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Wenn der Vater bei der Geburt nicht dabei sein kann

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Zwei Wochen vor der Geburt unseres Sohnes erhielten wir von Bekannten die Hiobsbotschaft, dass Väter für die Geburt ihrer Kinder und auch in den nachfolgenden Tagen des Wochenbettes das Krankenhaus nicht betreten dürfen. Zuerst hat mich diese Nachricht einige Tränen gekostet. Vor allem tat mir aber mein Freund leid, welcher diesen besonderen Moment, sowie die ersten Tage als Papa nun nicht live miterleben würde. Ich bin jedoch froh darüber, die Information bereits ein paar Tage vor der Geburt erhalten zu haben. So hatten wir als Paar die Zeit, uns an den Gedanken zu gewöhnen und die Nachricht erst einmal zu verdauen. Zum Zeitpunkt der Geburt war ich so bereits wieder ziemlich gefasst und hatte mich an den Gedanken gewöhnt, allein in das Krankenhaus zu gehen.

Als es dann soweit war, brachte mich mein Freund in die Erste Hilfe, wo wir uns voneinander verabschieden mussten. Ich wurde vom Personal des Krankenhauses auf die Station begleitet und hier von meinen beiden Hebammen Steffi und Martina während der gesamten Geburt sehr nett betreut. Vielen Dank an dieser Stelle euch beiden für die einfühlsame Begleitung! An diesem positiven Gefühl änderte sich auch nichts, als sich die Geburt sehr in die Länge zog. Als jedoch feststand, dass unser Sohn schlussendlich durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen musste, flossen erneut ein paar Tränen. In dieser Situation hätte ich mir besonders die Anwesenheit meines Freundes gewünscht! Die nächsten Tränen jedoch waren bereits Tränen der Freude und alle Sorgen und Ängste waren vergessen, als ich Gabriel endlich im Arm halten durfte und wir uns über Video bei dem frischgebackenen Papa melden konnten. Dieser hatte wohl inzwischen eine ziemlich schlaflose Nacht verbracht!

Als ich gerade mal die ersten Stunden im Zimmer der Station verbracht hatte, erreichte mich die Nachricht, dass auch meine Schwester in Kürze zu uns stoßen würde, um ebenfalls ihr Kind zu gebären. Schnell war dafür gesorgt, dass sie zusammen mit uns in einem Zimmer sein konnte. Und so war meine Freude groß, als sie mit dem kleinen Georg, meinem Neffen, das Zimmer betrat. Ich weiß dieses kleine Corona-Wunder sehr zu schätzen und möchte mich auch bei meiner Schwester bedanken, dass sie mir in den ersten Tagen, als ich mich in meinem Bett nur sehr schwer rühren konnte, eine große Hilfe war. Danke, Petra!

So verbrachten wir ein paar ruhige Tage im Krankenhaus gefüllt mit Video-Telefonaten mit der Familie und überaus netter Betreuung durch das gesamte Personal der Abteilung. Besuche an sich vermisste ich in dieser Zeit nicht, da ich mich so recht schnell von den Strapazen des Kaiserschnittes erholen konnte. Traurig war ich einzig darüber, dass mein Freund seinen Sohn in all diesen Tagen nicht sehen konnte. Als er uns schließlich abholen durfte und seinen Sohn vor dem Krankenhaus das erste Mal in den Arm nehmen konnte, waren wir als junge Familie endlich vereint und konnten die nächsten Tage zu Hause in vollen Zügen genießen.

Blicke ich nun einige Wochen nach der Geburt auf die Zeit im Krankenhaus zurück, so habe ich diese trotz Covid 19 sehr positiv in Erinnerung, was vor allem dem Personal des Krankenhauses und meiner Schwester zu verdanken ist!

Marion mit Vater Felix und Sohn Gabriel

Natürlich war die Enttäuschung groß, als wir 2 Wochen vor dem Geburtstermin unseres 2. Kindes erfahren haben, dass mein Mann mich nicht zur Geburt begleiten darf. Aber nach dem ersten Schock haben wir es akzeptiert und uns innerlich darauf vorbereitet. Ändern konnte man es doch nicht. Als es dann soweit war, hat mein Mann mich ins Krankenhaus gebracht und durfte mich bis zum Eingang begleiten. Beim Abschied hatte ich ein bisschen Mitleid mit ihm, dass er jetzt alleine nach Hause fahren muss und das 2. schönste Ereignis in unserem Leben nicht miterleben durfte.

Vor dem Kreissaal hat Hebamme Paola auf mich gewartet, sie war sehr nett und ich habe mich gleich gut aufgehoben gefühlt. Danke, Paola!!

Eine gute Stunde später war Georg da und die Freude war riesengroß. Mein Mann hat unseren 2 . Sohn per Videoanruf zum ersten Mal gesehen, als er eine halbe Stunde alt war. Wir freuten uns sehr.

Meine Schwester hatte 5 Stunden vorher entbunden und wir durften zu ihr und dem kleinen Gabriel ins Zimmer. So ein großes Glück erlebt man nicht jeden Tag!! Wunder gibt es eben doch… Wir hatte alle 4 zusammen 3 recht entspannte Tage auf der Geburtenstation.

Im Vergleich zum 1. Sohn empfand ich es angenehmer, da es nicht so voll von Besuchern war. Ich konnte mich besser erholen. Natürlich war es schade, dass mein Mann und mein Sohn uns nicht besuchen durften, dafür war die Freude zu Hause dann umso größer.

Von Covid 19 habe ich persönlich bis auf das Fiebermessen vor der Ersten Hilfe und den Mundschutz, den man auch auf der Station immer tragen musste, nichts mitbekommen. Alle waren sehr nett und wir haben uns gut aufgehoben gefühlt.

Unsere Kinder werden staunen, wenn wir ihnen später erzählen, in welcher besonderen Zeit sie geboren worden sind.

Danke an alle, die in dieser Zeit mit ihrer wertvollen Arbeit dazu beitragen, dass das Gesundheitssystem am Laufen bleibt. Und danke Paola für die Unterstützung bei der Geburt!

Petra mit Vater Robert und den Söhnen Jakob und Georg

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