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Vanessa Gómez-Salas Steinhäusl stellt uns heute in der Rubrik #leselust zwei  spannende Bücher vor.

 

Weibliches Schreiben mit scharfem wütenden Blick

Anke Stellings „Schäfchen im Trockenen“ und Nina Lykkes „Alles wird gut“

Schon vor etwa 90 Jahren forderte Virginia Woolf in einem Vortrag, dass Schriftstellerinnen den Engel im Hause töten und endlich die Wahrheit über sich selbst und ihren Körper schreiben sollten. Sie meint damit natürlich den Ausbruch aus der vom Patriarchat eingeschränkten weiblichen Rolle als hochanständige Gattin und liebevolle Mutter. Damals kam das einer Revolution gleich. Inzwischen ist das zornige Anschreiben gegen die tradierten Rollen und gegen das verschämte Schweigen in den von Frauen verfassten literarischen Texten gang und gäbe. Weibliche Autorinnen sind laut geworden, selbstbewusst, ironisch, manchmal überspitzt, aber auch scharfsichtig, nicht ohne Mut zur Peinlichkeit und Unsicherheit. Noch immer werden diese Werke vor allem von männlichen Kritikern mit herablassender Geste als „Frauenliteratur“ bezeichnet, was schon eine qualitative Herabstufung bedeutet: von Frauen geschriebene Bücher, die dann wieder von Frauen gelesen werden. Während Frauen seit Jahrhunderten nichts anderes übrig blieb, als sich mit der männlichen Weltsicht und ihrem Blick auf das weibliche Geschlecht in deren literarischen Werken auseinanderzusetzen, gibt es zumindest das Vorurteil, dass Männer nicht gern von Frauen geschriebene Bücher lesen.  Was weibliches Schreiben im heutigen Zeitgeist bedeutet, seine Sichtbarkeit in den Medien und im Literaturbetrieb, ist zunehmend Thema vieler Essays und Artikel. Ein komplexes und hochbrisantes Geflecht aus historischen Altlasten und zeitgenössischer Aufbruchsstimmung.

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Questo mese Alice de Rensis ci presenta il libro “Parle-moi d’amour: vite esemplari di grandi libertine” scritto da Vanna Vinci (Milano, Feltrinelli Comics, 2020) . “Parle-moi d’amour” è un fumetto che racconta la vita di dodici donne straordinarie e incredibilmente libere, vissute tra Ottocento e inizio Novecento.

L’autrice, Vanna Vinci, ha voluto presentare le loro vite in forma di intervista, come se passeggiando per le strade di Parigi, nei luoghi che le hanno viste protagoniste, potesse rievocarne i fantasmi e dialogare con loro. Apollonie Sabatier, La Païva, Valtesse de la Bigne: si tratta di quelle che venivano definite courtisanes, grandi orizzontali, demi-mondaines, che con la loro vita sessuale libera (e mercenaria) erano protagoniste della mondanità dell’epoca e delle prime pagine scandalistiche. Hanno lanciato mode, influenzato uomini di potere, ispirato scrittori come Proust e Baudelaire, lasciato in eredità sorprendenti fortune e memorie libere da falsi moralismi.

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Questo mese Nadia Mazzardis ci presenta il libro „Bastava chiedere. 10 storie di femminismo quotidiano.“ scritto da Emma.  Emma è una blogger, fumettista e ingegnera informatica francese. Comincia distribuendo volantini femministi all’entrata delle metro di Parigi prima di andare a lavoro. Nel 2016 decide di aprire un blog. Appena pubblicata online, la storia Bastava chiedere! esplode sul web con migliaia di condivisioni. Oggi le sue storie sono dei bestseller da 100.000 copie e sono tradotte in molte lingue. In Italia Laterza ha pubblicato nel 2020 Bastava chiedere! Dieci storie di femminismo quotidiano, con la prefazione di Michela Murgia.

Il libro mi ha molto incuriosito fin dal titolo. Bastava chiedere! Quante volte ce lo siamo sentite dire dai nostri compagni di vita e dai padri dei nostri figli e/o figlie? Molto spesso, troppo.

