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Hoch in die Lüfte…

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Sommer ist (für viele) Ferienzeit. Man geht nach draußen, genießt die Sonne, macht die eine oder andere Wanderung, legt sich an einen See oder ans Meer und vieles mehr. Immer mehr Menschen sind in den letzten Jahr(zehnt)en auch mit dem Flugzeug um die Welt gereist – dieses Jahr ist dies allerdings mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Aus diesem Grund nehmen wir Sie heute mit auf eine Reise hoch in die Lüfte.

In unserem heutigen Beitrag der neuen Rubrik #herstory stellen wir euch die Fliegerin Amelia Earhart (1897-1937) vor, die heute ihren 123. Geburtstag feiern würde. Die aufgrund ihrer bahnbrechenden Leistungen und Ähnlichkeit mit Charles „Lindy“ Lindbergh auch als „Lady Lindy“ bezeichnete, Amelia Mary Earhart wurde in Archison, Kansas geboren. Schon als Kind interessierte sie sich mehr für jene Aktivitäten, die für Mädchen ihrer Zeit als nicht angemessen galten – so kletterte sie gerne auf Bäume, rutschte bäuchlings über Schneehänge hinab oder jagte Ratten mit einem Gewehr.

Mit dem Fliegen in Berührung kam „AE“ – so nannte sie sich selbst – 1920 auf einer Flugshow in Long Beach, Kalifornien. Dorft flog AE, die im 1. Weltkrieg als Krankenschwesterhelferin in Toronto (Kanada) freiwillig gedient und viele verletzte Piloten kennengelernt hatte, zum ersten Mal in einem Flugzeug mit und das bei dem berühmten Kriegspiloten Frank Hawks. Ab diesem Moment wusste sie, dass sie selbst fliegen (lernen) musste.

Mit einer Vielzahl verschiedener Jobs verdiente sich Amelia Earhart das Geld, um ihren Traum zu finanzieren. Anfang des Jahres 1921 nahm Amelia die ersten Flugstunden. Ihre Lehrerin war niemand geringeres als Neta Snook, eine der ersten Frauen, die die Flugschule Glenn Curtiss School absolviert hatte. Anfänglich flog AE mit einer Canuck, der kanadischen Version der aus dem 1. Weltkrieg bekannten amerikanischen Curtiss JN-4 „Jenny“, bis sie sich nach einem halben Jahr selbst ein Flugzeug kaufte: einen gelben second-hand Kinner Airster, dem sie den Namen „Der Kanarienvogel“ gab.

Neta Snook (li) und Amelia Earhart (re) vor dem Kinner Airster „Der Kanarienvogel“, ca. 1921.
Bildquelle: Wikimedia Commons

Die Anfänge ihrer Fliegerinnenkarriere gestalteten sich allerdings als äußert mühsam. Amelia hatte sichtlich Schwierigkeiten beim Erlernen des Fliegens. Sie brauchte über ein Jahr bis sie alleine fliegen konnte und hatte auch einige Zeit danach noch Probleme und Pannen bei Landungen. Einigen ihrer Zeitgenossen, die ebenfalls Piloten waren, erschien es so als hätte AE keine natürliche Begabung als Pilotin. Umso mehr Respekt und Anerkennung wurde ihr dann für ihre Erfolge entgegengebracht.

Diese lesen sich wie ein Rekordbuch:

  • 1922 brach sie den Höhenrekord der Frauen und stellte mit 14.000 Fuß (4,2673 km) einen neuen auf
  • 1923 erhielt Earhart als 16. Frau den Pilot*innenschein
  • 1924 musste sie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ihr Flugzeug verkaufen und zog nach der Trennung ihrer Eltern mit ihrer Mutter nach Boston. Nachdem sie dort ihr Studium an der Columbia University aufgrund von begrenzt verfügbaren finnaziellen Mitteln abbrechen musste, arbeitete sie erst als Lehrerin, dann als Sozialarbeiterin.

