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„Nenn mich einfach Wendy Hong Wan“

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Unsere Frau des Monats Mai: Wendy Hong Wan

Das war die augenzwinkernde Antwort der in Shanghai geborenen freien Künstlerin auf die Frage, ob sie mit ihrem chinesischen oder europäischen Namen angesprochen werden wollte.

Sie arbeitet heute in ihrer neuen Wahlheimat Meran und erzählt uns im Interview von den überraschenden Veränderungen in ihrem Leben.

Foto: Kh.Sollbauer
Wendy, wie kamst du zu deiner Entscheidung von Shanghai nach Meran zu ziehen?

Eigentlich war das nicht meine Entscheidung, sondern die meines Ehemannes. Schon seit Jahrzehnten lebte und arbeitete er in den verschiedensten Teilen der Welt und wollte in seine Heimatstadt zurückkehren. Ich verstehe und respektiere ihn und so habe ich ihn begleitet. Trotzdem kehre ich noch immer oft nach China zurück.

Wie war diese Veränderung für dich?

Meran überrascht mich. Ich liebe hier sehr Vieles. Die Stadt ist natürlich, schön, friedlich. Wenn es auch nicht meine eigene Wahl war, nach Meran zu kommen, so ist es doch mein eigener Wunsch hier zu bleiben.

Heute bist du Künstlerin – begonnen hat dein beruflicher Weg aber mit einer Ingenieursausbildung…

Als ich jung war, gab es wenige  weibliche Ingenieure  und ich mag Herausforderungen. Ich hatte ein Bild in meinem Kopf von einer neutralen und professionellen Frau. So eine Person wollte ich sein. Ich habe zwar tatsächlich Maschinenbau studiert, war aber nie als Ingenieurin tätig, sondern habe nach meinem Abschluss im fachspezifischen Handel gearbeitet.

Wendy inmitten ihrer Kunstwerke bei der Eröffnung der Gastvitrine im Frauenmuseum am 16. Dezember 2016, Foto: Kh.Sollbauer
Hat sich dein berufliches Leben inzwischen verändert?

Mein ganzes Leben hat sich verändert. Ich bin nicht mehr eine Person, die von der Außenwelt und der Zeit gedrängt wird, sondern jemand, der sich von eigenen Gedanken und Freuden leiten lässt.

Und so bist du zur Malerei gekommen?

Ja, die Malerei gibt mir neue Perspektiven in der Beobachtung der Welt und ermöglicht es mir, mich auszudrücken.

Dass ich überhaupt mit der Malerei begonnen habe, denke ich, habe ich meinem Lehrer Shi Qu zu verdanken. Er hat mir gezeigt, dass Malerei nicht nur eine Imitation der objektiven Welt, sondern auch ein Ausdruck der subjektiven, spirituellen Welt sein kann. Jedes Bild zeigt meine Gedanken und Gefühle und ich verliebte mich in diese Art mich auszudrücken.

Wer ist dein Vorbild?

Ich wurde von vielen Menschen in meinem Leben beeinflusst, manche sind gestorben, manche leben noch und andere sind fiktive Charaktere, aber den größten Einfluss auf mich hatte meine Mutter. Sie hat mir beigebracht, wie wichtig es ist, sich selbst zu respektieren, selbstständig zu sein und unabhängig zu sein. Und das, obwohl die Mutter meiner Mutter – meine Großmutter – noch die Tradition des Füßebindens am eigenen Leib erlebt hat. Es war keine Selbstverständlichkeit, dass meine Mutter zu ihrer Zeit solche Werte an mich weitergegeben hat.

Was ist Erfolg für dich?

Eine Person ist erfolgreich, wenn sie der Welt etwas von ihrer Hässlichkeit nimmt und ihr ein bisschen Güte und Schönheit gibt.

Was ist dein Lebensmotto?

Sei du selbst und mach die Welt besser.

Wendy in einem Dorf in der Nähe der Stadt Zhong Wei im Nord-Westen Chinas, Foto: Wendy Hong Wan

twitter.com/wendywan007

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