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Frauenmuseum | Museo delle donne

Afghanistan in aller Munde

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Was passiert in Afghanistan? Wie ergeht es den Menschen? Was passiert in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten? Wie kann den Personen geholfen werden? Und wie gestaltet sich die Situation der Frauen? Alles Fragen, die derzeit medial stark präsent sind und diskutiert werden.

Monika Hauser, die am 12.08.2021 in Meran zu Gast war, hat bei dieser Gelegenheit auch zur aktuellen Lage in Afghanistan und der Situation ihrer Kolleginnen dort gesprochen.

Monika Hauser in Meran.
Foto: Archiv Frauenmuseum, Meran

Auf der Webseite der  Organisation medica mondiale, die Monika Hauser gegründet hat, ist Folgendes zur aktuellen Situation in Afghanistan zu lesen:

Viele Aktivist:innen konnten in letzter Sekunde aus den Provinzen nach Kabul fliehen. So auch 90 unserer Kolleg:innen mit 300 ihrer engsten Familienmitglieder, die aus Herat und Mazar-i-Sharif nach Kabul gekommen sind. Sie berichten von Todesfällen in ihren Familien und fühlen sich in ihrem Leben bedroht.

Die Situation am Flughafen ist unübersichtlich und chaotisch. Er wird derzeit in Teilen von der US-Armee gesichert. Diese Sicherung soll durch weitere Militärs verstärkt werden. Taliban haben überall in Kabul Polizeistationen und andere Behördengebäude besetzt, Straßensperren und Check-Points errichtet. Von unseren Kolleginnen vor Ort hören wir, dass es nicht mehr möglich ist, sicher zum Flughafen zu gelangen.

Medica mondiale fordert daher die Bundesregierung auf, den Transport zum Flughafen und die Ausreise für Frauenrechtsaktivistinnen und ihre Familien zu ermöglichen und gegebenenfalls auch mit internationaler Unterstützung sicherzustellen.

Zur Zukunft der Arbeit von medica mondiale in Afghanistan schreibt die Organisation Folgendes:

Unsere regulären Projekte in Afghanistan mussten sie aufgrund der Sicherheitslage einstellen. Wir konzentrieren uns im Moment darauf, unsere Kolleginnen und ihre Familien zu unterstützen und sicher außer Landes zu bringen. […] Das kann bedeuten in Nachbarländer zu fliehen, anderweitig zu versuchen in sichere Staaten auszureisen oder in den Untergrund zu gehen, um sich und ihre Familien zu schützen und um sich vielleicht auf anderem Weg für Frauenrechte in Afghanistan einzusetzen. Egal was passiert, die Frauen müssen in ihren Vorhaben unterstützt werden. Wir werden dies uneingeschränkt weiter tun.

Die internationale Gemeinschaft und die Bundesregierung müssen auch in Zukunft alle politischen Wege nutzen, um Frauenrechte und Frauenrechtsaktivistinnen in Afghanistan zu unterstützen.

Ein ausführliches Interview mit Monika Hauser zur aktuellen Situation in Afghanistan findet man außerdem im Südtiroler Onlinemagazin barfuss. Um direkt zum Interview zu kommen klicke hier.

Photo Credits: Monika Hauser

In ihrem Vortrag auf dem Thermenplatz in Meran hat Monika Hauser unter anderem auch über ein Forschungsvorhaben in Südtirol gesprochen:

Derzeit arbeitet medica mondiale mit dem Frauenmuseum in Meran zu einem interdisziplinären Forschungsprojekt „Sexualisierte, geschlechtsspezifische Gewalt in Südtirol– Gründe, Ausmaß, Auswirkungen bis heute!“

Die somatischen und psychischen Folgen nach sexualisierter Gewalterfahrung können mannigfach und langanhaltend sein. Das Verschweigen und Verdrängen der Eltern- und Großelterngeneration hat die Auseinandersetzung mit der Realität sexualisierter Gewalt erschwert.

medica mondiale arbeitet seit Beginn an, also seit über einem Vierteljahrhundert, interdisziplinär. Der interdisziplinäre Ansatz ermöglicht die Inbetrachtnahme sämtlicher Realitäten von Frauen und Mädchen und eine ganzheitliche Unterstützung auf mehreren Ebenen, die aufeinander einwirken und nicht einzeln betrachtet werden können und sollen.

Wir wollen mit den Ergebnissen dieser Forschung zu Aufklärung, Aufarbeitung und Heilung beitragen.

Für ein besseres Leben, eine mutigere Politik und für weitere Schritte hin zur Vision einer gewaltfreien und geschlechtergerechten Zukunft.

Wir werden euch hier auf dem Blog auf dem Laufenden halten.

 

Sissi Prader & Yvonne Rauter

 

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