Ernährung, Kräuter Frau & Familie, Erziehung Frau & Film Frau & Gesellschaft Frau & Gesundheit Frau & Mode Donna & politica Frau & Politik Frau & Schönheit Frau & Veranstaltungen Frau & Vorbilder Frau & Wirtschaft Frau des Monats La donna del mese Frauen & Kunst & Musik Haushalt & Wirtschaften im www aufgeschnappt Interviews Männer News ichfrau News im Frauenmuseum Rubrik Tante Rosa Rubrica zia Rosa Rund ums Lesen Zitat zum Montag

Shanghai – erste chinesische Eindrücke

0

Im Jahr 2015 hatte Marianne Wimmer bei ihrem Besuch im Frauenmuseum Meran eine Idee: Sie wollte die erste Frau sein, die weltweit alle Frauenmuseen besucht. Sie verlor nicht viel Zeit und startete bald ihre Besuche in Frauenmuseen rund um den Globus. In einer Reihe von Tagebucheinträgen wird sie uns hier über ihre Erfahrungen berichten. Im Herbst 2019 startete Marianne Wimmer eine Asienreise und besuchte das Frauenmuseum in Tokio, das ‚comfort women‘ museum in Seoul, das Frauenmuseum in Seoul und das Frauenmuseum in Taipeh. Heute folgt der Tagebucheintrag zum Frauenmuseum von X`ian, China.

Alle kennen sie, angeblich auch jene, die noch nie durch sie bummelten – die Nr. 1 der chinesischen Straßen, die Nanjing-Straße im Zentrum Shanghais. Nach dem Bummeln durch das sonntägliche Gedränge der landesweit bekannten Shoppingmeile, dem Flanieren entlang der Uferpromenade „The Bund“ mit Blick auf die Skyline des Shanghaier „Manhattans“ jenseits des Huangpu-Flusses und dem Geschiebe durch die Altstadt der Metropole, sehne ich mich nach etwas Ruhe und vor allem nach weniger Menschen. Wider Erwarten finde ich beides tatsächlich – im „People’s Park“. Obwohl auch hier einiges los ist, fühle ich mich wie in einer kleinen Oase, die mir Erholung bietet und in der ich unerwartet auf den chinesischen Heiratsmarkt treffe. Beim Blick auf die aufgespannten Regenschirme mit aufgeklebten Texten, denke ich als erstes an eine Demonstration. Später erfahre ich, dass es sich um Menschen handelt, die ihre Töchter bzw. Söhne bewerben, und sie verkuppeln wollen. Mit oder ohne Zustimmung ihrer Kinder – das variiert. Nicht alle wollen, trotz des Wunsches ihrer Eltern, heiraten. Speziell junge hochgebildete Frauen mit gut bezahltem Job ziehen ein ungebundenes Leben vor. Die Heiratswilligen unter ihnen scheitern häufig daran, dass die jungen Männer Frauen mit geringerer Ausbildung bevorzugen. Manche befürworten die Vermittlungstätigkeit ihrer Eltern, denn sie selber können für die PartnerInnensuche keine Zeit erübrigen, die im heutigen China selbstverständlich auch über Speeddatings und Datingplattformen betrieben wird. Mit ihrer Tätigkeit als analoge HeiratsvermittlerInnen folgen die KupplerInnen im Park einer Tradition, die in China lange Zeit Bestand hatte. Einige Tage später treffe ich auf den Heiratsmarkt aus alten Zeiten und seinen Vorstellungen von Schönheit im Frauenkulturmuseum in Xian:

