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IAWM trauert um das Vereinsmitglied Elisabeth von Dücker

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Das Frauenmuseum Meran und der Internationale Verein der Frauenmuseen (IAWM) trauert um das Vereinsmitglied Elisabeth von Dücker, die im Juli verstorben ist.

Noch im Mai hat sie sich schriftlich gemeldet und sich darüber gefreut, Mitglied von IAWM zu sein. Den Frauenmuseen und IAWM war sie schon seit Jahren durch gemeinsame Anliegen und Zusammenarbeit verbunden.

2013 hat sie am Buch ‚Frauen: Museum. Politiken des kuratorischen in Feminismus, Bildung, Geschichte und Kunst‘ mitgewirkt und auf die Wichtigkeit der Arbeit der Frauenmuseen hingewiesen. Sie ist bekannt geworden durch ihre kuratorische Praxis mit frauenspezifischer und geschlechtergerechter Perspektive.

Juliane Brumberg hat sie im Jänner 2020 im online Portal beziehungsweise – weiterdenken als wichtige Akteurin der deutschen Frauenbewegung gewürdigt. Mit ihrer freundlichen Zustimmung möchten wir Ausschnitte aus diesem Text hier wiedergeben:

Lissi – so wird sie von Freundinnen und Mitstreiterinnen genannt – hat immer wieder den Fokus auf die Arbeitsplätze von Frauen gelegt. Sie kuratierte farbenfrohe Wandgemälde als FrauenFreiluftGalerie in Hamburg. Das ist ein lebendiges Langzeitprojekt:

Wir wollten und wollen die Arbeitswelt von Frauen im Hamburger Hafen sichtbar machen,

berichtete sie. Dafür nutzen sie und ihre Malerin-Kollegin Hildegund Schuster die grauen Flächen alter Gebäude oder Mauern von Treppenanlagen.

Elisabeth von Dücker spricht von sich selbst als Long-Runnerin:

Wenn Du erst mal Feuer gefangen hast, gehen die Projekte immer weiter.

Begeisterung für das Museum

Wer ist nun diese Frau, die so voller Ideen steckt? Als allererstes ist sie eine leidenschaftliche Museumsfrau. Nach einem Museumspraktikum während des Studiums war für sie sofort klar: „Ich will ins Museum!“. Studiert hat sie Kunstgeschichte, sowie Volkskunde und Klassische Archäologie. 1975 hat sie ein wissenschaftliches Volontariat am Altonaer Museum begonnen und war somit am richtigen Ort zur richtigen Zeit.

Feministische Fragestellungen ins Museum transferiert

Die feministischen Fragestellungen nahm Elisabeth von Dücker mit in die Museumsarbeit, kuratierte am Altonaer Museum weitere Ausstellungen und wurde dort Abteilungsleiterin.

1986 wechselte sie als Museumswissenschaftlerin in ein Museum, das noch gar nicht bestand: Das in der Gründungsphase befindliche Museum der Arbeit in Hamburg-Barmbek. Elisabeth von Dücker war zuständig für den Bereich Alltags- und Frauengeschichte und den ehrenamtlich tätigen ‚Arbeitskreis Frauen im Museum‘. Die Debatten drehten sich um die Erweiterung des traditionellen Arbeitsbegriffs, um die unbezahlte, gesellschaftlich wenig gewertete Hausarbeit, um Geschlechterrollen und Sammlungsstrategien.

Prostitution als Arbeitsplatz

Elisabeth von Dücker interessierte sich nicht nur für herkömmliche Erwerbsarbeitswelten, sondern auch für Themen, die nicht sofort ins Auge fallen:

Mir lag am Herzen, daran mitzuarbeiten, dass Museum nicht als traditioneller Musentempel funktioniert, sondern dass dort auch Neuland betreten, Perspektivwechsel erprobt wird, ein Dialog zwischen Jetzt und Zukünftigem stattfindet.

Also traute sie sich an das Thema Sexarbeit heran. Ausgangspunkt war das 2002 in Kraft getretene neue Prostitutionsgesetz, das die rechtliche Stellung von Prostitution als Dienstleistung regelt, um die rechtliche und soziale Situation von Prostituierten zu verbessern. Wie bei jeder anderen Arbeit ist es ihnen dadurch möglich, sozialversichert zu sein.

‘SEXARBEIT – Prostitution – Lebenswelten und Mythen‘ war wohl eine meiner zentralen Ausstellungen, habe ich doch unendlich viel dabei gelernt. Wir hatten eine ausgetüftelte Ausstellungsarchitektur in 14 Räumen auf 700 Quadratmetern. Man stand Schlange, um die Eröffnung im November 2005 zu erleben. – Elisabeth von Dücker

Wertschätzende Anerkennung

Ihre feministisch geprägte Arbeit wurde wahrgenommen und anerkannt. Seit 2008 ehrt der Hamburger Landesfrauenrat alljährlich eine Frau, die sich Verdienste um die Gleichberechtigung von Frau und Mann erworben hat. Allererste Preisträgerin war Elisabeth von Dücker.

Seit 2007 war sie im Ruhestand, was nicht heißt, dass sie nicht mehr arbeitete. Sie betreute seit Neustem auch eine Wanderausstellung mit Fotos und Texten über Hafenarbeiterinnen.

 

Hier kann der vollständige Artikel nachgelesen werden: http://www.bzw-weiterdenken.de/2020/01/liebe-zur-arbeit-der-frauen-die-museumskuratorin-elisabeth-von-duecker/

Elisabeth von Dücker

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