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Die Frauen-Friedensbewegung in Südtirol

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Anfang der 1980er-Jahre zeichneten Umweltverschmutzung, Atomkraft und Kalter Krieg eine düstere Zukunft. In Bozen entstand eine Friedensbewegung, die über mehrere Jahre aktiv war. Die Historikerin Martha Verdorfer war selbst mit dabei und hat die Bewegung und ihre Zeit nun in einem Buch (erschienen im AlphaBeta Verlag) festgehalten. Am Freitag um 18:00 Uhr stellt sie das Buch im Frauenmuseum vor.

Der Kalte Krieg, das Wettrüsten vor allem der Supermächte USA und Sowjetunion waren bedrohlich, als sich die Gruppe „Die Frauen für Frieden“ in Südtirol gründete. Es gab Berichte, dass die NATO in Südtirol, auf Kohlern, eine Radaranlage bauen wolle.

Ich unterstützte die Forderungen und Initiativen der Frauen für Frieden wie viele junge Menschen damals. – Martha Verdorfer

In ganz Europa entstanden damals Friedensbewegungen, in denen Frauen eine große Rolle spielten. Die Frauen für Frieden wanderten einmal jährlich – von 1980 bis 1984 insgesamt fünf Mal – nach Kohlern, um den Berg vor militärischen Interventionen zu schützen. Im April 1983 kam es zu einem großen Ostermarsch nach Natz-Schabs, um der Bevölkerung zu zeigen, dass die Natobasis Südtirol zum atomaren Angriffsziel machen könnte.

Rückblickend wird der Erfolg der Friedensbewegung von den Frauen unterschiedlich bewertet, doch Martha Verdorfer ist überzeugt:

Natürlich hat eine Friedensbewegung noch nie einen Krieg verhindert. Trotzdem denke ich, dass solche unglaublich wichtig sind, um zu zeigen, dass eine Alternative existiert. Eine Demokratie braucht Gegenstimmen.

Leider ist die Frauen-Friedensbewegung in Südtirol heute fast in Vergessenheit geraten. „Das ist typisch für die Frauengeschichte,“ so Martha Verdorfer. 2017 hat Irmtraud Mair ihr das Archiv der Südtiroler Frauen-Friedensbewegung übergeben, mit der Bitte etwas daraus zu machen.

In ihrem Buch hat Martha Verdorfer eine Chronik des weiblichen Engagements für den Frieden erstellt, porträtiert die Protagonistinnen und macht die Friedensarbeit der 1980er-Jahre mit zahlreichen Abbildungen anschaulich erfahrbar.

Das, was die Frauen für Frieden geleistet haben, geht weiter bis heute. Politisches Engagement von Frauen gab es in der Geschichte viel öfter als uns bewusst ist und wird es immer geben.

Nähere Informationen finden Sie auch in dem kürzlich erschienenem Interview mit Martha Verdorfer auf Barfuss. 

Für den Besuch der Buchvorstellung am Freitag im Frauenmuseum ist eine Anmeldung erforderlich (begrenzte Teilnehmer*innenzahl): info@museia.it oder 0473 23 12 16

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