Womens Culture Museum

Shanxxi Normal University

XIAN

http://wcm.snnu.edu.cn

Mit U-Bahn, Bus und freundlichen hilfsbereiten Menschen gelange ich problemlos zum Frauenmuseum. Dabei hilft jene Methode, die sich bereits vor 28 Jahren, während meiner ersten Chinareise, bewährte. Man lasse sich Namen und Adresse des gewünschten Zieles bzw. Bushaltestellen in chinesischen Schriftzeichen auf einen Zettel schreiben, den man der/dem BuschauffeurIn unter die Nase halten kann. Sicher und bestens beschützt durch einer Galerie Kameras gewährt mir das Drehkreuz samt Wachpersonal Zugang zum Campusgelände der Pädagogischen Universität. Wie viele solcher Überwachungsgeräte haben meinen Weg bis hierher wohl schon aufgezeichnet? Vor dem Gebäude mit der Aufschrift „Museum of Education“ erwarten mich zwei Studentinnen, die Englisch sprechen und mich durch die Ausstellung führen. Mit ihrer Hilfe erhalte ich einen groben Überblick über die dargebotenen Inhalte. Neben der Tradition der gebundenen Füße stellt eine von Frauen für Frauen geschaffene Schriftsprache einen weiteren Schwerpunkt des Ausstellungsgeschehens. Darüberhinaus gibt das Museum Einblick in Lebensgeschichten von Frauen verschiedener Epochen, in die Kulturgeschichte der Reproduktion, in das Kunsthandwerk von Frauen und einen Überblick über Hochzeitskleider aus allen Regionen Chinas. Mittels eines Skriptums, das ich geschenkt bekomme und den englischen Ausstellungstexten nehme ich nach der Führung die für mich interessantesten Teile noch einmal genauer unter die Lupe.

„Was sind Ihre Erwartungen, mit denen Sie hierherkommen?“ – Mit dieser Frage stimmen mich die beiden Studentinnen auf den folgenden Rundgang durchs Museum ein. Mit dem Stichwort „Lotosfüße“, das in meiner Antwort auftaucht, steigen wir ins Geschehen ein.

Lotosfüße im Wettbewerb um männliche Gunst

Je kleiner, desto besser die Chancen am Heiratsmarkt. Den Goldstandard erzielten Bräute mit Füßchen in der Länge meines Ringfingers – bis 7 cm; „silberne“ Füßchen durften 10 cm Länge nicht überschreiten; ab 12 cm wurden sie als „eisern“ bezeichnet. Unfassbar blicke ich zwischen den Bildern, die den Weg zu diesem Ideal nachvollziehen lassen, den ausgestellten Schühchen und meinen 24 cm langen Füßen hin und her. Beim Gedanken an die schrecklichen Schmerzen, die die Mädchen erleiden mussten, verzieht sich meine Mimik reflexartig schmerzverzerrt. Im Alter von 5 Jahren wurde begonnen, durch Binden und Bandagieren die Füße zu deformieren. Bäche, nein – Flüsse, nein – Ströme von Tränen müssen während der jahrelangen Prozedur, verbunden mit Knochenbrüchen und Quetschungen, Infektionen, Eiter und stinkendem verfaulendem Fleisch, geflossen sein. Nicht alle überlebten die Tortur – zirka 10 % starben an Sepsis. Obwohl dieses unmenschliche Vorgehen zum ersten Mal bereits im 17. Jahrhundert verboten wurde, setzte es sich bis ins 20. Jahrhundert fort. Zur Zeit Maos noch einmal generell verboten, hielt sich diese Tradition auf dem Lande weiterhin, wenn auch in viel geringerem Ausmaß. Meine Begleiterinnen erzählen mir, dass die letzten Lotosfüße in den 1980er-Jahren gesehen wurden.

