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Die Eizelle entscheidet mit

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Wie die Befruchtung einer menschlichen Eizelle vor sich geht, haben die meisten von uns im Biologie- oder Sexualkundeunterricht wohl ähnlich gelernt: Millionen von Spermien schwimmen auf eine wartende Eizelle zu – und das schnellste und fähigste Spermium befruchtet die Eizelle. Nun zeigt eine Studie eine neue Facette dieser Fortpflanzungsgeschichte auf: Darüber welche Spermien sie befruchten, entscheidet auch die Eizelle. 

In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Proceedings of the Royal Society B wurde diese Studie von Forscher*innen aus dem Vereinigten Königreich und Schweden veröffentlicht. Die Ergebnisse stießen auf ein großes mediales Echo.

Worum geht es in der Studie?

Das Forscher*innenteam untersuchte die Dynamik zwischen Eizelle und Spermien. Das Team sagt, dass es eine chemische Kommunikation zwischen dem weiblichen Fortpflanzungssystem, das die Spermien empfängt, und den eintreffenden Spermien des männlichen Partners gibt.

Menschliche Eizellen setzen Chemikalien frei, so genannte Chemo-Attraktoren, die Spermien zu unbefruchteten Eizellen locken. Wir wollten wissen, ob Eizellen diese chemischen Signale nutzen, um die Spermien auszuwählen, die sie anziehen,

sagte John Fitzpatrick, außerordentlicher Professor an der Universität Stockholm und Autor der Studie.

Diese Wahl der Spermien nach der Paarung ist bereits bei einigen Arten beobachtet worden. Diese Studie untersuchte ähnliche Befunde beim Menschen.

Bild: Pixabay
Was wurde untersucht?

Das Team stellte sich die Frage: Welche Auswirkungen hat die im weiblichen Fortpflanzungssystem vorhandene Follikelflüssigkeit auf die einströmenden Spermien? Das Team schrieb, dass diese Flüssigkeit in den Follikeln bestimmte Chemo-Anziehungsstoffe enthält, die die Spermien anziehen. Die Forscher*innen verwendeten follikuläre Flüssigkeiten des weiblichen Partners und setzten die Spermien diesen Flüssigkeiten aus.

Was wurde gefunden?

Es konnte festgestellt werden, dass sich die Anziehungskraft der Follikelflüssigkeit einer Frau auf Spermien verschiedener Männer unterschiedlich auswirkte. Dies deutete darauf hin, dass Eizellen durch Signale mitbestimmen von welcher Person sie befruchtet werden, auch wenn sich diese Wahl von der Partner*innenwahl der jeweiligen Person unterscheiden kann.

Je nach der Stärke dieses Signals konnten unterschiedliche Reaktionen der Spermien festgestellt werden. Die Spermien wurden langsamer, wenn die Follikelflüssigkeit nicht förderlich für sie ist.

Was folgt daraus?

Die Forscher*innen schrieben:

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Interaktionen zwischen menschlichen Eizellen und Spermien von der spezifischen Identität der beteiligten Frauen und Männer abhängen.

Fitzpatrick sagte, dass es eine chemische Unverträglichkeit zwischen den Spermien und der Follikelflüssigkeit geben könnte, die es für Paare schwierig macht, schwanger zu werden. Die Ergebnisse dieser Studie und das Verständnis darüber, wie die Spermien Eizellen befruchten, soll in Zukunft Paaren mit Unfruchtbarkeit helfen.

 

Judith Mittelberger

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