchen Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und praktische Fähigkeiten entwickeln konnten.
Ihr Leitsatz lautete: „The most worthwhile thing is to try to put happiness into the lives of others.“ Dieser Gedanke prägte ihr gesamtes Wirken.
Während des Zweiten Weltkriegs zeigte sich ihre Stärke besonders deutlich. Sie organisierte Hilfsprogramme, unterstützte Evakuierungen und half, internationale Netzwerke aufzubauen, die Mädchen in schwierigen Zeiten Halt gaben. Für Olave war klar, dass Erziehung und Charakterbildung gerade in Krisen unverzichtbar sind.
Sie sagte einmal: „Train the girl, and you train the family.“ Damit brachte sie ihre Überzeugung auf den Punkt, dass die Förderung junger Frauen eine ganze Gesellschaft verändern kann.
Nach dem Tod ihres Mannes 1941 führte sie seine Arbeit unbeirrt fort. Sie schrieb Bücher, hielt Vorträge und blieb bis ins hohe Alter aktiv. Millionen von Pfadfinderinnen weltweit sahen in ihr eine inspirierende Leitfigur, die Mut machte, Verantwortung zu übernehmen und über sich hinauszuwachsen. Ihr eigenes Lebensmotto spiegelte sich in einem weiteren ihrer bekannten Sätze wider: „Happiness is not mere pleasure; it is the joy of achievement.“
Olave Baden-Powell starb am 25. Juni 1977 in London. Doch ihr Vermächtnis lebt weiter – in den Werten der Pfadfinderinnenbewegung, in den Geschichten über ihre unermüdliche Arbeit und in den Generationen von Mädchen und Frauen, die durch sie gelernt haben, an sich selbst zu glauben.
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