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Sie haben es wahrscheinlich auch schon erlebt: Lange Schlangen vor Geschäften, Menschen, die mit Konserven vollgepackte Einkaufswagen zum Auto schieben, leere Regale in Supermärkten. Besonders als die ersten Nachrichten vom Coronavirus in Südtirol kursierten, begann auch hier das so genannte Hamstern.

Das Phänomen des Hamsterns – als des Anhäufens von Vorräten – ist nicht neu, das hat es immer schon gegeben. Verena Amort von Rai Südtirol hat im April die Mitarbeiterin des Frauenmuseums, Hannelore Schettler zu diesem Thema interviewt:

21. März 1960, Südafrika: ein Offizier der südafrikanischen Polizei lässt im Township Sharpeville das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffnen. Die Bilanz: 69 Tote und hunderte Verletzte.

Sie fragen sich, warum diese Informationen gerade heute wichtig sind? Was Sie mit ihnen anfangen sollen?

Die Antworten liegen im Kontext: zum einen dominierte 1960 in Südafrika das Apartheidregime, zum anderen waren die Demonstranten, die massakriert worden sind, Schwarze. Das Thema das wir damit aufgreifen und wozu wir im heutigen Beitrag schreiben ist: Rassismus. Anlass dafür ist der morgige 21. März, der 1966, mit Bezug auf eben dieses Massaker von Sharpville, von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Rassimsus erklärt worden ist.

Bildquelle: Wikimedia Commons

Doch was genau ist Rassismus und „rassistisch“?

Die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus erklärt es in ihrer diesjährigen Broschüre folgendermaßen:

Rassismus hat viele Gesichter

–   Rassismus zielt nicht nur auf Herkunft und Hautfarbe … sondern richtet sich auch gegen Religionen, Kulturen, Weltanschauungen […]

–   Rassismus ist kein weit entferntes Phänomen, das nur anderswo stattfindet … sondern ist täglich Realität auch bei uns in […] Europa.

–   Rassismus wird nicht nur von „den anderen“ ausgeübt … sondern auch wir selbst sind nicht frei von Vorurteilen und Ressentiments gegenüber anderen Menschen und Gruppen.

Angesichts der aktuellen Situation gibt’s heute anstatt dem Zitat zum Montag, drei Einsichten einer alten Weisen:

Meine Vinschger Oma war eine weise Frau. Einigen von euch ist sie bekannt durch die Vintschger Typenlehre, die ich in einem Buch 2011 veröffentlicht habe, und seitdem verbreite, aber sie hat mich in einem Weltbild erzogen, das mir angesichts der jetzigen Zeit wichtig erscheint, mit euch zu teilen.

Wir haben uns diese Woche gefragt: Was soll ein Südtiroler Blog, der sich rund um Frauenthemen dreht, überhaupt noch posten? Interessiert irgendjemanden zurzeit etwas Anderes als den Corona-Virus und seine Auswirkungen, gesundheitlicher, politischer, wirtschaftlicher oder sonstiger Natur? Also, was nun?

Seit gestern hat sich die Facebookkampagne, die ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen möchte, in den sozialen Medien verbreitet. Mehrere engagierte Frauen des Landesbeirates für Chancengleichheit, der Südtirols Sisters SuSIs und die Gleichstellungsrätin haben diese Kampagne gestartet und in vielen Kanälen der sozialen Medien verbreitet, um auf den entsetzlichen Mord an einer jungen Frau und Mutter zu reagieren und Solidarität zu zeigen.

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Vorgestern Abend hat der Meraner Gemeinderat den Aktionsplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2019-2024 einstimmig genehmigt. Es ist dies bereits der zweite mehrjährige Gleichstellungs-Aktionsplan der Stadt, der vom Referat für Chancengleichheit der Stadtgemeinde Meran in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessen-, Fokusgruppen und Vereinen ausgearbeitet wird. Im Jahr 2009 hat Meran als erste Gemeinde in Südtirol die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene unterzeichnet und den Plan für 2013-2017 erstellt. Damit bekennt sich die Stadtgemeinde Meran seit nunmehr über 10 Jahren zum Grundsatz der Gleichstellung von Frauen und Männern und den damit verbundenen Verpflichtungen.

Wir freuen uns über die Verabschiedung des neuen Gleichstellungs-Aktionsplans 2019-2024 und werden sicherlich konstruktiv bei dessen Umsetzung mitarbeiten!

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Im Laufe dieses Monats haben wir so einige Listen angeschaut – die Frauenmeilensteine 2019 hier und hier, die mächtigsten und reichsten Personen der Welt von 2019, die einflussreichsten 10 Personen des vorigen Jahres aus verschiedensten Blickwinkeln, hier, hier und hier. Unseren Rundumblick beenden wir heute mit einer internationalen Umfrage: die am meisten bewunderten Frauen von 2019.

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Rankings sind im Internet beliebt – auch wir können uns ihnen nicht entziehen. Wir haben uns in diesem Monat schon einige angeschaut, darunter hier die Forbes Listen bezüglich der reichsten Leute der Welt, der mächtigsten Personen und dann auch der Frauen der Welt. Heute wollen wir euch eine andere Liste vorstellen, die eindeutig bislang zu unserer Lieblingsliste gekürt werden kann. Sie wurde nicht von Forbes, sondern von einem anderen amerikanischen Wirtschaftsmagazin, Leaders League, erstellt. Es geht um die 10 einflussreichsten Leute der Welt. An erster Stelle ist eine Frau zu finden.

