„Die verschiedene Kultur hat die Schuld, nicht die verschiedene Natur.“
Hedwig Kettler (1851–1937) war eine deutsche Frauenrechtlerin, Publizistin und Reformerin, die sich besonders für die Bildung von Mädchen und Frauen einsetzte. Sie gilt als eine der bedeutendsten Vorkämpferinnen für ein gleichberechtigtes Bildungssystem in Deutschland. Geboren in Harburg bei Hamburg als Tochter eines Eisenbahnbeamten.
Heiratete 1880 ihren Cousin Julius Kettler und hatte zwei Töchter – darunter Hermine Kettler, eine bekannte Schriftstellerin.
Hedwig Kettler zog sich später aus der Öffentlichkeit zurück, blieb aber eine prägende Figur der Bildungsreform.
Hedwig Kettlers wichtigste Reformen zielten auf die radikale Verbesserung der Bildungschancen für Mädchen und Frauen in Deutschland – und sie war ihrer Zeit weit voraus. Hier sind die zentralen Punkte ihrer Reformbewegung:
1. Gründung von Mädchengymnasien
- Karlsruhe 1893: Auf Initiative ihres Vereins Frauenbildungs-Reform wurde das erste deutsche Mädchengymnasium gegründet – das heutige Lessing-Gymnasium.
- Hannover 1899: Sie setzte sich auch für ein Gymnasium in Hannover ein. Zwar wurde zunächst nur ein fünfjähriger Kurs genehmigt, aber es war ein wichtiger Schritt.
- Bis 1900 entstanden weitere Mädchengymnasien in Städten wie Berlin, Köln, Breslau, Leipzig und Bremen – meist finanziert durch ihren Verein.
2. Zulassung von Mädchen zum Abitur
- Kettler forderte, dass Mädchen das Abitur ablegen dürfen – eine Voraussetzung für ein Hochschulstudium.



