Browsing: Frau & Gesellschaft

Tokio –  Seoul – Taipeh – X`ian – Beijing – so klingen die Hotspots der Frauengeschichte, die ich auf meiner Asienreise im Herbst 2019 besuche: 6 Frauenmuseen in 3 bzw. 4 Ländern (Je nach politischer Weltanschauung zählt Taiwan zu China oder wird als eigenständiger Staat gesehen). Drei der besuchten Museen widmen sich einem Thema, das mir wenig bekannt war: den ‚Trostfrauen‘. Sie thematisieren die Kriegsverbrechen des japanischen Militärs, begangen an Abertausenden Frauen während der japanischen Invasion im pazifischen Raum im 20. Jhd. Diese Frauen mussten den japanischen Soldaten auf ihren Eroberungszügen in Asien für deren sexuelle Bedürfnisbefriedigung zur Verfügung stehen.

Wusstet ihr, dass die Heilige Corona eigentlich die Schutzpatronin des Geldes ist – aber auch in Seuchenzeiten angerufen wurde? Die Kulturwissenschaftlerin Dr. Ulrike Wörner beschäftigt sich in ihren Forschungen mit Kulturgeschichte und Bildforschung zu Frauen- und Genderthemen. Zum Festtag der Heiligen Corona gibt sie Einblicke in die Geschichte dieser Heiligen.

Wer ist die Heilige Corona?

Die heilige Corona ist eine Märtyrerin aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Der Festtag der Jungfrau und Märtyrerin ist am 14. Mai.

Mit großem Nachdruck haben sich die Wirtschaftsverbände für die rasche Wiederaufnahme der Tätigkeiten ihrer Interessensgruppen eingesetzt. Entsprechend betrafen die politischen Entscheidungen auf regionaler und staatlicher Ebene zur Covid-19 Phase 2 die Starttermine der verschiedenen Wirtschaftssektoren.

Viel zu spät im Blickfeld der Politik standen bisher die Bedürfnisse der Kinder nach sozialen Kontakten mit Gleichaltrigen, nach Bewegung und Spielen im Freien sowie ihr Recht auf Bildung. Ebenso vernachlässigt wurde die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für berufstätige Eltern. Nach zwei Monaten Lockdown sollen und wollen viele wieder zurück an ihre Arbeit. Doch was geschieht mit den Kindern, wenn Kitas, Tagesmütter, Kindergärten, Schulen geschlossen sind und Großeltern nicht zur Verfügung stehen?

Vergangene Woche hat der Landesbeirat für Chancengleichheit eine Kampagne gegen Gewalt an Frauen gestartet: „Wehrt Euch! Es gibt Hilfe-„, lautet der Aufruf. Hier teilen wir den Aufruf:

In der derzeitigen Ausnahmesituation und aufgrund der einschränkenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie droht ein Anstieg der häuslichen Gewalt. Angesichts der Ausgangsbeschränkungen sind Frauen in den eigenen vier Wänden vermehrt Gewaltsituationen ausgesetzt. Frauenverbände- und organisationen schlagen italienweit Alarm und appellieren an die Opfer, sich zur Wehr zu setzen und Gewalt auch in dieser Ausnahmesituation nicht einfach hinzunehmen.

Sie haben es wahrscheinlich auch schon erlebt: Lange Schlangen vor Geschäften, Menschen, die mit Konserven vollgepackte Einkaufswagen zum Auto schieben, leere Regale in Supermärkten. Besonders als die ersten Nachrichten vom Coronavirus in Südtirol kursierten, begann auch hier das so genannte Hamstern.

Das Phänomen des Hamsterns – als des Anhäufens von Vorräten – ist nicht neu, das hat es immer schon gegeben. Verena Amort von Rai Südtirol hat im April die Mitarbeiterin des Frauenmuseums, Hannelore Schettler zu diesem Thema interviewt:

21. März 1960, Südafrika: ein Offizier der südafrikanischen Polizei lässt im Township Sharpeville das Feuer auf friedliche Demonstranten eröffnen. Die Bilanz: 69 Tote und hunderte Verletzte.