Ein paar Schritte weiter und aufgrund der typisch verherrlichenden Gestaltung der Schaukästen in kommunistisch-sozialistischer Manier unübersehbar, befindet sich die Propagandaecke des Museums, wie ich sie bezeichne. Sie widmet sich dem Thema: Mao und die Frauen. Mao Zedong wird als Frauenbefreier und Förderer der Gleichstellung von Frauen und Männern gezeigt. Mit Sicherheit lässt sich feststellen, dass Mao mit seinen staatlich verordneten Ansichten großen Einfluss auf das Zusammenleben der Geschlechter nahm. Verwundert nehme ich zur Kenntnis, dass zwar auf das bereits erwähnte Verbot des Füßebindens hingewiesen wird, nicht jedoch auf das Verbot der Polygamie und der Zwangsehe. Frauen sollten ihren Ehemann selber auswählen und konnten die Scheidung einreichen. Im Mittelpunkt steht Maos Slogan „Half of the Sky“ („Die Hälfte des Himmels“), über den der große Vorsitzende seine Haltung transportierte, dass Frauen genauso gut wie Männer sind und tun können, was Männer tun. Es ist somit Maos Verdienst, dass nach dem 2. Weltkrieg, in den frühen 1950er-Jahren in der neu gegründeten Volksrepublik China (1949) Frauen ermutigt wurden, in allen Berufen Fuß zu fassen, auch in jenen, in denen aufgrund starker körperlicher Arbeit bisher nur Männer eingesetzt wurden, wie z.B. im Straßen-und Brunnenbau. „Im Gegensatz dazu“, lese ich im Museumstext, „wurden die Frauen nach dem Krieg in den entwickelten Ländern nach Hause geschickt, um den vom Krieg heimgekehrten Männern Platz zu machen.“ Um die Beweggründe dieser unterschiedlichen Vorgehensweisen auszuforschen, stellt man für beide Systeme am besten die Frage: Cui bono? Wem nützte es? Schade, dass die Museumstexte sehr kurz gehalten sind, meine engagierten Begleiterinnen nur geringe Englischkenntnisse besitzen und ich, bis auf drei Wörter, kein Chinesisch spreche. So erübrigt es sich, nachzufragen. Gerade im Zusammenhang mit der von der kommunistischen Partei verordneten Gleichbehandlung tauchen viele Fragen auf: Erhielten Frauen den gleichen Lohn wie die Männer? Wie wirkte sich die arbeitsmäßige Gleichberechtigung im Privaten aus? Die zweite Seite der Medaille bleibt im Museum ausgespart. In Büchern lese ich, dass Frauen nun die Doppelbelastung von Hausarbeit und Berufstätigkeit trugen und sich zusätzlich in der revolutionären kommunistischen Partei einbringen sollten. Obwohl die Vorgaben der Partei auch für die Männer galten, verschwendete Mao anscheinend keinen Gedanken an die zweite „Hälfte des Himmels“ für die Männerwelt. Zu Maos Terrorregime mit seinen Millionen Toten finde ich im Museum ebenso keine Hinweise. Mit Sicherheit hätten Frauen viel davon zu erzählen gewusst. Beispiele zur sogenannten „Red Embroidery“ („Rote Stickerei“), wie gestickte Maobilder, geben Zeugnis davon, dass die „revolutionäre“ Bewegung bis in die persönlichen Räume der Menschen vordrang. Dazu zählt auch das Verbot Maos an die Frauen, keine Frauenkleider mehr zu tragen.

Abbildung : Flagge der „Iron-willed girls“ („Mädchen mit eisernem Willen“)

Frauensolidarität in Geheimsprache

Kurvig, schlank, rhythmisch – keine horizontalen und nur wenige vertikale Linien, wie sie in der chinesischen Schrift Verwendung finden, jedoch eine Menge schräger Striche – so präsentiert sich das Schriftbild der Frauensprache aus der Region Jiangong, in der chinesischen Provinz Hunan. Aus welchem kulturellen Hintergrund heraus kreierten Frauen diese eigene Form der Verständigung, die nur innerhalb des weiblichen Geschlechts weitergegeben wurde und an den Männern vorbei geheime Botschaften transportierte? Was steckt hinter dieser Verschwörung der Evastöchter?

Üblicherweise bestand eine Gruppe verschworener Schwestern aus 7 Mitgliedern, quer durch alle Generationen, unabhängig von Herkunft, Abstammung oder Sozialstatus (ledig, verheiratet, …). Es schlossen sich jene zu Gruppen zusammen, die sich seelenverwandt fühlten, Gemeinsamkeiten in ihren Gedanken und Bestrebungen entdeckten oder Freude an gewissen Tätigkeiten empfanden. Sie versprachen einander, sich in lebenslanger Freundinnenschaft zu unterstützen und sich wie echte Schwestern umeinander zu kümmern. Schrieben sie sich Briefe, mussten diese in ihrer Geheimsprache abgefasst sein und durften nur von Frauen überbracht werden. In vielen Briefen äußerten sie ihren Unmut über ihre schlechte soziale Lage, das schlechte Ansehen der Frauen in der Gesellschaft und das damit verbundene harte Leben. Wenn sie schon ihrer schlimmen Situation nicht entkommen konnten, schrieben sie sich zumindest tröstende und beschwichtigende Worte, beklagten sich bei ihren Freundinnen, jammerten über ihr Schicksal, um es so zu lindern und erträglicher zu machen. Über das „Trostpflaster Sprache“ konnten sie sich über ihr Innenleben austauschen, ohne fürchten zu müssen, dass ihre Ehemänner davon erfahren. Diese geheimen Spuren hinterließen sie auf Papier, Fächern, Taschentüchern oder in mit Fäden gebundenen Büchern.

