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Frauenmuseum | Museo delle donne

Kurioses über die Menstruation

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Für die Einen eine monatliche Plage, für die Anderen eine zyklische Reinigung des weiblichen Körpers: Die Menstruation. Aber wie viel wissen wir eigentlich darüber? Wie gehen Frauen, die in unterschiedlichen Kontexten tätig sind, damit um?

Menstruationsblut ist nicht gruselig und es wäre wohl an der Zeit, dass Menschen aufhören, sich vor einem biologischen Vorgang zu ekeln, der nicht nur natürlich ist, sondern auch offensichtlich regenerative Kräfte hat. In diesem Artikel listen wir einige Informationen rund ums Thema Menstruation auf, von denen Sie wahrscheinlich wenig oder gar nicht wussten.

  1. Die Menstruations-Blutbank

Menstruationsblut ist eine sehr wertvolle Ressource, die es verdient, gesammelt und genutzt zu werden, um unsere Gesundheit durch die darin enthaltenen Stammzellen zu verbessern. Stammzellen sind nämlich Zellen mit hoher Regenerationsfähigkeit, die sich in verschiedene Arten von reifen Zellen verwandeln können. Sie werden z. B. aus dem Knochenmark entnommen, um sie zur Regeneration von Organen und Geweben bei Krankheiten zu verwenden. Eine Studie hat gezeigt, dass aus 5 Millilitern Menstruationsblut gesunder Frauen genügend Stammzellen gewonnen werden können, um innerhalb von zwei Wochen, völlig funktionierende Zellen zu züchten. Menstruationsblut kann im Gegensatz zu anderen Arten von Stammzellen (wie z.B. jene aus Knochenmark) bequem mit Silikonbechern auf schmerzlose Weise entnommen werden und kann während der gesamten fruchtbaren Zeit des Lebens gesammelt werden.

Bisher gibt es einige internationale private Institute, die Menstruationsblut sammeln und aufbewahren, und es ist zu hoffen, dass mit dem Fortschreiten der wissenschaftlichen Forschung zu diesem Thema eine öffentliche Verwaltung entsteht, die es allen Menstruierenden ermöglicht, zu ihrem eigenen Wohlbefinden und dem der Gesellschaft insgesamt beizutragen.

  1. Menstruation im All

Als die erste US-Astronautin Sally Ride 1983 in den Weltraum flog, wurde sie vom Expertenteam der NASA gefragt, ob denn 100 Binden ausreichen würden, um ihre mögliche Menstruation im Orbit zu bewältigen. Die Astronautin antwortete, dass dies keine angemessene Zahl für eine breite Zeitspanne sei und das NASA-Team ging für ihre Unwissenheit in Bezug auf die Menstruationshygiene in diesem Jahr in die Geschichte ein. Mittlerweile hat die NASA Varsha Jain eingestellt, eine britische Physikerin, die als „Weltraum-Gynäkologin“ bekannt ist. Trotz dieser kompetenten Figur entscheiden sich Astronautinnen im Allgemeinen dafür, das Einsetzen der Menstruation bei Weltraummissionen durch hormonelle Methoden hinauszuzögern. Was wir diesem Fall jedoch entnehmen können, ist, dass selbst die NASA viel zu wenig über die Menstruation weiß und dass jegliche Tabus endlich gebrochen werden müssen.

  1. Männer und Menstruation

Vielen von uns, wird bereits im Jugendalter erzählt, die Menstruation sei nur ein Ärgernis, ohne dass die generative Wirkung des Menstruationszyklus überhaupt erwähnt wird. Der österreichische Psychoanalytiker Bruno Bettelheim lässt diese abschätzige Haltung auf den Neid der Männer auf die weibliche Blutungskraft zurück führen: „Es könnte sein, dass Schwangerschaft und Menstruation die Frauen so sehr erhoben haben, dass die Männer versuchten, der menstruierenden Frau Tabus und unangenehme Mythen aufzuerlegen“.

Diese Sichtweise könnte durch bestimmte Rituale in Stammesgemeinschaften in Australien, Südamerika, Afrika und auf den Fidschi-Inseln bestätigt werden, bei denen Männer Rituale praktizieren, die es ihnen ermöglichen, die Menstruation zu simulieren. Der Inselstaat Wogeo im südpazifischen Papua-Neuguinea ist sogar als „Insel der menstruierenden Männer“ bekannt. Die männlichen Einwohner versuchen hier nämlich die Menstruationsreinigung nachzuahmen, indem sie ihre Genitalien monatlich einschneiden, sodass sie während der Rituale Blut absondern und durch die entstehende Narbe der Vulva ähnlicher werden.

Auch wenn diese Fälle vielleicht weit entfernt sind, von unserer täglichen Erfahrung, können sie uns helfen, die Perspektive zu wechseln und zu verstehen, dass Menstruation eigentlich die Glorifizierung der weiblichen Fähigkeit ist, Leben und Heilung zu schenken.

Sarah Trevisiol

 

Photo by Vulvani – www.vulvani.com

@vulvani_

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