Die Zivilgesellschaft hat in Südtirol ein klares Zeichen gesetzt: Sexualisierte Gewalt wird nicht mehr länger geduldet!
Forschungsteam TRACES fordert konsequenten Schutz von Betroffenen und Prävention statt Re-Traumatisierung
Auf Druck der verschiedenen kirchlichen Organisationen und der Zivilgesellschaft hat die Ernennung von Don Giorgio Carli für den seelsorglichen Dienst im Oberen Pustertal zurückgenommen. Diese Entscheidung wird vom TRACES-Forschungsteam und von Lukas Schwienbacher, dem Koordinator der Fachstelle Gewaltprävention des Forum Prävention, ausdrücklich begrüßt. Damit wird ein klares und wichtiges Signal gesendet: Der Schutz von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen muss stets Vorrang vor allen anderen Überlegungen haben.
TRACES – durchgeführt von der Universität Trient, medica mondiale, dem Frauenmuseum Meran und dem Forum Prävention – forscht in Südtirol zu den transgenerationalen Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen. Alle beteiligten Institutionen sprechen sich für eine Kultur der Verantwortung aus. Denn die TRACES-Forschung zeigt: Sexualisierte Gewalt ist tief in den patriarchalen Strukturen Südtirols verankert – und die Kirche entscheidet mit, ob Gewalt ermöglicht oder gesellschaftliche Veränderung unterstützt wird.
Das Systems, dass Täterschutz über Betroffenenschutz gestellt wird muss unterbrochen werden, da es die Würde der Betroffenen verletzt. Sie birgt das Risiko der Re-Traumatisierung, verschärft das Schweigen und verhindert Heilung über Generationen hinweg. Das Projekt TRACES stellt sich dieser Normalisierung entgegen.
