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Am 25. November findet jährlich der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt. An diesem Tag finden weltweit verschiedene Aktionen statt. Doch das Thematisieren von Gewalt gegen Frauen sollte auch über diesen Tag hinaus immer wieder präsent sein.

Im heutigen Beitrag möchten wir euch daher auf eine Broschüre aufmerksam machen, die vor kurzem von der Rosa Luxemburg Stiftung herausgegeben wurde. Die 48 Seiten umfassende Broschüre „#keinemehr – Femizide in Deutschland“ erklärt den Begriff – der bei uns, aus dem Italienischen kommend, auch als femminicidio bekannt ist – und geht den Ursachen von Femi(ni)ziden nach.

Im Bild: Das Cover der Broschüre „#keinemehr – Femizide in Deutschland
Grafik: Lina Castellanos / re:ny

Von Femizid spricht man, wenn Frauen* und Mädchen aufgrund ihres Frauseins und/oder aufgrund von tiefliegendem Frauen*hass getötet werden. Der Begriff „Femizid“ steht für „jene gewaltsamen Tötungen von Frauen* […], die im Kontext ihrer generellen Abwertung und als Zuspitzung einer Vielzahl von geschlechtsbezogenen Gewaltformen gegen Frauen* begangen werden. Damit soll klargemacht werden, dass nicht jeder Mord an einer Frau* zwangsläufig ein Feminizid sein muss.

Mit #keinemehr (der gleichnamigen Initiative) stellt die Broschüre eine Verbindung zu anderen Bewegungen weltweit her, die sich gegen Femizide einsetzen. Seit 2015 gehen in Lateinamerika, vor allem aber in Argentinien unter der Losung „Ni una menos“ (Nicht eine weniger) hunderttausende Menschen gegen Femizide auf die Straße. Auch in Italien mobilisiert der Slogan „Non Una Di Meno“ (Nicht eine weniger) große Menschenmengen.

Diese Woche ist der neue Alchemilla-Kalender für das Jahr 2021 erschienen. Dies ist das 26. Mal, dass der frauenspezifischen Kalender in Südtirol herausgegeben wird. Ab sofort ist der Kalender auch im Frauenmuseum abholbar. Er liegt zur freien Entnahme auf unserem Info-Tisch im 2. Stock (der frei zugänglich ist) auf.

È tornato il calendario Alchemilla per il 2021. Per la ventiseiesima volta il calendario è stato elaborato e pubblicato dal gruppo Alchemilla. D’ora in poi il calendario può essere ritirato al Museo delle Donne di Merano. Si trova sul nostro tavolo informativo al secondo piano, che è liberamente accessibile.

Die Pressmitteilung verrät uns Folgendes zum diesjährigen Kalender:

Alchemilla beWEGt 2021

Foto: Judith Mittelberger

Sprache, Liebe, Politik, Beruf, Bildung, Medien, Gesundheit, Flucht, Wissenschaft, Finanzen, Trauer und Zeiten: Themen und Wege von Frauen sind sehr unterschiedlich und von unzähligen Entscheidungen und Verläufen geprägt. Frauenzentrierte Wegbeschreibungen und -hinweise, best-practice-Werdegänge von tollen Frauen und nützliche Netzwerkstationen in Südtirol haben die Alchemillen im neuen Jahreszeitbüchlein Alchemilla beWEGt 2021  zusammen getragen.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2020 hat der Landesbeirat für Chancengleichheit die Aktion „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte“ gestartet. Vom 25. November bis zum 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) werden kostenlos Brotsäckchen aus Papier in Bäckereien bzw. Lebensmittelgeschäften zahlreicher Gemeinden in Südtirol verteilt.

Sechs Stationen mit dem Bus, anschließend ebenso viele mit der U-Bahn – und dann: Exit B – Frauenmuseum. Vorbildlich. Wie es sich die ortsunkundige Reisende wünscht, findet sie den notwendigen Hinweis an passender Stelle, um im breiten Angebot an Möglichkeiten, den für sie vorteilhaftesten Ausgang beim Verlassen des Metrosystems zu erwischen. Nach einigen Metern über der Erde, von einem Paar aufmerksamer Augen als Ortsfremde gescannt, bietet mir eine Frau ihre Hilfe an und weist mir den Weg. Etwas versteckt in der zweiten Reihe, finde ich das riesige Gebäude, in dem sich das Frauenmuseum auf 6 Etagen über 35.000 m² ausbreitet, also auf zirka 7 Fußballfeldern:

China National Museum of Women and Children, No. 9, Beijige Road, Dongcheng District, Beijing / CHINA

Welchen wichtigen Platz Denkmäler im öffentlichen Raum einnehmen und, dass Frauen dieser Raum nicht selbstverständlich zugestanden wird, zeigte sich in den vergangenen Wochen in Berlin.

