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Über mich und meine Vorbilder – Teil 2

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Junge Frauen bewegen die Welt. Ob in Politik, Klimaschutz oder sozialer Gerechtigkeit – Mädchen mischen sich ein und reden bei der Gestaltung der Zukunft mit. Zwei junge Frauen, die zurzeit ein Praktikum im Meraner Frauenmuseum absolvieren, stellen ihre Vorbilder vor und zeigen, was an diesen Frauen besonders inspirierend ist. Im ersten Teil hat Lisa Hager bereits über ihre Vorbilder geschrieben.

Heute berichtet Anna Schnitzer von ihren Vorbildern:

Über mich

Ich heiße Anna, bin 18 Jahre alt, wohne in Lana und besuche das Kunstgymnasium mit Fachrichtung Grafik in Meran. Ich liebe Tiere und die Natur und wenn ich in meiner Freizeit gerade nicht male, lese oder schreibe, dann findet man mich in den Bergen.

Kunst hat in meinem Leben schon immer einen großen Platz eingenommen. Ich liebe es mit meinen Händen zu arbeiten, dabei kann ich vom Alltagsstress abschalten und zur Ruhe kommen. Schon als Kind war ich immer am Malen und am Basteln, eine Leidenschaft die mich wahrscheinlich mein ganzes Leben lang begleiten wird.

Außerdem liebe ich es auf Flohmärkten zu stöbern, alte Gegenstände zu entdecken und mich zu fragen, welche Geschichten wohl dahinterstecken. Im Laufe der Zeit haben sich meine Flohmarktfunde angehäuft und in meinem Zimmer wimmelt es nur so von alten Bildern, analogen Kameras, einer Schreibmaschine, einem Plattenspieler, Briefmarken und vielem mehr.

Seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema Umwelt – und Klimaschutz sehr, deshalb gebe ich mein Bestes und lebe so nachhaltig wie möglich. Ich versuche Kleidung zweiter Hand zu kaufen, ernähre mich vegan und vermeide Verpackungen so gut es geht.

 

Wie ich zum Frauenmuseum gekommen bin

Zum Frauenmuseum gekommen bin ich durch eine Freundin und Mitschülerin, die im vergangenen Sommer im Museum mitgeholfen hat. Ich wollte etwas Neues ausprobieren, meinen Horizont erweitern und außerdem interessiert mich die Geschichte der Frau und ihre heutige Position in der Gesellschaft. Ich erlebe das Frauenmuseum als einen Ort an dem hinter die Kulissen geschaut wird, wo man Dinge lernen kann, die in keinem Geschichtsbuch stehen und in der Schule kaum angesprochen werden.

 

Meine jungen Vorbilder

Rupi Kaur

Foto: Joe Carlson, https://www.flickr.com/photos/vibc/35391745276/

Rupi Kaur ist eine indisch-kanadische Schriftstellerin und Poetin. Zum ersten Mal erregte sie Aufmerksamkeit im Jahr 2015 als sie ein Foto einer menstruierenden Frau auf dem sozialen Netzwerk Instagram veröffentlichte. Instagram löschte daraufhin den Beitrag. Für die junge Schriftstellerin ist es unfassbar, dass die natürliche Körperlichkeit der Frau nicht geduldet wird, jedoch zahlreiche, unter anderem explizit pornografische Darstellungen von Frauen schon.

Das Leben der 26-jährigen ist geprägt von Liebeskummer, Migration, Gewalt und Trauma – Themen, die sie in ihren Gedichten verarbeitet. Mit ihrem ersten Gedichtband milk and honey schrieb Rupi einen Bestseller. Ich denke es ist gerade ihre direkte, offene Art, welche so viele Leser*innen begeistert. Ich bewundere sie für ihren Mut, Themen anzusprechen, die in unserer Gesellschaft oftmals noch nicht hemmungslos diskutiert werden können.

Für mich ist Rupi Kaur ein Vorbild, weil sie die Dinge beim Namen nennt, sie hat keine Scheu vor Aspekten die vielen Mädchen und jungen Frauen vielleicht unangenehm sind. Außerdem begeistert es mich, wie sie es schafft, in ihren Texten so viel Stärke zu vermitteln.

How you love yourself is how you teach others to love you

― Rupi Kaur, Milk and Honey

You do not just wake up and become the butterfly – Growth is a process.

― Rupi Kaur, The Sun and Her Flowers

 

Carola Rakete

Carola Rakete ist eine junge Frau, die in letzter Zeit zahlreiche Diskussionen in den Medien hervorgerufen hat. Für die einen ist sie eine Heldin – für die anderen eine Kriminelle.

Die junge Kapitänin ist mit der „Sea-Watch 3“ und 40 Migranten an Bord im Juni 2019 unerlaubt in den Hafen der italienischen Insel Lampedusa eingefahren und wurde daraufhin festgenommen. Nun werden der 31-jährigen Beihilfe zur illegalen Einwanderung, Verletzung des Seerechts und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.

Ganze zwei Wochen hatte Rakete mit den Migranten vergeblich auf eine Erlaubnis zum Anlegen in Italien gewartet.

Verzweiflung und Not waren für Rakete jedoch wichtiger als die Erlaubnis des Staates, und um noch schlimmeres zu vermeiden, fuhr sie in den Hafen ein.

Für mich ist Carola Rakete ein Vorbild, weil sie gezeigt hat, dass Menschenleben wichtiger sind als alles andere. Sie hat das getan, was sie für richtig empfunden hat und ist dabei ein großes Risiko eingegangen.

 

Winnie Harlow

Foto: Georges Biard, Eigenes Werk https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Winnie_Harlow_Cannes_2018.jpg

Winnie Harlow ist ein kanadisches Model. Sie leidet unter einer Hauterkrankung, weshalb ihre Haut am Körper und im Gesicht weiße pigmentfreie Stellen aufweist. Früher wurde sie wegen ihrer Haut gemobbt, entwickelte Depressionen und hatte sogar Selbstmordgedanken. Heute hat Winnie aus ihrer Krankheit ihr Markenzeichen gemacht und ist international erfolgreich. Sie präsentiert sich und ihre Haut selbstbewusst in der Öffentlichkeit und wirbt für einen unverkrampften Umgang mit der Erkrankung.

An Winnie Harlow gefällt mir, dass sie ihren Weg trotz ihrer Krankheit durchgezogen hat. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen den Mut haben, sie selbst zu sein und dass unsere Gesellschaft endlich von dieser strickten Vorstellung des Schönheitsideals loskommt.

 

Anna Schnitzer

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