Von Prämenopause und Frauenmantel

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Es ist „Tante Rosa“ Zeit. Gestern war Neumond und – wie versprochen – bringen wir zu diesem Zeitpunkt etwas zu unseren ureigenen Themen. Dieses Mal haben wir mit Irene Hager gesprochen, die sich seit Jahren intensiv mit Kräutern beschäftigt. Sie ist die Bestseller-Autorin von „Die Kraft der (Südtiroler) Kräuter nutzen“ und Mitarbeiterin des beliebten Blogs Kräuterkraft ist. Eines ihrer Schwerpunkte in der Anwendung der Kräuter ist bezogen auf den Frauenzyklus.

 

Irene, was erzählst du uns heute?

Ich möchte euch auf den Unterschied zwischen der Prä- und der Menopause aufmerksam machen. Ich bemerke, dass in Zeitschriften und Kräuterbüchern diese beiden Phasen viel zu wenig differenziert werden.

Was ist denn der Unterschied?

Es gibt viele Hormone, für den Zyklus sind aber zwei maßgeblich: Östrogen und Progesteron, das auch Gelbkörperhormon genannt wird. Während in der ersten Zyklushälfte viel Östrogen produziert wird, braucht es in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung viel Progesteron.

In der Prämenopause, die zwischen 45 und 50 Jahren beginnt, fangen die ersten Zeichen an, die darauf verweisen, dass es in Richtung Menopause geht, und zwar mit dem ersten Hormon, dass der Körper nicht mehr so stark produziert: dem Progesteron.

Wieso ist das so wichtig zu unterscheiden?

Oft werden in Zeitungen und Büchern Kräuter beschrieben, die das Östrogen stärken, aber nicht das Progesteron. Wenn frau dann einen normalen Frauentee trinkt, kann es ihr sogar noch schlechter gehen als zuvor.

Was ist denn nun für die Prämenopause geeignet?  

Es können ganz gezielt bestimmte Kräuter verwendet werden, darunter vor allem der Frauenmantel. Am besten ist ein Tee aus frischen Kräutern. Frau kann dieses Kraut jetzt überall und den ganzen Sommer hindurch sammeln!

Und sich eine Urtinktur aus frischen Kräutern machen für die Zeit, in der das Kraut nicht wächst.

Wieso der Frauenmantel?

Laut der Erfahrungsheilkunde gleicht dieses Kraut den Hormonhaushalt aus, aber vor allem fördert es die Produktion von Progesteron. Die wissenschaftliche Untersuchung auf EU-Ebene kann das überhaupt nicht bestätigen, aber ich bin der Meinung, dass wenn über Jahrtausenden dafür ein Kraut hergenommen wird, kann diese Überlieferung nicht so daneben sein. Außerdem verwende ich es zurzeit selbst und es tut mir gut.

Der Frauenmantel-Tee aus frischen Kräutern – ist das ein Aufguss und wie oft und wie lange soll man ihn trinken?

Drei Finger voll frische Blätter und Blüten in eine Tasse geben und mit einem Liter kochenden Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen.
Dieser Tee sollte dann über den Tag verteilt getrunken werden.

Wie wird die Urtinktur hergestellt?

Dazu braucht es ein kleines Schraubglas mit Deckel.
Frau sammelt die Blätter und – wenn möglich – die Blüten des Frauenmantels.
Alles wird klein geschnitten und in das Schraubglas gegeben, bis es locker gefüllt ist.
Anschließend mit 40-45%igen Grappa oder Treber übergießen und zumachen.
Das Glas wird an einem kühlen, dunklen Ort 4 Wochen stehen gelassen.
Nach vier Wochen kann es abgeseiht und in kleine Fläschchen abgefüllt werden.

Und die Einnahme?

In der zweiten Zyklushälfte soll frau 3 x am Tag 15 Tropfen zu sich nehmen.

Oder sie gibt in ein großes Glas Apfelsaft gleich schon 45 Tropfen hinein und nimmt über den Tag hinweg immer wieder einen Schluck – was ich noch besser finde!

Gibt es noch andere Kräuter, die du uns in dieser Phase rätst?

Ja, aber die verrate ich euch ein anderes Mal.

Abgemacht 😉 Danke fürs Gespräch.

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