Vor fast einem Monat, am 28. September 2020 hat die AG „Trostfrauen“ im Korea Verband eine Friedensstatue in Berlin-Moabit errichtet. Die Statue zeigt ein kurzhaariges Mädchen mit geballten Fäusten auf dem Schoß und einem Vogel auf der Schulter.

Die Friedensstatue erinnert an die über 200.000 Mädchen und Frauen aus 14 Ländern, die vom japanischen Militär während des Asien-Pazifik-Krieges (1931- 1945) im gesamten asiatisch-pazifischen Raum als sogenannte „Trostfrauen“ sexuell versklavt worden sind. – Koreaverband

Beleidigungen, anzügliche Bemerkungen, Diskriminierung, übergriffige Handlungen, Anstarren, Drohungen, Anfassen, Gewalt, Herabwürdigung, Kränkung, Antifeminismus, sexuelle Belästigung – Sexismus im Alltag ist fast jeder Frau in irgend einer Form bekannt.

My daily sexism ist ein Projekt, das in Form einer virtuellen Ausstellung SEXISMUS in Südtirol und auch einige Beispiel darüber hinaus aufzeigen und sichtbar machen will.

Donna & salute 0

Der Welthungertag (ehemals Welternährungstag) am 16. Oktober soll auf die vielen hungernden Menschen in der Welt aufmerksam machen. Der Tag kann für verschiedene Aktionen rund um das Thema genutzt werden. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Hungersnöte den Menschen von Beginn seiner Geschichte begleiten. Die Gründe dafür waren und sind auch heute noch vielfältig.

Die UN Ziele 1 und 2 für nachhaltige Entwicklung sehen vor, dass die Völkergemeinschaft Armut und Hunger bis 2030 erfolgreich bekämpfen soll. Das ist eine immense Herausforderung, wenn wir bedenken, wie unterschiedlich die Ursachen für Hunger sein können. Armut und Hunger betrifft auch immer mehr Menschen, die in Südtirol und in anderen Wohlstandsgesellschaften leben.

Laut Definition der FAO tritt Hunger ein, wenn die tägliche Energiezufuhr für einen längeren Zeitraum unter dem Bedarf liegt, der für einen gesunden Körper und ein aktives Leben benötigt wird. Als Schwellenwert gelten 1800 kcal pro Person bei mäßiger Aktivität. Als Vergleich: in Deutschland stehen jedem Menschen mehr als 3.500 kcal zu Verfügung. Aber neben dem quantitativen spielt bei der Gesunderhaltung auch der qualitative Aspekt eine große Rolle. Ist die Ernährung nicht ausgewogen und vielfältig, steigt das Risiko krank zu werden.

Traurige Fakten für eine Welt, die Nahrung für alle hätte …

Donna & salute 0

Am besten beides.

Am 16. Oktober 1945 wurde die FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO gegründet. Seit 1979 findet an diesem Tag der Internationale Welternährungstag statt, um auf die weltweite Situation rund um Ernährungssicherheit und Hunger aufmerksam zu machen. Ein Aktionstag von dem einige von euch/Ihnen sicher schon gehört haben oder vielleicht sogar selbst schon aktiv waren.

Uns interessiert in Zusammenhang mit Ernährungssicherheit und Hunger nochmal gezielter die Situation der Frauen. Auf der UNO-Frauen-Weltkonferenz 1995 in Peking wurde der Internationale Welt-Landfrauentag (International Day of Rural Women) ins Leben gerufen. Dieser findet jedes Jahr am 15. Oktober, also einen Tag vor dem Welternährungstag statt. Ziel ist es die wichtige Rolle von Frauen und Mädchen in Zusammenhang mit Ernährungssicherheit aufzuzeigen, ebenso wie derzeitige Missstände anzuprangern. Frauen in ländlichen Gebieten machen nämlich ein Viertel der Weltbevölkerung aus.

Bildquelle: Pixabay

Welche Rolle spielen Frauen in Zusammenhang mit Ernährungssicherheit? Wie sicher ist der Zugang zu gesunder Ernährung für Frauen? Welche Rechte werden ihnen zugestanden? Welche verneint?

Als „Bäuerinnen, Feldarbeiterinnen und einfachen Landfrauen, [sind viele Frauen in ländlichen Gebieten] […] maßgeblich an der Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung beteiligt.“ Diese reicht von der Versorgung der eigenen Familie(ngemeinschaft) über die Produktion für eine Genossenschaft bis hin zur Beschäftigung bei Großkonzernen oder deren Zulieferern.

