Frauen aus rechtspopulistischer Sicht

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Die Lananerin Lily Settari, *1994, hat Politikwissenschaften in Edinburgh (UK) und Grenoble (FRA) studiert. Seit 2011 hielt sie sich immer wieder im Ausland zu Lern- und Arbeitszwecken auf, hat Erfahrungen im Journalismus, in der Öffentlichkeitsarbeit, Übersetzungsarbeit und sozialen Arbeit gesammelt.

Am kommenden Montag, den 17. September, hält sie um 20 Uhr einen Vortrag im Frauenmuseum. Wir haben ihr dazu 3 Fragen gestellt:

Lily, du hältst am Montag im Frauenmuseum einen Vortrag zu „Was ist eine Frau? Frauenbilder in Marine Le Pens Front National und der Alternative für Deutschland“. Warum sollten wir hier in Südtirol zu einer solcher Veranstaltung gehen?

Weil es das interessanteste Thema der Welt ist!
Spaß beiseite, rechtspopulistische Parteien sind in den letzten Jahren präsenter in Medien und im öffentlichen Diskurs geworden, und auch vermehrt in Parlamenten oder Regierungen vertreten.

Während rechtspopulistische Ansichten im Hinblick auf Themen wie die EU oder Einwanderung sehr klar und bekannt sind, bekommen ihre ideologischen Positionen und politische Projekte, die Frauen, deren Rechte und Geschlechtergerechtigkeit betreffen, weniger zur Sprache, sowohl in den Medien als auch in der Forschung.

Wenn wir uns aber anschauen, wie rechte und rechtspopulistische Parteien und Gruppierungen in der Vergangenheit zu Frauen und verwandten Themen standen, haben wir allen Grund zur Sorge. Deshalb gilt es, wachsam zu sein, gerade auch in Italien und Südtirol, wo wir die Lega in der Regierung haben und eine nicht zu unterschätzende Freiheitliche Partei im Landtag. Und auch wenn dem nicht so wäre, wäre es natürlich wünschenswert, wenn sich SüdtirolerInnen trotzdem für solch aktuelle europäische Fragen interessieren würden.

Wahlwerbeplakat der rechten Partei AfD in Deutschland

Was haben wir uns an diesem Abend zu erwarten?

Ich werde meine Bachelorarbeit vorstellen, in der ich mich mit rechtspopulistischen Frauenbildern auseinandergesetzt habe.

Konkret geht es um Frauenbilder im französischen RN (ehemals FN) und der deutschen AfD. Am Ende werde ich einen – absichtlich – flüchtigen Blick auf Lega und Freiheitliche werfen, in der Hoffnung, dass viele Fragen, kritische Bemerkungen und eine anregende Diskussion folgen werden.

Wahlwerbeplakat der rechten Partei Front National, heute RN, in Frankreich. Darauf steht: „In Frankreich ist eine Frau kein Schatten – Ich bleibe frei, ich engagiere mich beim Front National“

Wie bist du eigentlich zu diesem Thema selbst gekommen?

Rechtspopulistische Parteien sowie Feminismus und Frauenthemen allgemein interessieren mich schon seit Jahren, deshalb habe ich mir ein Thema für meine Bachelorarbeit ausgesucht, das sozusagen an der Schnittstelle zwischen den beiden liegt.

Konkret inspiriert hat mich außerdem ein Vortrag von Dr. Juliane Lang über zeitgenössischen Antifeminismus in Deutschland vor gut einem Jahr.

Danke, Lily Settari, du hast uns neugierig gemacht, was zurzeit in Europa läuft und was das auch mit uns zu tun hat. Mehr dazu am kommenden Montag!

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