Nel momento in cui uno dei due nella coppia (solitamente l’uomo) pensa che l’altra persona (solitamente la donna) non solo si debba occupare della cura dei deboli della famiglia, dell’organizzazione e dell’esecuzione del lavoro domestico e poi debba pure “chiedere” di fare qualcosa al partner, tutto questo si trasforma in totale deresponsabilizzazione dell’uomo e piena sovra-responsabilizzazione della donna, travestita da finta collaborazione del primo e da senso di colpa per la seconda. Se tu me lo chiedi io sono gentile e lo faccio, ma se tu non me lo chiedi come posso saperlo?

#herstory 0

Letzte Woche fand im Frauenmuseum in Meran eine spannenden Buchvorstellung statt. Als Rückblick und um die wichtigsten Informationen zu Filomena Prinoth Moroder auch auf unserem Blog festzuhalten, haben wir mit einer der Herausgeber*innen ein Interview geführt. Marion Ladurner erzählt uns heute etwas mehr über Filomena Prinoth-Moroder und ihre Tagebücher. Die veröffentlichten Texte ermöglichen einen umfangreichen Einblick in mehrere Jahrzehnte der Frauengeschichte – #herstory – in Südtirol.

Foto: Marion Ladurner
Wer war Filomena Prinoth-Moroder?

Filomena Prinoth Moroder wurde im Jahr 1860 als Tochter einer aus St. Ulrich im Grödental stammenden Geschäftsfamilie in Meran geboren. Hier besuchte sie ab dem Alter von sechs Jahren das Institut der Englischen Fräulein am Sandplatz, wo sie bis zu ihrem 19. Lebensjahr verblieb. Im Jahr 1879 heiratete sie den ebenfalls aus St. Ulrich stammenden Arzt Konrad Moroder. Die ersten Jahre ihrer Ehe verbrachte die junge Familie in Meran, wo auch die ersten beiden Kinder des Paares zur Welt kamen. Daraufhin übersiedelte die Familie im Jahr 1883 nach St. Ulrich, wo Konrad zuerst als Vertretung des Gemeindearztes und schließlich als Privatarzt tätig war. Hier brachte Filomena weitere 11 Kinder zur Welt. Von den insgesamt 13 Kindern des Paares sollten jedoch nur fünf ihre Eltern überleben. Im Jahr 1890 bezog die Familie in St. Ulrich das selbst erbaute Haus in der Stufanstraße, wo Filomena bis zu ihrem Lebensabend im Jahr 1920 verblieb. Filomena führte ab dem Jahr 1885 und bis zu ihrem Lebensende sehr umfangreiche Tagebücher, welche im Jahr 2018 als Gesamtedition unter dem Titel „Mein Gröden. Die Tagebücher der Filomena Prinoth-Moroder (1885-1920)“ im Universitätsverlag Wagner in der Reihe Erfahren-Erinnern-Bewahren, einer Schriftenreihe des Zentrums für Erinnerungskultur und Geschichtsforschung, erschienen sind.

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Nun ist es wieder Zeit für die Rubrik #leselust. Ulrike Steinhäusl schreibt heute über die Trilogie „Kindheit“, „Jugend“, „Abhängigkeit“ von der dänischen Schriftstellerin Tove Ditlevsen.

“Die Kindheit ist lang und schmal wie ein Sarg, aus dem man sich nicht allein befreien kann.“

Mit diesem erstaunlichen und düsteren Satz beginnt das sechste Kapitel des Bandes „Kindheit“ der dänischen Schriftstellerin Tove Ditlevsen (1917 Kopenhagen – 1976 Kopenhagen). Ein Satz gemacht wie für die ersten Verse eines Gedichtes. Poetin war diese Frau in erster Linie und als Dichterin des Volkes aus dem Arbeitermilieu ist sie in Dänemark auch populär. So gut wie unbekannt war sie jedoch im Ausland bis zum jüngsten Erscheinen der Trilogie von Kopenhagen, einer Art Memoiren, die auf Deutsch in drei kleinen Bänden mit den Titeln „Kindheit“, „Jugend“ und „Abhängigkeit“ herausgegeben wurde.
Man kann die Bücher zwar getrennt lesen, aber die kontinuierliche Lektüre aller drei hilft den Lauf eines kompliziert gewundenen Lebens besser zu verstehen. Die Prosa von Ditlevsen hypnotisiert einen von den ersten Seiten weg; nackt, ironisch, lapidar, faszinierend durch das völlige Fehlen von Rhetorik, trotzdem, oder gerade deshalb, stellenweise zutiefst poetisch und ergreifend.