Erst einige Jahre später kehrte sie wieder zum Fliegen zurück und setzte ihre Karriere fort:

  • 1928 bekam sie während der Arbeit Telefon und wurde eingeladen, die erste Frau zu sein, die den Atlantik mit dem Flugzeug überquert – etwas zum Bedauern allerdings nur als Passagierin. Earhart stimmte zu und wurde nach dem erfolgreichen Hin-und Rückflug zu einer internationalen Berühmtheit.
Amelia Earhart mit Fliegermütze vor der Überquerung des Atlantiks 1928.
Bildquelle: Wikimedia Commons
Amelia Earhart mit Porter S. Adams, dem Präsidenten der Nationalen Luftfahrtvereinigung, nachdem sie am 2. Novmeber 1928 von Präsident Coolidge empfangen worden war.
Bildquelle: Wikimedia Commons
  • 1930 wurde sie die erste Präsidentin der von ihr mitbegründeten „Ninety-Nines“, einer internationalen Organisation von Pilotinnen, die sich für die Anliegen und die Förderung von Frauen in der Luftfahrt einsetzte
  • 1932 überquerte Earhart dann als erste Frau und als zweite Person alleine den Atlantik. Daran anschließend wurde ihr vom US-amerikanischen Kongress das erste jemals an eine Frau vergebene Distinguished Flying Cross verliehen
Am 21. Mai 1921 landete Amelia Earhart, die aufgrund des Wetters etwas vom Kurs abgekommen war, in einem Feld in der Nähe von Derry (Londonderry) in Irland.
Bildquelle: Wikimedia Commons
Amelia Earhart’s Lockheed Vega mit der sie als erste Frau alleine den Atlantik überquerte ist heute im National Air and Space Museum in Washington, D.C. zu sehen.
Bildquelle: Wikimedia Commons
Amelia Earhart (Mitte) vor dem Weißen Haus in Washington D.C., 1932.
Bildquelle: Wikimedia Commons
  • 1935 überflog sie als erste Frau alleine den Pazifik (von Honolulu, Hawaii nach Oakland, Kalifornien) und von Mexiko Stadt nach Newark, New Jersey.
  • Am 1. Juni 1937 hob Amelia Earhart mit dem Navigator Fred Noonan in einer Lockheed Electra von Miami, Florida für die erste Umrundung der Erde auf Äquatorhöhe ab (Gesamtlänge: 29,000 Meilen/46.670,976 km). Die beiden kamen allerdings nicht mehr an ihren Startpunkt zurück. Nach einem Zwischenstop in Lae, Neuguinea am 29. Juni, verschwanden beide spurlos. Es hätten nur mehr 7.000 Meilen zur Weltumrundung gefehlt.

Trotz der umfangreichsten Luft- und Seesuche in der Marinegeschichte schlug der Rettungsversuch fehl. Seither ranken sich viele Gerüchte und Geheimnisse um das Verschwinden von Amelia Earhart. Endgültig aufgeklärt werden konnte ihr Schicksal bis heute noch nicht.

Trotzdem (oder vielleicht auch gerade deshalb?) hat Amelia Earhart Geschichte und Frauengeschichte – history und herstory – geschrieben. Sie war sich der Situation ihrer Zeit sehr bewusst, besaß ein Sammelalbum mit Zeitungsausschnitten über Frauen, die in den Bereichen Filmregie, Recht, Werbung, Management und Automechanik in den Beruf eintraten und wollte auch ihren Beitrag dazu leisten, Frauen den Weg in bisher von Männern dominierten Branchen zu ebnen. AE war überzeugt dass „Männer und Frauen in Berufen, die Intelligenz, Koordination, Schnelligkeit, Coolness und Willenskraft erfordern, gleichgestellt seien“ und hat das in ihrem Leben auch gelebt.

In einem Brief an ihren Ehemann, den sie für den Fall verfasst hatte, dass ihr auf einem ihrer Flüge etwas zustoßen sollte, schrieb sie: „Bitte beachte, dass ich mir der Gefahren durchaus bewusst bin. […] Ich will es tun, weil ich es tun will. Frauen müssen versuchen, die Dinge so zu tun, wie es die Männer versucht haben. Wenn sie scheitern, muss ihr Scheitern nur eine Herausforderung für andere sein.

Amelia Earhart in einem Flugzeug.
Bildquelle: Wikimedia Commons

 

Yvonne Rauter

 

Quellen:

www.ameliaearhart.com/biography/

www.historynet.com/lady-lindy-the-remarkable-life-of-amelia-earhart-july-97-aviation-history-feature.htm

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Amelia_Earhart_(16571444402).jpg

https://www.biography.com/explorer/amelia-earhart

https://www.history.com/topics/exploration/amelia-earhart#section_3

https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/amelia-earhart/

https://ingeniumcanada.org/artifact/curtiss-jn-4-canuck

https://www.history.com/topics/exploration/amelia-earhart#section_3

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