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Internationale Tage im Mai…

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Sie sind gesammelt vorzufinden im Mai: die Internationalen Tage rund um die Pflege der Mitmenschen – heute besser bekannt und umschrieben als „Care“, die personenbezogene Sorge um Menschen. Eine Arbeit, die zumeist von Frauen ausgeführt, schlecht, wenn überhaupt bezahlt, und wenig anerkannt wird. Warum sie also nicht mal in einem einzigen Beitrag zusammenfassen? Wir machen das und noch mehr: Der Monat Mai wird den Schwerpunkt rund um Mutterschaft und Care haben.

Foto: Pixabay

5. Mai – Internationaler Tag der Hebammen

Er wird seit 1991 an diesem Tag gefeiert und ist den Geburtshelf*erinnen gewidmet. Das Thema Geburt ist so aktuell wie noch nie. Davon erzählt auch die Erzähl-Café-Aktion „Der Start ins Leben“, bei denen nicht umsonst auch die deutschen Hebammen mitmachen.

Derweilen wurde das Hebammenwesen in Deutschland 2016 national anerkannt und im Frühjahr vorigen Jahres bei der UNESCO Kommission für die internationale Anerkennung als immaterielles Kulturerbe vorgeschlagen.

Lisa Reiche, Präsidentin von Hebammen für Deutschland e.V., meinte dazu:

In vielen Ländern droht das Hebammenhandwerk verloren zu gehen und muss dringend bewahrt werden, denn es schafft die Grundlage für einen gesunden Start ins Leben für Mutter und Kind. Die zunehmende Technisierung der Geburtshilfe und der Hebammenmangel in immer mehr Kliniken verändert die Art und Weise, wie Kinder geboren werden, eklatant, z.B. Anstieg der Kaiserschnittrate auf 33% in Deutschland. Die WHO empfiehlt eine Rate von 12, max. 15%.

Eine hoch aktuelle Gemeinschaftsausstellung der Frauenmuseen zu „Geburtskulturen“ ist darum nächstes Jahr in Planung.

 

Internationaler Tag der Pflege am 12. Mai

Foto: Pixabay

An diesem Sonntag ist nicht nur Muttertag, sondern auch der Internationale Tag der Pflege, von uns vor allem im schön zusammengestellten „Kleinen Kalender“ gefunden. Zugegeben, dieser Tag wurde nicht im Mai gewählt, damit er ins gleiche Monat wie der Muttertag fällt, sondern ist aufgrund des Geburtstags von Florence Nightingale (*12.5.1820-†13.8.1910), der Wegbereiterin der modernen Krankenpflege, ausgewählt worden.

Auch in diesem Beruf sind die Problematiken nicht so viel anders als bei den Hebammen. Es fehlt an Wertschätzung und Anerkennung. In Italien sind ca. 430.000 Menschen in diesem Beruf beschäftigt (die Zahlen stammen von linksnews24.it), d.h. auf 1000 Einwohn*erinnen fallen 7,1 Krankenpfleg*erinnen. Ein unbestritten wichtiger Beruf in unserer Gesellschaft, dem mehr als nur ein Tag des Dankeschöns gebühren sollte.

Muttertag

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Und last but not least der Muttertag. Er wurde 1914 in den Vereinigten Staaten eingeführt und hat sich bei uns in der westlichen Welt etabliert. Er wird jährlich am zweiten Sonntag im Mai gefeiert.

Bei uns ist es üblich, dass Kinder ihren Müttern zum Muttertag etwas basteln. Mutter wird oft mit Blumen beschenkt und oft auch zum Essen ausgeführt. Laut Wikipedia werden die Einnahmen in der Wirtschaft am Muttertag nur noch von Weihnachten in den USA übertroffen, währenddem vielerorts beim Blumenhandel die Einnahmen vom Valentinstag klein erscheinen lassen.

Früher von Faschismus und Nationalsozialismus vereinnahmt, heute kommerzialisiert und ein gutes Geschäft – das ist der Muttertag. Die Mütter selbst werden befeiert, doch das Gebären und Aufziehen in unserer Gesellschaft birgt ansonsten wenig Vorteile – weder finanzieller noch sonstiger Natur. Nach wie vor muss darum gekämpft werden, dass einer Mutter wenigstens die Rentenjahre anerkannt werden. Renten, die von Kindern gezahlt werden, die sie gebärt und aufgezogen hat.

Die gesellschaftliche Anerkennung ist auch ansonsten wenig greifbar. Gebären und Erziehen werden nach wie vor als Natur der Frau betrachtet. Gerade eine neueste Studie der Internationalen Arbeitsorganisation hat ergeben, dass die unbezahlte Arbeit vor allem von Frauen erledigt wird, und zwar im Schnitt von 41 Ländern – darunter 28 EU-Länder, die USA, China, Südkorea, Türkei sowie einige mittel- und südamerikanische Staaten – fast viereinhalb Stunden täglich ausmacht! Die damit in unserer Gesellschaft miteinherkommenden Benachteiligungen dementsprechend nicht ausgeräumt, wie es eigentlich in einer demokratischen, gleichberechtigten Gesellschaft zu erwarten wäre…

 

Dieses Jahr fiel in Südtirol sogar der Equal Pay Day auf den 3. Mai, dessen Ungerechtigkeit von ungleicher Bezahlung u.a. auch auf Care zurückgeht.

Diese Tage im Mai zeigen auf, wie wichtig das Thema „Care“ ist und wie viel vor allem in diesem Bereich noch zu tun ist. Vielleicht sollte deshalb in der heutigen italienischen Politik weniger auf alten Ehevorstellungen herumgeritten werden, sondern endlich einmal diese Arbeit aufgewertet, gewürdigt, unterstützt und finanziert werden!

Astrid Schönweger

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