                        

Heute möchten wir euch einen kleinen Einblick in unser Gästebuch geben. Die Äußerungen wie auch konstruktive Kritik unserer Besucher*innen nehmen wir sehr ernst und freuen uns zu lesen was die Inhalte unserer Ausstellungen bewirken.
In der Dauerausstellung geben wir einen Einblick in die Frauengeschichte beginnend mit dem 20.Jahrhundert. Wir könnten niemals die ganze Geschichte darstellen, sondern möchten damit ein Fenster öffnen für weiterführende Themen und Gedanken. In unseren immer wieder wechselnden Sonderausstellungen werden dann verschiedenste Themen nochmals vertieft.

Hier nun eine kleine Auswahl von Beiträgen in unserem Gästebuch:

„Hoffentlich kommt bald die Zeit in der Frauenmuseen tatsächlich Historisches zeigen- auf auf zum Menschenmuseum.“

 

„Che dire…di strada ne é stata fatta tanta ma…ce n‘è ancora molta da fare. Forza donne! Noi siamo forti!!“

 

„Liebe Frauenmuseumverantwortliche.
Es war mir/uns eine Ehre, euer Wirken und Tun hier im Frauenmuseum in Meran bestaunen zu dürfen. Eure Arbeit, euer Forschen und die ständige Thematisierung  gesellschaftsrelevanter Frauengeschichte ist sehr wichtig.“

 

„Sono un uomo, ho portato mia moglie. Io non ero molto convinto che potesse piacermi, invece, con sorpresa, mi è piaciuto molto! Mi ha interessato e quindi ho letto tutto, la storia delle conquiste della donna, raccontata con tono molto incisivo, piú di quanto non lo fosse ai tempi del femminismo. Molto interessanti i vestiti, gli intimi, gli oggetti e gli utensili, proprio una bella raccolta e ben esposta. Grazie!!! Brave!!!“

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Oggi Francesca Ferragina ci presenta il libro “Il silenzio delle ragazze” (casa editrice: Enaudi). Fu scritto dalla scrittrice britannica Pat Parker (*1943) e pubblicato per la prima volta nel 2018 e in Italia nel 2019.

 Dalla quarta di copertina:

𝐿𝑎 𝑔𝑢𝑒𝑟𝑟𝑎 𝑑𝑖 𝑇𝑟𝑜𝑖𝑎 𝑟𝑎𝑐𝑐𝑜𝑛𝑡𝑎𝑡𝑎 𝑑𝑎 𝐵𝑟𝑖𝑠𝑒𝑖𝑑𝑒, 𝑙𝑎 𝑠𝑐ℎ𝑖𝑎𝑣𝑎 𝑑𝑖 𝐴𝑐ℎ𝑖𝑙𝑙𝑒. 𝑈𝑛 𝑟𝑜𝑚𝑎𝑛𝑧𝑜 𝑚𝑒𝑚𝑜𝑟𝑎𝑏𝑖𝑙𝑒 𝑒 𝑠𝑜𝑣𝑣𝑒𝑟𝑠𝑖𝑣𝑜, 𝑖𝑛 𝑐𝑢𝑖 𝑃𝑎𝑡 𝐵𝑎𝑟𝑘𝑒𝑟 𝑑𝑎̀ 𝑣𝑜𝑐𝑒 𝑎𝑙𝑙𝑒 𝑑𝑜𝑛𝑛𝑒 𝑟𝑒𝑙𝑒𝑔𝑎𝑡𝑒 𝑛𝑒𝑙𝑙𝑒 𝑟𝑒𝑡𝑟𝑜𝑣𝑖𝑒 𝑑𝑒𝑙𝑙𝑎 𝑆𝑡𝑜𝑟𝑖𝑎.

Può un SILENZIO essere ASSORDANTE?