Neben den Briefen verfassten sie Lyrik, Lieder, Balladen, Gebete und Hymnen. Ebenso finden sich ihre Eidesformeln, mit denen sie ihre lebenslange Verbundenheit besiegelten, unter den Schriften. Aus besonders wertvollen Materialien gestalteten sie das „Gratulationsschreiben zur Hochzeit“, das am dritten Tag des Festes von den Freundinnen an die Braut übergeben wurde. In einem mit Faden gebundenen Buch, zwischen zwei Deckeln aus wertvollem Stoff oder aus Silber, befanden sich vorne die Wünsche und Hymnen an die Braut. Darauf folgten leere Seiten, die die Beschenkte nach der Heirat füllen konnte. Ihre Gedanken über dieses angeblich schönste Ereignis im Leben einer Frau formulierten sie auch in den sogenannten „Klageliedern“. Viele junge Frauen sträubten sich zu heiraten und drückten darin ihre Abneigung und ihren Widerwillen gegen die Hochzeit aus. Denn mit diesem Ereignis endete für viele Frauen das glückliche und relativ freie Leben in ihrer Herkunftsfamilie. Als Schwiegertöchter brachen oft schlechte Zeiten mit Einschränkungen und viel Leid an. Frauen, die die Geheimsprache schreiben konnten, waren von ihren Geschlechtsgenossinnen hoch geschätzt, denn sie spielten auch für die Unkundigen eine große Rolle, da sie das Schreiben für sie übernahmen.

Tabuthema „Sexualität“

Ob sich die verschworenen Schwestern über die Freuden und Leiden ihres Sexuallebens austauschten? Der Text, den ich in der nächsten Abteilung des Museums zum Thema „Reproduktion – Fortpflanzung – Kindersegen“, lese, spricht dagegen und klingt, als würde er noch heute Gültigkeit besitzen: „Entgegen der westlichen Tradition werden sexuelle Handlungen nie schriftlich weitergegeben oder in einem Gespräch abgehandelt. Anstelle dessen werden Symbole oder Dinge verwendet, die demonstrieren, wie es funktioniert.“ Angehörige der älteren Frauengenerationen bei uns hätten es wahrscheinlich als hilfreich empfunden, wären sie in die  zwischengeschlechtliche Sexualität zumindest auf chinesische Art eingeweiht worden. In einer Vitrine, gut geschützt vor Zugriffen, blicke ich auf ein exquisites Kunstwerk, geschnitzt aus Knochen. Geschlossen eine fischförmige Schatulle, präsentiert sie im offenen Zustand ein gut gehütetes Geheimnis: Paare beim Geschlechtsverkehr. Zieht die Tochter nach der Hochzeit von zuhause aus, stecken ihre Eltern ihr ein solches Etui in ihren Koffer, um als Ehefrau gut gerüstet in die Hochzeitsnacht zu schreiten.