Ein neues Jahrzehnt im 21. Jahrhundert hat in diesem Januar begonnen. Für uns ein Anlass zu schauen, wo die Frauen in der Weltgeschichte gesehen werden. Hier und hier haben wir mal die Frauenmeilensteine 2019 angeschaut, die z.B. die Washington Post weltweit aufgegriffen hat. Heute schauen wir uns die jährlich erscheinende Liste eines der erfolgreichsten englischsprachigen Wirtschaftsmagazins an: Forbes. Seit 2009 stellt Forbes eine „Liste der mächtigsten Leute der Welt“ auf. Unter den ersten 10 befindet sich dabei nur eine Frau, nämlich Angela Merkel auf dem vierten Platz. Die wird seit Jahren von Forbes als die mächtigste Frau der Welt eingeschätzt.

Die nächste Frau ist erst auf Platz 14, und zwar die britische Premierministerin Theresa May. Bei der Vergabe der Plätze wird das Ausmaß des finanziellen Kapitals oder eben über Menschen und der Einfluß auf die weltpolitischen Ereignisse eingeschätzt. Dass von 75 Plätzen 5 Frauen gegeben werden, sagt alles aus, nicht wahr?

Januar – eine Zeit, in der Zeitschriften, TV, Blogs auf das Jahr 2019 zurückblicken. #ichfrau hat sich gefragt, welche Frauen und Ereignisse als erinnerungswürdig betrachtet werden… Wir sind sehr fündig geworden, im englisch-, italienisch- und deutschsprachigen Raum und haben es für euch zusammengesucht und auch kommentiert. Dabei stießen wir auf den interessanten Bericht der Washington Post vom 27.12.2019. Es ist eine gute Zusammenfassung von all dem, was überall auf der Welt bezüglich Frauengeschichte 2019 geschah. Die Reporterin des Mittleren Ostens der Zeitschrift, Miriam Berger, hat einen guten Überblick geschaffen und 10 Schlüsselereignisse aufgezählt.

 

10 Frauenmeilensteine von 2019

1 Indien

Im Jahr 2019 gab es gleich im Januar ein frauenrelevantes Erlebnis (ichfrau berichtete): Frauen haben sich mit Protesten dagegen gewehrt, dass sie in Tempeln unerwünscht sind. Am 1. Januar haben die Frauen ewig lange Menschenketten vor den Tempeln gebildet und schließlich haben es zwei Tage danach zwei Frauen geschafft, in den innersten Teil des sehr besuchten Sabarimala Tempel in Südindien im Staat Kerala einzudringen.

Miriam Berger schreibt in der Washington Post:

Es war ein historischer Schritt im Kampf für die Frauenrecht und die religiöse Freiheit Indiens  [ …] Aber es hat seitdem auch einige Schritte wieder rückwärts gegeben.

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Wie ergeht es Frauen auf der Flucht? Welche Erfahrungen machen sie, welche Bedürfnisse haben sie und wie möchten sie davon erzählen? Ansichten und Stimmen von Frauen mit Fluchtbiografien bleiben oft unsichtbar. Das Projekt PhotoVoice möchte das ändern und zeigt Perspektiven von geflüchteten Frauen, die verschiedene Aspekte ihres Lebens in Erstaufnahmezentren zeigen wollen. Im Rahmen dieses Projekts ist die Ausstellung Immigrant Sisterhood entstanden, die noch bis 30. November in der Bibliothek „Kulturen der Welt“ in Bozen und anschließend von 01.Dezember bis 31.Dezember im Caritas Cafè in der Sparkassenstraße 1 zu sehen ist.

Die Doktorandin der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Freien Universität Bozen, Sabine Tiefenthaler, ist Teil des Projektteams und berichtet, wie es zu dem Projekt kam. Zwei der Künstlerinnen, Alice und Thatcher, erzählen von ihren Arbeiten und Erfahrungen.

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Mit Start am Montag, 21. Oktober, finden in Südtirol zum fünften Mal die Aktionstage Equal Pension Days statt. Die verschiedenen vom Zusatzrentenfonds Pensplan, dem Patronat KVW-ACLI sowie den Frauen im KVW organisierten Veranstaltungen, machen auf die (finanzielle) Situation von Frauen im Alter aufmerksam und informieren rund um das Thema Frauen und Vorsorge. Den Auftakt macht die Impulsveranstaltung „Wer schließt die Rentenlücke? Finanzbildung und Zusatzvorsorge als Schlüssel zu mehr CHANCENgleichheit“ am 21. Oktober um 11 Uhr an der Freien Universität Bozen, zu der Pensplan in Zusammenarbeit mit dem Landesbeirat für Chancengleichheit einlädt.

Wie haben diese Aktionstage zum Anlass genommen, um mit Michela Morandini, der Gleichstellungsrätin der Autonomen Provinz Bozen, ein Interview zu führen und vorab schon einigen Fragen nachzugehen.

Frau Morandini, worum geht es beim Equal Pension Day?

An diesem Tag wird auf die Pensionslücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht, zuungunsten der Frauen.

Wie sind die Zahlen in Südtirol? Wie groß sind die Unterschiede in den Pensionen zwischen Männern und Frauen in Südtirol?

Das ASTAT hat im Oktober 2019 einen Überblick über die Rentensituation des Südtirolerinnen und Südtiroler veröffentlicht. Im Jahr 2017 lag das durchschnittliche Renteneinkommen eines Mannes bei 22.722 Euro, jenes einer Frau bei 15.275 Euro. Folglich ergibt sich ein Gender Pension Gap von 32.8 %. Das heißt, wenn das Renteneinkommen eines Südtiroler Mannes hundert beträgt, erhält eine Rentnerin durchschnittlich 32.8 % weniger. Die Geschlechter-Altersvorsorgelücke ist viel größer als die Lohnlücke. Diese betrug 2017 17.2 %.

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