Ho parlato sul mio canale Instagram di questo libro durante l’appuntamento de #LaLetturaDellaDomenica
È fuori classifica, ma l’ho voluto citare perché ritengo che, seppur completamente differente dalle opere di Madeline Miller, il romanzo di Pat Barker meriti un approfondimento.
Non si tratta solo di uno sguardo femminile di una delle guerre più famose dell’antichità, bensì è la voce data a chi ha vissuto i retroscena della guerra: donne che hanno subìto una guerra fatta dagli uomini.
Troviamo la voce squillante e a tratti fievole di Briseide e attraverso lei scopriamo visioni differenti dei grandi personaggi che già si conoscono: Achille, Patroclo, Agamennone, Ulisse, Nestore, ma anche Ettore, Paride e Priamo.
Scopriamo le donne (realmente esistite e non), i loro doveri, la loro rassegnazione, il loro coraggio e il loro dolore. Come detto, in un “silenzio” assordante!
Un romanzo intenso, a volte crudo, ma di una bellezza davvero disarmante.

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Ulrike Steinhäusl stellt uns heute in der Rubrik #leselust das Buch von Wolfram Eilenberger „Feuer der Freiheit. Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten 1933-1943“ vor.

„Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten. 1933 – 1943“ heißt der Untertitel dieses Buchs, in dem das Leben und Wirken von vier Philosophinnen während jener tiefschwarzen Jahre der europäischen Geschichte beleuchtet werden: Simone de Beauvoir (1908 Paris – 1986 Paris), Simone Weil (1909 Paris – 1943 Ashford, England), Ayn Rand, eigentlich Alissa Rosenbaum (1905 St. Petersburg – 1982 New York) und Hannah Arendt (1906 Hannover – 1975 New York). Vier junge Frauen entwickeln unter schwierigsten Verhältnissen gegen den Strom der Zeit ihre philosophischen und sozialen Ideen und legen Fundamente für eine freiere emanzipiertere Gesellschaft. Wie schon aus ihren Sterbeorten ersichtlich ist, mussten sie mit Ausnahme von Simone de Beauvoir, den Weg ins Exil gehen, da sie jüdische Wurzeln hatten.

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Questo mese Romina Casagrande ci presenta il libro dell’autrice Sandra Petrignani „Marguerite“. Petrignagi, nata nel 1952 a Piacenza, racconta nel suo libro la vita interessante di Marguerite Duras, una scrittrice, regista e sceneggiatrice francese. Siamo curiosi!

 

“Quando ammiri uno scrittore, t’incuriosisce. Cerchi di carpire il suo segreto. Gli indizi per risolvere l’enigma che rappresenta.”
Philip Roth, Lo scrittore fantasma

E quando a raccontare una scrittrice come Marguerite Duras è un’altra scrittrice, del calibro di Sandra Petrignani, ne può nascere soltanto un’opera caleidoscopica che, attraverso un riflesso di specchi, ci restituisce l’immagine della donna e dell’artista, della letteratura e della vita. Intrecciate, avviluppate, fino a non sapere più dove finisca l’una e cominci l’altra.

Si legge come un romanzo, Marguerite, edito da Neri Pozza, ma è una biografia attenta che restituisce il paesaggio interiore e letterario di una delle personalità più dirompenti della letteratura francese, autrice de “L’amante” che la consacrerà al successo mondiale nel 1984.

Ogni capitolo è dedicato a una fase della sua vita ed è intitolato come uno dei molti nomi in cui Marguerite Duras, nata a Saigon nel 1914 e morta a Parigi nel 1996, si riconobbe. Come se dietro ad ognuno di essi si celasse una storia, un frammento di anima che soltanto alla fine può ricomporsi nell’unitarietà di un carattere complesso e contraddittorio.

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Den Anfang in unserer neuen Rubrik #leselust macht Ulrike Steinhäusl mit ihrem ersten Literaturtipp. Sie stellt uns kurz das Buch der heute 81-Jährigen Helga Schubert „Vom Aufstehen.  Ein Leben in Geschichten“  vor. Wir sind gespannt!