Donna & politica 0

„My voice, our equal future“ – das ist das diesjährige Motto des Welt-Mädchentags, der jedes Jahr am 11. Oktober in verschiedenen Ländern auf der Welt begangen wird. 2011 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, will der internationale Tag des Mädchens „auf die Belange von Mädchen und die Hindernisse, mit denen sie konfrontiert sind aufmerksam“ machen. Weltweit finden Projekte und Aktionen statt, die sich dafür einsetzen, dass Mädchen die gleichen Chancen erhalten wie Jungen.

Kritische Stimmen könnten nun fragen, warum es denn einen eigenen Welt-Mädchentag braucht. Es gibt ja immerhin schon einen internationalen Kindertag und einen internationalen Frauentag. Eine sehr gute Antwort gibt das Kinderhilfswerk Plan International Deutschland:

Die Antwort ist einfach: Trotz aller Fortschritte beachtet die Welt die Herausforderungen, mit denen Mädchen konfrontiert sind, viel zu wenig. Zum Beispiel gehen weltweit rund 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Barrieren, wie Frühverheiratung, Frühschwangerschaft und sexuelle Gewalt erschweren ihnen den Zugang zu Bildung und hindern sie, selbstbestimmt zu leben.

Die UN-Kinderrechtskonvention legt fest, dass Mädchen und Jungen dieselben, unveräußerlichen Rechte haben. Allerdings haben sie immer noch nicht dieselben Chancen: Im Verhältnis werden Mädchen häufiger diskriminiert und an ihrer freien, selbstbestimmten Entfaltung gehindert.

Frau & Vorbilder 0

„Schluss mit Stereotypen im Beruf. Zeit für neue Vorbilder!“ war der Titel der diesjährigen Impulstagung von Wnet – networking women, dem Netzwerk für Frauen im Berufsleben. Das Netzwerk beschäftigt sich im ganzen Jahr 2020 mit Stereotypen im Beruf und stellt (noch) untypische Berufsvorbilder in den Mittelpunkt. So war diese Tagung gleichzeitig der Abschluss der heurigen Technikerinnen-Tour durch Südtirol.

Im Jahr 2015 hatte Marianne Wimmer bei ihrem Besuch im Frauenmuseum Meran eine Idee: Sie wollte die erste Frau sein, die weltweit alle Frauenmuseen besucht. Sie verlor nicht viel Zeit und startete bald ihre Besuche in Frauenmuseen rund um den Globus. In einer Reihe von Tagebucheinträgen wird sie uns hier über ihre Erfahrungen berichten. Im Herbst 2019 startete Marianne Wimmer eine Asienreise und besuchte das Frauenmuseum in Tokio, das ‚comfort women‘ museum in Seoul, das Frauenmuseum in Seoul und das Frauenmuseum in Taipeh. Heute folgt der Tagebucheintrag zum Frauenmuseum von X`ian, China.

Den heutigen Beitrag beginne ich mit meinen eigenen Überlegungen. Seit Jahren beschäftige ich mich schon mit den im Titel aufgegriffene_n Fragen und Themen. Schon mit dem Konzept der Erbsünde konnte ich seit meiner Jugend wenig anfangen. In der biblischen Geschichte kommen Adam und Eva vor, der Garten Eden, Gott, ein Baum der Erkenntnis, dessen Früchte und eine Schlange. Der erzieherische Aspekt ist durchaus noch verständlich: Eine Zuwiderhandlung gegen das Verbot, vom Baum der Erkenntnis zu essen, bringt eine Sanktion mit sich. Aber die Bestrafung der gesamten Menschheit mit der Sterblichkeit? Das stand für mich in keinem Verhältnis zur verfehlten Tat zweier Personen.

Noch unverständlicher für mich war es, dass – wie ich später erfuhr – die gesamte Geschichte, laut einigen Kirchenlehren, sich eigentlich auf die Sexualität und die Lust bei der Zeugung bezog. Und Eva als die Verführerin zum Übel dargestellt wird. Um so viele Ecken hätte ich von selbst nie gedacht!

Mit der Zeit kam ich für mich persönlich zum Schluss, dass, sollte es so etwas wie eine Erbsünde geben, diese in (m)einem weißen, europäischen Kontext vielmehr mit der Geschichte der verschiedenen Kolonisierungen ab der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492 und der damit verbundenen Gewalt, Sklaverei, Unterdrückung und Diskriminierung zu tun haben könnte. Weder das Zuwinderhandeln gegen ein Verbot noch (Lust an) Sexualität erschienen mir Grund genug für eine Sanktion, der in vielerlei Hinsichten gewaltvolle Umgang mit Personen im Kontext der Kolonialismen allerdings sehr wohl.

