Monthly Archives: März, 2018

„Kunst ist mein versteckter Liebhaber“

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Unsere Frau des Monats März: Sieglinde Tatz Borgogno

Sie ist beides – Susy, die Verrückte und Sieglinde, die Perfekte. Die renommierte Bildhauerin Sieglinde Tatz Borgogno verrät uns, was Kunst für sie bedeutet und welche Lebensweisheit sie an junge Frauen weitergibt.

Sieglinde, wie bist du dazu gekommen, Künstlerin zu werden?

Kunst ist für mich atmen können! Frei sein können. Kunst ist mein großer versteckter Liebhaber, von dem eigentlich niemand etwas wissen sollte. In der Kunstschule in Graz bei Prof. Ulf Mayer und Prof. Szyszkowitz weigerte ich mich die Lehrstunden für Bildhauerei zu besuchen mit meinem Argument „das ist nichts für Frauen! Ich kenne nur große Bildhauer – Männer – und da kann und will und brauche ich nicht mitzumachen. Bildhauerei ist nicht Frauensache!“

Das Leben hat mir dann viele „Watschen“ gegeben und ohne, dass ich es wollte, bin ich das geworden was ich bin, bzw. was die anderen denken, meinen oder sagen.

Wie hat sich deine Kunst im Laufe deines Lebens verändert?

Meine Kunst hat sich überhaupt nicht verändert – nur die Techniken sind verschiedener Art geworden. Das hängt von Zeit und Raum und von finanziellen Mitteln ab.

Wie entsteht ein neues Werk?

Von der Tischlermeisterin zur Dogsitterin

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Unsere Frau des Monats Februar: Petra Kuppelwieser

Petra erzählt, wie sie beruflich nochmal ganz neu angefangen hat, von ihrer Leidenschaft für ihre vierbeinigen Kunden und von ihrem sozialen Engagement im Jugoslawienkrieg.

Petra, du bist gelernte Tischlermeisterin, was hat dich dazu gebracht diesen Beruf zu ergreifen?

Für mich war es naheliegend, weil mein Vater eine Tischlerei hatte. Schon als Kind habe ich in der Werkstatt mitgeholfen und mich dann als Jugendliche dazu entschlossen, die Ausbildung zur Tischlerin zu machen. Für mich war es ein schöner und kreativer Beruf, wobei es natürlich körperlich nicht ganz leicht war. 2002 habe ich so gemeinsam mit einer Freundin die Werkstatt von meinem Vater übernommen.

Als der Jugoslawienkrieg ausgebrochen ist hast du dich sozial engagiert. Wie ist es dazu gekommen?

Es war so, dass damals der Dekan bei uns im Dorf in Naturns, Georg Peer, eine Gruppe gegründet hat, mit dem Gedanken irgendwie zu helfen. Über diese Gruppe bin ich in Kontakt einer mit Frau gekommen, die gebürtig aus Sarajewo war, aber in Berlin lebte und in dieser Zeit die Bevölkerung in Jugoslawien stark unterstützt hat. Sie hat in Südtirol eine Vortragsreihe gehalten und war u.a. auch in Naturns. Es wurde klar, dass v.a. Hilfspakete für Flüchtlingslager gebraucht wurden. Ich habe die Organisation dieser Pakete übernommen, das heißt sie wurden an einem Ort gesammelt, dann auf LKWs geladen und in die Flüchtlingslager geliefert. Einige dieser Transporte habe ich persönlich begleitet und beim Verteilen der Pakete geholfen. Wir haben stets Wert darauf gelegt, dass wir die Pakete nicht einfach abladen, sondern dass wir sie selbst an Familien und Bedürftige verteilen.