Heute schreibe ich zum ersten Mal für den Blog des Frauenmuseums Meran und bin dabei ein bisschen aufgeregt. Denn ich muss gestehen, ich habe noch nie etwas gebloggt. Rezensionen, Buchtipps und literaturwissenschaftliche Artikel habe ich viele verfasst, ja, aber die Direktheit des Blogs scheint mir anders zu sein.  Dabei wird es ja gar nicht um mich selbst, sondern um Bücher gehen. Um Bücher, die es meiner Meinung nach wert sind, gelesen zu werden. Zwar gibt man als empfehlende Schreiberin nicht allzu viel von sich preis, vielmehr baut man Brücken, die manchmal schmal und wackelig sind, um zu den Menschen am anderen Ufer zu gelangen und diese davon zu überzeugen, gerade diesen Text in die Hände zu nehmen. Sind es vor allem jüngere Leserinnen, die sich für so einen Blog interessieren, frage ich mich. Hoffentlich können sie dann mit Büchern von alten Frauen was anfangen und vor allem mit Meinungen einer Bloggerin, die selbst nicht mehr jung ist. Die zu besprechenden Autorinnen werden teils sehr jung, in den besten Jahren oder schon alt sein, manche sind bereits tot.  Die literarische Wanderschaft wird querbeet durch Kulturen und Epochen gehen.

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Sie ist eine Frau, die viele Bücher liest. Um euch auf die neue Rubrik #Leselust auf unserem Blog einzustimmen, stellen wir heute Ulrike Steinhäusl vor. Ab nun wird sie in regelmäßigen Abständen Buchempfehlungen von Literatur von und über Frauen an uns weitergeben.
Wir durften ihr einige Fragen stellen, um sie besser kennenzulernen.

ERZÄHLEN SIE UNS VON IHREM HINTERGRUND.

Ich bin in Österreich in gutbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen und hatte das Privileg meine Kindheit  auf den Wiesen, an und in den Seen und Flüssen des Salzkammerguts zu verbringen. Nach einem Übersetzer- und Dolmetscherstudium in Graz war ich eine Zeitlang in England, habe mich aber dann für das warme Spanien entschieden und  einen Andalusier geheiratet.  Meine Tochter Vanessa wurde auf den Kanarischen Inseln geboren, mein Sohn in Salamanca. Es waren Wanderjahre, die uns auch in die damals noch Spanische Sahara führten.  Nach weiteren Studien während der Ehe habe ich in Würzburg zum Dr. phil. promoviert. Irgendwann sind wir berufsbedingt  in Palma de Mallorca gestrandet. Ein Neubeginn und die damit verbundene Trennung zeichneten sich ab. Nach einigen spannenden Übersetzer- und Dolmetscherjahren konnte ich mit 57 Jahren noch einen Lehrstuhl für Germanistik an der Universität der Balearen in Palma de Mallorca ergattern. Bis zuletzt war ich bei internationalen Forschungsprojekten engagiert, die sich u.a. mit Biographien und Literatur jüdischer Frauen im 19. und 20. Jahrhundert beschäftigt.

Mit diesem Buchtitel lassen die beiden Südtiroler Autorinnen Barbara Bachmann und Franziska Gill derzeit aufhorchen. Die freie Reporterin und die freie Fotografin spüren der Frage nach, was es bedeutet in Italien eine Frau zu sein.

Um mehr über das Buch zu erfahren, haben wir mit den beiden Frauen ein Interview geführt.

Warum braucht es dieses Buch? Und wann entstand die Idee dazu?

Franziska Gilli: In unserer journalistischen Arbeit haben wir uns beide unabhängig voneinander mit Aspekten des Frauenbildes in der italienischen Gesellschaft auseinandergesetzt und gemerkt, dass dahinter noch viel mehr steckt. Also haben wir vor drei Jahren gemeinsam begonnen, tiefer zu graben. Und zwischen diesen beiden Gegenpolen nach den echten Frauen und Männern zu suchen, um herauszufinden, was die beiden Klischees immer noch lebendig erhält.

Barbara Bachmann: Wir wollten genau so ein Buch selbst lesen, aber in der Form, die uns vorschwebte — nämlich zu gleichen Teilen aus Text und Bild bestehend — haben wir keines finden können. Also haben wir uns entschieden, es selbst zu produzieren. Ehrliches Interesse und Neugier am Thema sind die Ausgangspunkte unserer journalistischen Arbeit.