Goyang City – Für einen Augenblick beschleichen mich beim Lesen der Adresse des Frauenmuseums Zweifel, ob ich in der richtigen Stadt gelandet bin. Kurz steigt der Stresspegel. Doch der Zusatz auf der Museumshomepage: „nicht weit vom Zentrum Seouls entfernt“, beruhigt mich wieder. Ich stelle fest, dass mich in etwa 16 km von meinem Zielort trennen und finde heraus, an welcher U-Bahnstation ich das weitverzweigte öffentliche Transportsystem verlassen muss. Um von dort zu Fuß den Gebäudekomplex, in dem einige staatliche Institutionen untergebracht sind, zu erreichen, benutze ich dann meinen „Google-Kometen“, der mir schon des Öfteren in der Fremde, wie der Sternenschweif Bethlehems den Hirten und Königen, die letzten Meter ans Ziel ausleuchtete.

The National Women’s History Exhibition Hall
(Ausstellungshalle Frauengeschichte)
50, Hwajung-ro 104 beon-gil,
Deogyang-gu, Goyang-si,
Gyeonggi-do,
SEOUL

Im mehrstöckigen Verwaltungsgebäude finden sich auf zwei Stockwerken die Räumlichkeiten des Frauenmuseums, das von der koreanischen Regierung 2002 gegründet wurde. Im Erdgeschoss, vor dem Eingang der Sonderausstellung, erwartet mich eine Mitarbeiterin Ki Kyehyeongs, der Museumsleiterin. Sie bringt mich in den 1. Stock, wo ich Kyehyeong treffe. In ihrer Begleitung beginnt meine 2  1/2 stündige Reise durch Koreas Frauengeschichte mit beeindruckenden Zahlen:

Unsere Dauerausstellung vermittelt anhand von 10 000 Artefakten die Geschichte der koreanischen Frauen über eine Zeitspanne von 5 000 Jahren, von der Frühzeit bis zur Gegenwart.

Es war ein ganz normaler Mittwoch im März, als ich im Radio von dem angekündigten Lockdown hörte. Zuerst freute ich mich über die Nachricht, denn wir dachten, der Lockdown würde nach zwei oder drei Wochen wieder vorbei sein. Doch als die Tage vergingen, wurde mir klar, dass dieser Mittwoch mein allerletzter Schultag gewesen war. Hier berichte ich, als (ehemalige) Schülerin der 5. Klasse im Kunstgymnasium Meran, über meine Erlebnisse im Corona-bedingten Lernumfeld.

Donna & bellezza 0

Den menschlichen Körper bedecken, einmal dichter, einmal weniger dicht, an vielen Stellen Haare und Härchen: vom Kopf, über Augenbrauen, Ohren, Nase, Oberlippe, Achseln, Arme, Rücken, Bauch, Intimbereich, bis hin zu den Beinen und Zehen. Je nach Körperregion hat die Behaarung eine unterschiedliche Schutzfunktion. Nichtsdestotrotz gilt, je nach Körperregion, das Dasein und die Sichtbarkeit von Haaren als: schön, erwünscht und erwartet, akzeptiert und toleriert, oder „ungepflegt“, „unhygienisch“ und tabu. Die Erwartungen sowie die Maßstäbe der Beurteilung sind dabei von Geschlecht zu Geschlecht, von Gesellschaft zu Gesellschaft und von Zeit zu Zeit sehr unterschiedlich – sie spiegeln das jeweilige Schönheitsideal. Eine „haarige“ Sache…

Bildquelle: Pixabay

Als in ihrer Existenz am wenigsten angezweifelt und vielmehr erwünscht, gilt die Kopfbehaarung. Was nicht heißt, dass diese keine Debatten und gesellschafltiche Verhandlungsprozesse mit sich gebracht haben. Die Länge bzw. Kürze der Haare, deren Farbe oder deren Verlust/Verschwinden standen und stehen immer wieder zur Diskussion.

Körperbehaarung an allen anderen Körperstellen hat es (heute) hingegen schwerer – vor allem in ihrer natürlichen, „unkontrollierten“ Form. Ganz besonders konfliktreich, aufgeheizt und von Ekel, Bestürzung und anderen Emotionen geprägt, werden die Diskussionen dann, wenn Haare auf den Beinen, unter den Achseln oder im Intimbereich zum Thema werden.