Neben Menstruation, Geburt und Fruchtbarkeitsritualen finden sich ebenso Hinweise auf Mittel zur Verhütung bzw. Abtreibung. Eine alleinstehende Vitrine, gegenüber den Artefakten, die verwendet wurden, um Kindersegen zu erbittten, verspricht Besonderes. Sie enthält ein Stück Holz, von oben bis unten mit Schriftzeichen versehen – eine Druckvorlage aus dem Jahre 1911. Das Lesen der Beschriftung: „Ermahnung gegen das Ertränken weiblicher Babys“, weckt in mir die Erinnerung an die Ein-Kind-Politik Chinas, die von 1979 – 2015 dazu führte, dass weibliche Erstgeborene oft getötet oder ausgesetzt wurden, um – hoffentlich – im zweiten Versuch, den ersehnten männlichen Nachwuchs zu zeugen. Doch hier erfahre ich, dass Mädchen schon über Jahrhunderte vorher weniger wert waren als Buben. Wirtschaftlich betrachtet fielen sie unter die Rubrik „Kostenfaktor“, nicht wie ihre Brüder unter „Geldquelle“. Der Text ist es wert, gelesen zu werden, auch wenn er für Frauen Erschütterndes ans Tageslicht bringt. In eindringlichen Worten tritt der Autor, Cheng Zixing, ein Gelehrter der Qing- Dynastie (1644 – 1911), gegen die korrupten Bräuche der Kindstötung auf und will die Menschen überzeugen, das Leben zu respektieren: „Die Mädchen von heute sind die Mütter von morgen. Mütter, die heute Mädchen zur Welt bringen sind jene, die nicht von ihren Müttern ertränkt wurden……Wie kannst du nur dein eigen Fleisch und Blut ertränken, und wie so brutal sein, ohne Rührung zuzuschauen, wie deine Tochter den letzten Atemzug macht……..“.  Aus der Geschichte wissen wir, dass es speziell für Frauen lebensentscheidend ist, am richtigen Ort auf diesem Planeten und zur richtigen Zeit geboren zu werden. Mein großes Glück, stelle ich fest, war es, dass mein Geburtsort in Österreich lag. Denn auch bei uns erfreuten Mädchen im bäuerlichen Milieu in den 1950er-Jahren nicht jedes Vaterherz. Als Jugendliche erfuhr ich von meiner Mutter, dass mich mein Vater mit den Worten „Scho wieda a Mesch.“ (Klingt in Hochdeutsch eindeutig angenehmer: „Schon wieder ein Mädchen“), nicht aus dem Spital mit nach Hause nehmen wollte. Als Zweitgeborene enttäuschte ich mit meinem weiblichen Geschlecht den Wunsch nach dem ersehnten Hoferben. In jenen Regionen Chinas, in denen zwei Kinder erlaubt waren, mussten zweitgeborene Mädchen um ihr Leben fürchten, sofern es eine erstgeborene Schwester gab. Heute leben in China 24 Millionen mehr Männer als Frauen. Viele finden keine Ehefrau mehr und greifen in den ländlichen Gebieten auf Praktiken zurück, die Mao abschaffte. Zeitungen berichten von Frauenraub und Verschleppungen aus dem grenznahen Ausland oder vom Anwerben von Frauen aus anderen asiatischen Ländern. Trotzdem die Ein-Kind-Politik 2015 abgeschafft wurde, ist im Moment die Geburtenrate in China so niedrig wie seit 70 Jahren nicht, also zur Gründung der Volksrepublik im Jahre 1949. In Zahlen hört sich das besonders beeindruckend an: 2019 kamen insgesamt 14,6 Millionen Babys zur Welt, 500 000 weniger als 2018.

Abbildung : Mit dieser etwas „wild“ blickenden Figur wünscht die Familie der Braut Stärke, Robustheit und Widerstandsfähigkeit

Zum Durchschnaufen wende ich mich der Abteilung „Handarbeit“ zu. In der traditionellen chinesischen Gesellschaft, entfalteten Frauen ihre Talente vor allem im häuslichen Bereich. Neben den beeindruckenden Scherenschnitten und Web- und Stickarbeiten, faszinieren mich vor allem die fantasievollen Gebilde aus Brotteig, die zu verschiedenen Anlässen geschenkt wurden. Es gibt Kreationen für Mädchen bzw. Buben zum chinesischen Valentinstag, für Bräutigame und Bräute oder für Geburtstage von SeniorInnen, um ihnen Langlebigkeit zu wünschen.

 

Marianne Wimmer, Frauenmuseensammlerin

 

Vorschau auf den nächsten Blogbeitrag: China National Museum of Women and Children in Peking

 

Interessante Literatur zum Thema:

Bettine Vriesekoop: Mulans Töchter (Wie moderne Frauen das Gesicht Chinas verändern)

 

 

Leave A Reply