Feminist Critique and the Museum

Museen sind Orte der Unterhaltung, der Forschung und des Lernens. Museen bewahren und erzählen Geschichten und stiften Identität. Aber was, wenn eine Hälfte der Menschheit in diesen Institutionen nicht gleichberechtigt zu Wort kommt? Immerhin sind auch Museen geprägt von ihrer Geschichte, die lange Zeit Männern das Recht der Geschichtsschreibung zugestand. Als Darlene Clover und Kathy Sanford von der Uni in Victoria, Canada begannen, sich mit Erwachsenenbildung in Museen auseinanderzusetzen machten sie eben diese Erfahrung. So begannen sie sich für Frauenmuseen zu interessieren, besuchten das Frauenmuseum in Meran und es entstand die Idee zu “Feminist Critique and the Museum”.

Ein spannendes Buch in englischer Sprache für alle, die sich für Museen interessieren und dort arbeiten.

Unsere Fragen zum Buch beantworten Darlene Clover und Kathy Sanford, als Initiatorinnen und Herausgeberinnen des Buches, Astrid Schönweger, als Koordinatorin von IAWM (International Association of Women’s Museums) und Gaby Franger, als Mitbegründerin des Museums Frauenkultur Regional-International in Fürth.

Pasta Madre, auch Mutterhefe genannt, steht für bekömmliche Backwaren, vollen Geschmack und eine alte Backtradition. Die Bäuerin Vea Carpi hat zusammen mit Irene Hager ein Buch (Raetia Verlag) darüber geschrieben, welches für den deutschen Kochbuchpreis nominiert wurde. Sie gibt nicht nur ihre Rezepte weiter, sondern zeigt auch, wie man Mutterhefe zuhause selbst ansetzt. Irene Hager verrät uns im Interview was genau hinter der Pasta Madre steckt und warum sie auch als „politischer“ Akt gesehen werden kann.

Ho sempre voluto fare questo lavoro perché lo sentivo mio, perché speravo che la conoscenza del diritto mi avrebbe consentito di aiutare le persone che si rivolgevano a me per una consulenza o per essere assistite in una causa.

Il “fenomeno” – uso volutamente le virgolette – della violenza di genere era di là da venire. Di fronte a me avevo le difficoltà di affermarmi in una professione essenzialmente maschile e maschilista, che lascia davvero poco spazio alle donne, a cominciare dal titolo: avvocato, al maschile appunto.

Con il passare degli anni, però, a quel prefisso maschile mi ci sono affezionata, anche perché ho capito che la mia identità di genere non era legata a come si declina o non si declina il titolo professionale, tanto da arrabbiarmi quando mi sento chiamare “avvocata” o, peggio ancora, “avvocatessa”, quasi si volesse a tutti i costi femminilizzare un termine che non si può declinare al femminile.

Momentan fallen viele alltägliche Aktivitäten wieder schwerer: unsere Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, es finden keine Veranstaltungen statt, man soll soziale Kontakte möglichst meiden… Trotzdem oder gerade deshalb sollen wir aber nicht aufhören, uns von Gedanken anregen zu lassen, uns auszutauschen, aber auch uns zu unterhalten. Bücher können uns all das in der derzeit schwierigen Situation geben – während man sie selbst liest, aber auch wenn man sich mit Freundinnen über die gelesenen Bücher unterhält 😉

Für all diejenigen, die Zeit und Lust zum Lesen finden, haben wir eine kleine Liste mit einigen empfehlenswerten feministischen Büchern zusammengestellt:

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Bildquelle: https://www.fischerverlage.de/buch/chimamanda-ngozi-adichie-mehr-feminismus-9783596036769

Chimamanda Ngozi Adichie: Mehr Feminismus! Ein Manifest und 4 Stories

Bereits mit ihrem TED-Talk „We Should All Be Feminists“ (dt.: „Mehr Feminismus!“) machte die junge und mehrfach ausgezeichnete Bestsellerautorin Furore. Mit ihren Geschichten gelingt ihr weiter, was nur große Literatur vermag: Sehr genau legt sie das Innerste ihrer Figuren bloß und enthüllt damit Wahrheiten unserer Gesellschaft, die so offenkundig sind, dass wir sie kaum jemals durchschauen.

Adichie erzählt davon, wie man Rollenerwartungen erlernt, und davon, wie man lernt, sie zu brechen. Sie erzählt von Schuld, Scham und Sexualität, von Feminismus, Liebe und Heimat. Über all ihren Geschichten liegt der Optimismus einer besseren, einer toleranteren Welt. Adichie ist eine scharfe Beobachterin unserer Zeit und ihre Stories sind literarisch wertvoll.

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