Die Suche nach dem Schönen

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Unsere Frau des Monats September: Anna Quinz

“Schließlich rette ich ja nicht die Welt, sondern versuche nur, Schönes zu schaffen, für mich und für die anderen.” Im Interview erzählt uns Anna Quinz von der Gründung von franzmagazine, vom Ursprung ihrer Ideen und den Herausforderungen entlang des Weges.

Du bist eine Frau der Ideen, die auch umgesetzt werden. Welche beruflichen Stationen hast du schon durchlaufen?

Die Definition „Frau der Ideen“ gefällt mir sehr, danke. Meine Ideen sind sozusagen mein tägliches Brot. Und meine Worte. So entstand cool_schrank (2007), ein free press Modemagazin, dann franzmagazine (2010), die große Revolution. Dann noch Josef (ein Südtiroler Reiseführer, 2015) und Qollezione (2017), die Modemarke, die ich mit meinem Mann geschaffen habe.

Warum lag dir die Gründung von franzmagazine so am Herzen?

franz (das nicht nur ein Magazin ist, sondern auch und vor allem die Kommunikationsagentur, franzLAB) war für mich ein Meilenstein. Besonders zwei Dinge haben franz so wichtig für mich gemacht. Erstens weil ich dadurch auf Kunigunde Weissenegger traf, meiner Kollegin und „partner in crime“ seit der Gründung. Und zweitens wegen Südtirol. Das Motto von franz ist „more than apples and cows“. Wir lieben Äpfel, wir glauben an Kühe, aber wir wissen auch, dass es hier ein „more“ gibt.

Gemeinsam mit Fabio Dalvit hast du das Modelabel Qollezione gegründet. Wie kam es dazu?

Wir waren schon länger auf der Suche nach einem Projekt, das wir gemeinsam, als Paar, entwickeln wollten. Eines Tages während eines Spaziergangs auf dem Land begannen wir über die Bedeutung vom blauen Schurz in Südtirol zu sprechen. So entstand die Idee, ein Kleid mit seinem ikonischen blauen Stoff zu machen und das Konzept von Qollezione wurde geboren.

Qollezione. Foto: Luca Meneghel.
Ihr seid nicht nur Partner in diesem kreativen Unternehmen, sondern auch verheiratet. Wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Sehr gut! Seit wir uns kennen gelernt haben, war Fabio immer mein bester Ratgeber und „geheimer Berater“. Es macht sehr viel Spaß, an diesem gemeinsamen Projekt zu arbeiten, es ist unser Geschöpf und wir sind sehr stolz darauf.

Ab 8. September wird Qollezione in der Gastvitrine im Frauenmuseum zu sehen sein. Was zeigt ihr dort?

Neben den Kleidern von Qollezione_01, die dem blauen Schurz gewidmet ist, und der Qollezione_02, inspiriert von der Stube, möchten wir das kulturelle, soziale und ästhetische Universum zeigen, das uns inspiriert hat.

Welches war bisher die größte Herausforderung beim Umsetzen deiner Projekte?

Die schlaflosen Nächte und unnötigen Sorgen aus dem Alltag zu verscheuchen. Schließlich rette ich ja nicht die Welt, sondern versuche nur, Schönes zu schaffen, für mich und für die anderen.

Welche Lebensweisheit hast du im letzten Jahr gewonnen?

Das letzte Jahr war vielleicht der eigentliche „Wendepunkt“. Viele Projekte wurden realisiert, die „älteren“ sind gefestigt und ich hatte die Möglichkeit, mit immer interessanteren Unternehmen und Kunden zu arbeiten, die im Einklang sind mit meinem Stil, meiner Sichtweise und meiner Art der Kommunikation.

Wen bewunderst du?

All jene UnternehmerInnen, die es mit ihren eigenen Kräften geschafft haben.

Was ist für dich Erfolg?

Zu sehen, dass meine Ideen zu etwas Realem, Konkretem und Greifbarem werden. Auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Dein Lebensmotto?

Ich bediene mich der Worte eines großen Architekten und Designers, Achille Castiglioni: „Wenn du nicht neugierig bist – vergiss es!“

Anna Quinz. Foto: Matteo Vegetti

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