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Menschenkette für Gleichberechtigung in Indien

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Am ersten Tag des neuen Jahres haben 5 Millionen Frauen – und einige Männer – im indischen Staat Kerala eine 620 Kilometer lange Menschenkette gebildet, um für Gleichberechtigung einzutreten. Ausschlaggebend für den Protest war der Streit über das Zutrittsrecht von Frauen zum Sabarimala-Tempel in Kerala, einem der heiligsten Tempel der Hindus.

Millionen Pilg*erinnen besuchen jährlich das in den Bergen gelegene Heiligtum. Seit 1991 waren es jedoch fast ausschließlich Männer. Damals wurde Frauen im gebärfähigen Alter, also zwischen 10 und 50 Jahren, der Zutritt zum Tempel verboten. Im September 2018 wurde eben dieses Gesetz vom indischen Supreme Court aufgehoben. Doch seitdem werden Pilgerinnen, die versuchen den Tempel zu erreichen, von Hindu-Traditionalisten davon abgehalten – auch mit Gewalt.

Tonynirappathu [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], from Wikimedia Commons
Rund 5 Millionen Frauen und Männer beteiligten sich am 1. Jänner 2019 an der Menschenkette in Kerala und demonstrierten nicht nur für den freien Zugang zum Tempel, sondern auch für Gleichberechtigung von Frauen.

Da im Frühling Parlamentswahlen in Indien sind, wurde das Verbot zum Politikum.

Die konservative Regierungspartei Indiens, Bharatiya Janata Party (BJP), legte Widerspruch gegen die Aufhebung des Verbots ein. Sie behauptet, der Zutritt von menstruierenden Frauen sei eine Missachtung hinduistischer Werte. Als Grund dafür wurde genannt, dass der dort verehrte Gott Ayyappa im Zölibat lebe.

KritikerInnen vermuten, dass Premierminister Narendra Moda aber mit dieser streng-religiösen Argumentation hauptsächlich konservative Wählerstimmen für die Parlamentswahl zu gewinnen versucht.

Im Hinduismus werden menstruierende Frauen als unrein angesehen, weshalb sie in dieser Zeit von religiösen Ritualen ausgeschlossen werden. Die meisten Tempel erlauben Frauen aber den Zutritt, solange sie nicht ihre Periode haben, anstatt einer ganzen Altersgruppe den Zutritt zu verweigern.

Die Menschenkette zeigt, wie viele Menschen von dem Thema berührt sind und die konservative Einstellung der Regierungspartei kritisieren. Eine Demonstrantin, Tanuja Bhattadri, sagt:

Sabarimala steht hier heute nicht im Zentrum. Es geht um Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen.

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