Sie fragen sich, warum diese Informationen gerade heute wichtig sind? Was Sie mit ihnen anfangen sollen?

Die Antworten liegen im Kontext: zum einen dominierte 1960 in Südafrika das Apartheidregime, zum anderen waren die Demonstranten, die massakriert worden sind, Schwarze. Das Thema das wir damit aufgreifen und wozu wir im heutigen Beitrag schreiben ist: Rassismus. Anlass dafür ist der morgige 21. März, der 1966, mit Bezug auf eben dieses Massaker von Sharpville, von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Rassimsus erklärt worden ist.

Bildquelle: Wikimedia Commons

Doch was genau ist Rassismus und „rassistisch“?

Die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus erklärt es in ihrer diesjährigen Broschüre folgendermaßen:

Rassismus hat viele Gesichter

–   Rassismus zielt nicht nur auf Herkunft und Hautfarbe … sondern richtet sich auch gegen Religionen, Kulturen, Weltanschauungen […]

–   Rassismus ist kein weit entferntes Phänomen, das nur anderswo stattfindet … sondern ist täglich Realität auch bei uns in […] Europa.

–   Rassismus wird nicht nur von „den anderen“ ausgeübt … sondern auch wir selbst sind nicht frei von Vorurteilen und Ressentiments gegenüber anderen Menschen und Gruppen.

Angesichts der aktuellen Situation gibt’s heute anstatt dem Zitat zum Montag, drei Einsichten einer alten Weisen:

Meine Vinschger Oma war eine weise Frau. Einigen von euch ist sie bekannt durch die Vintschger Typenlehre, die ich in einem Buch 2011 veröffentlicht habe, und seitdem verbreite, aber sie hat mich in einem Weltbild erzogen, das mir angesichts der jetzigen Zeit wichtig erscheint, mit euch zu teilen.

Wir haben uns diese Woche gefragt: Was soll ein Südtiroler Blog, der sich rund um Frauenthemen dreht, überhaupt noch posten? Interessiert irgendjemanden zurzeit etwas Anderes als den Corona-Virus und seine Auswirkungen, gesundheitlicher, politischer, wirtschaftlicher oder sonstiger Natur? Also, was nun?

Seit gestern hat sich die Facebookkampagne, die ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen möchte, in den sozialen Medien verbreitet. Mehrere engagierte Frauen des Landesbeirates für Chancengleichheit, der Südtirols Sisters SuSIs und die Gleichstellungsrätin haben diese Kampagne gestartet und in vielen Kanälen der sozialen Medien verbreitet, um auf den entsetzlichen Mord an einer jungen Frau und Mutter zu reagieren und Solidarität zu zeigen.

Vorgestern Abend hat der Meraner Gemeinderat den Aktionsplan für die Gleichstellung von Frauen und Männern 2019-2024 einstimmig genehmigt. Es ist dies bereits der zweite mehrjährige Gleichstellungs-Aktionsplan der Stadt, der vom Referat für Chancengleichheit der Stadtgemeinde Meran in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Interessen-, Fokusgruppen und Vereinen ausgearbeitet wird. Im Jahr 2009 hat Meran als erste Gemeinde in Südtirol die Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene unterzeichnet und den Plan für 2013-2017 erstellt. Damit bekennt sich die Stadtgemeinde Meran seit nunmehr über 10 Jahren zum Grundsatz der Gleichstellung von Frauen und Männern und den damit verbundenen Verpflichtungen.

Wir freuen uns über die Verabschiedung des neuen Gleichstellungs-Aktionsplans 2019-2024 und werden sicherlich konstruktiv bei dessen Umsetzung mitarbeiten!

