Eine der bedeutendsten Frauen der Reformationszeit
Katharina von Bora (1499–1552) war die Ehefrau Martin Luthers und eine der bedeutendsten Frauen der Reformationszeit. Ihr Leben führte sie vom Kloster zur Rolle einer selbstbewussten Hausherrin und Unternehmerin in Wittenberg.
Katharina von Bora wurde vermutlich am 29. Januar 1499 in Lippendorf bei Leipzig oder auf Gut Hirschfeld geboren. Sie stammte aus dem sächsischen Landadel, doch ihre Familie war verarmt. Ihre Mutter starb früh, und Katharina kam bereits im Kindesalter in klösterliche Erziehung: zunächst in das Benediktinerinnenkloster Brehna, später in das Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen bei Grimma, wo sie 1515 ihr Gelübde als Nonne ablegte.
Die reformatorischen Schriften Martin Luthers fanden auch im Kloster Verbreitung. Katharina und mehrere Mitschwestern beschlossen, das Klosterleben zu verlassen. Mit Hilfe von Freunden Luthers flohen sie im Jahr 1523 aus Nimbschen und gelangten nach Wittenberg. Dort fand Katharina zunächst Unterkunft im Haus des Malers Lucas Cranach d.Ä., mit dessen Familie sie lebenslang eng verbunden blieb.
Katharina heiratete am 13. Juni 1525 den Reformator **Martin Luther**. Die Ehe war für beide ungewöhnlich: Luther hatte ursprünglich nicht heiraten wollen, und Katharina galt als selbstbewusst und zielstrebig. Doch entwickelte sich eine enge Partnerschaft. Luther nannte sie liebevoll „Herr Käthe“ oder „mein Herzliebste“.

