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Senior*innen im Mittelpunkt

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Morgen, am 1. Oktober wird weltweit der Internationale Tag der älteren Menschen begangen. Es ist ein Tag, der Seniorinnen und Senioren weltweit in den Mittelpunkt stellt: Es geht darum, diese Altersgruppe wahrzunehmen, sie als wertvollen Teil der Gesellschaft sichtbar zu machen auf ihre aktuellen Bedürfnisse aufmerksam zu machen. Wir nutzen diesen Tag, um auf eine aktuelle Studie und eine Veranstaltung aufmerksam zu machen.

In diesem Jahr wirft der Internationale Tag der Senior*innen insbesondere Fragen um die Auswirkungen von Covid-10 auf diese Generation auf. Einerseits sind ältere Menschen den Risiken der Pandemie besonders ausgesetzt und haben besondere Bedürfnisse. Andererseits ist nicht nur das Virus eine Bedrohung für ältere Menschen, sondern auch die soziale Isolation, die durch den Lockdown verursacht wurde.

In Südtirol will nun das Institut für Allgemeinmedizin der Claudiana die Folgen der Isolation von Menschen in Altenheimen in der Coronakrise untersuchen. Die Leiterin der Studie, Barbara Plagg, erklärt im Interview mit der Rai, dass erste Ergebnisse schon da sind:

Wir haben inzwischen auch schon die ersten statistischen Daten, zum Beispiel zur Pathologie der Demez. Da hätten wir für den Zeitraum März April statistisch gesehen etwa 29 Tote erwartet, es waren aber 67. Und die sind nicht aufgrund von Covid verstorben. Das wirft Fragen auf.

Durch 45 Leitfadeninterviews mit Angehören, Heimbewohner*innen, Pflegepersonal und Hausärzt*innen soll erfasst werden, welche Auswirkungen diese Isolierung auf Heimbewohner*innen hatte.

Laut Barbara Plagg ist aufgrund vorhergehender Studien bereits seit einigen Jahrzehnten klar, dass soziale Isolation ein Hauptrisikofaktor für vorzeitiges Sterben ist. Somit ist diese Zeit für Senior*innenheime eine doppelte Herausforderung: Einerseits müssen Pflegepersonal und Heimbewohner*innen vor der Infektionskrankheit geschützt werden, andererseits sollte soziale Isolation vermieden werden, da sie ebenfalls lebensgefährlich sein kann.

Umso wichtiger ist eine wissenschaftliche Grundlage, auf die sich Entscheidungsträger*innen in Zukunft berufen können.

Barbara Plagg ruft Betroffene auf, sich an der Studie zu beteiligen. Angehörige und Heimbewohner*innen können sich melden unter der Nummer 333 300 60 80.

Das Frauenmuseum von Meran lädt am morgigen Donnerstag anlässlich des Internationalen Tages der Senior*innen zur Vorstellung eines Buches, welches Älterwerden feiert. Das Buch „Alles Gut. Gespräche mit 90.Jährigen“ von Astrid Kofler ist im Raetia Verlag erschienen. Die Journalistin und Schriftstellerin spricht mit zahlreichen 90-Jährigen über ihr Leben und ihre Erfahrungen.

Die intimen Gespräche erzählen von Erfahrungen, von Weisheiten, von vielen schönen Dingen im Leben – aber zeigen auch auf, dass zum Älterwerden auch Vergessen, Gebrechlichkeit und Verlust von Selbständigkeit dazugehören kann. Es ist ein Buch, das gelebtes Leben schätzt, das zeigt, was das Leben ausmacht, aber auch einen ungeschönten Blick auf die Vergangenheit ermöglicht.

Die Buchvorstellung im Frauenmuseum findet am 1.10.2020 um 18:00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist unbedingt notwendig: 0473 23 12 16 oder info@museia.it.

Edition Raetia

Judith Mittelberger

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