Frau & Vorbilder 0

Im Laufe dieses Monats haben wir so einige Listen angeschaut – die Frauenmeilensteine 2019 hier und hier, die mächtigsten und reichsten Personen der Welt von 2019, die einflussreichsten 10 Personen des vorigen Jahres aus verschiedensten Blickwinkeln, hier, hier und hier. Unseren Rundumblick beenden wir heute mit einer internationalen Umfrage: die am meisten bewunderten Frauen von 2019.

Frau & Vorbilder 0

Rankings sind im Internet beliebt – auch wir können uns ihnen nicht entziehen. Wir haben uns in diesem Monat schon einige angeschaut, darunter hier die Forbes Listen bezüglich der reichsten Leute der Welt, der mächtigsten Personen und dann auch der Frauen der Welt. Heute wollen wir euch eine andere Liste vorstellen, die eindeutig bislang zu unserer Lieblingsliste gekürt werden kann. Sie wurde nicht von Forbes, sondern von einem anderen amerikanischen Wirtschaftsmagazin, Leaders League, erstellt. Es geht um die 10 einflussreichsten Leute der Welt. An erster Stelle ist eine Frau zu finden.

Ein neues Jahrzehnt im 21. Jahrhundert hat in diesem Januar begonnen. Für uns ein Anlass zu schauen, wo die Frauen in der Weltgeschichte gesehen werden. Hier und hier haben wir mal die Frauenmeilensteine 2019 angeschaut, die z.B. die Washington Post weltweit aufgegriffen hat. Heute schauen wir uns die jährlich erscheinende Liste eines der erfolgreichsten englischsprachigen Wirtschaftsmagazins an: Forbes. Seit 2009 stellt Forbes eine „Liste der mächtigsten Leute der Welt“ auf. Unter den ersten 10 befindet sich dabei nur eine Frau, nämlich Angela Merkel auf dem vierten Platz. Die wird seit Jahren von Forbes als die mächtigste Frau der Welt eingeschätzt.

Die nächste Frau ist erst auf Platz 14, und zwar die britische Premierministerin Theresa May. Bei der Vergabe der Plätze wird das Ausmaß des finanziellen Kapitals oder eben über Menschen und der Einfluß auf die weltpolitischen Ereignisse eingeschätzt. Dass von 75 Plätzen 5 Frauen gegeben werden, sagt alles aus, nicht wahr?

Januar – eine Zeit, in der Zeitschriften, TV, Blogs auf das Jahr 2019 zurückblicken. #ichfrau hat sich gefragt, welche Frauen und Ereignisse als erinnerungswürdig betrachtet werden… Wir sind sehr fündig geworden, im englisch-, italienisch- und deutschsprachigen Raum und haben es für euch zusammengesucht und auch kommentiert. Dabei stießen wir auf den interessanten Bericht der Washington Post vom 27.12.2019. Es ist eine gute Zusammenfassung von all dem, was überall auf der Welt bezüglich Frauengeschichte 2019 geschah. Die Reporterin des Mittleren Ostens der Zeitschrift, Miriam Berger, hat einen guten Überblick geschaffen und 10 Schlüsselereignisse aufgezählt.

 

10 Frauenmeilensteine von 2019

1 Indien

Im Jahr 2019 gab es gleich im Januar ein frauenrelevantes Erlebnis (ichfrau berichtete): Frauen haben sich mit Protesten dagegen gewehrt, dass sie in Tempeln unerwünscht sind. Am 1. Januar haben die Frauen ewig lange Menschenketten vor den Tempeln gebildet und schließlich haben es zwei Tage danach zwei Frauen geschafft, in den innersten Teil des sehr besuchten Sabarimala Tempel in Südindien im Staat Kerala einzudringen.

Miriam Berger schreibt in der Washington Post:

Es war ein historischer Schritt im Kampf für die Frauenrecht und die religiöse Freiheit Indiens  [ …] Aber es hat seitdem auch einige Schritte wieder rückwärts gegeben.

1 8 9 10 11 12