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Frauenmuseum | Museo delle donne

Monthly Archives: August, 2025

Ein Leben für die Leinwand

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„Ein Kuss ist ein liebenswerter Trick der Natur, ein Gespräch zu unterbrechen, wenn Worte überflüssig werden.“

Ingrid Bergman wurde am 29. August 1915 in Stockholm geboren. Ihre Mutter Friedel Adler starb früh, und auch ihr Vater, ein Fotograf, verstarb, als sie 13 Jahre alt war. Sie wuchs daraufhin bei Verwandten auf und zeigte schon früh Interesse an der Schauspielerei. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Schauspielschule des Königlichen Dramatischen Theaters in Stockholm.

Ihr Filmdebüt gab sie 1935 in Schweden, doch der internationale Durchbruch gelang ihr mit dem Film „Intermezzo“ (1936). Hollywood wurde auf sie aufmerksam, und 1939 zog sie in die USA, wo sie sich durch ihre natürliche Ausstrahlung deutlich von anderen Stars abhob.
Einer ihrer bekanntesten Filme ist „Casablanca“ (1942), in dem sie an der Seite von Humphrey Bogart spielte. Sie gewann insgesamt **drei Oscars** und wurde 1999 vom American Film Institute als eine der größten weiblichen Filmlegenden ausgezeichnet.
Privat sorgte sie für Schlagzeilen, als sie sich 1949 in den italienischen Regisseur Roberto Rossellini verliebte, mit ihm drei Kinder bekam und ihren damaligen Ehemann verließ. Die Affäre löste in den USA einen Skandal aus, doch später wurde sie wieder vom Publikum gefeiert.
Nach der Scheidung von Rossellini heiratete sie 1958 den schwedischen Produzenten Lars Schmidt. Ihre Karriere setzte sie bis ins hohe Alter fort. Ihr letzter Film war **„Eine Frau namens Golda“ (1982)**, in dem sie trotz schwerer Krankheit brillierte.
Ingrid Bergman starb am 29. August 1982, ihrem 67. Geburtstag, in London an Krebs. Ihre Lebensgeschichte ist geprägt von künstlerischem Mut, persönlicher Unabhängigkeit und einer tiefen Leidenschaft für das Schauspiel.

Pionierin des modernen Frauenbergsteigens

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Jeanne Immink (geb. *Jeannette Friederike Hermine Diest*, 1853–1929) war eine niederländische Alpinistin und eine der ersten Frauen, die sich in der männerdominierten Welt des Bergsteigens einen Namen machten. Sie gilt als Pionierin des modernen Frauenbergsteigens – mutig, unkonventionell und ihrer Zeit weit voraus.

Geboren am 10. Oktober 1853 in Amsterdam, entstammte sie einer deutsch-jüdischen Familie. Im Laufe ihres Lebens entwickelte sie sich zu einer bemerkenswert vielsprachigen Persönlichkeit: Neben ihrer Muttersprache Niederländisch sprach sie fließend Deutsch, Englisch und Italienisch. Ihr Lebensweg führte sie schließlich nach Mailand, wo sie am 20. August 1929 verstarb.

Alpinistische Leistungen
Erste Frau, die schwere Felsrouten in den Alpen meisterte – u. a. am Ortler, an der Zugspitze und in den Dolomiten.
Erstbesteigungen und neue Routen, z. B. an der Kleinen Zinne (1893)
Überschritt das Matterhorn zweimal – von Breuil und von Zermatt aus und galt als Erfinderin des Klettergurts und trug als erste Frau Hosen beim Klettern, was damals als skandalös galt.

Persönliches Leben & Skandale
Heiratete jung den Lehrer Karel Immink und wanderte mit ihm nach Südafrika aus. Die Ehe scheiterte; sie hatte zwei Söhne – einer davon unehelich mit einem britischen Offizier.
Dank Alimentenzahlungen und geschickter Geldanlagen war sie finanziell unabhängig. Gab sich später als Witwe aus und lebte mit ihrem Sohn Luigi Immink in Italien.

„Die Liebe zu meiner Arbeit und die Hingabe an sie sind für mich die Grundlage des Glücks.“

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Gerty Cori war eine bahnbrechende Biochemikerin, deren Lebensgeschichte ebenso faszinierend wie inspirierend ist.

Gerty Theresa Cori (geb. Radnitz) wurde am 15. August 1896 in Prag geboren und starb am 26. Oktober 1957 in St. Louis, Missouri. Sie war die erste Frau, die den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt – und das 1947, gemeinsam mit ihrem Ehemann Carl Ferdinand Cori und dem argentinischen Physiologen Bernardo Houssay.

Gerty und Carl Cori entdeckten den sogenannten Cori-Zyklus – ein zentraler Mechanismus im Kohlenhydratstoffwechsel, bei dem Glykogen in den Muskeln zu Milchsäure abgebaut und in der Leber wieder zu Glukose aufgebaut wird. Diese Entdeckung war grundlegend für das Verständnis von **Diabetes** und anderen Stoffwechselkrankheiten.

Obwohl sie stets gleichberechtigt mit ihrem Mann forschte, wurde Gerty Cori oft diskriminiert. Viele Universitäten lehnten es ab, sie einzustellen, oder boten Carl nur dann eine Stelle an, wenn er versprach, nicht mit seiner Frau zusammenzuarbeiten. Sie arbeitete jahrelang ohne Gehalt oder nur als Assistentin, obwohl sie dieselbe Qualifikation wie ihr Mann hatte.

Nach dem Medizinstudium in Prag (1914–1920) und ihrer Heirat 1920 wanderten die Coris 1922 in die USA aus. Dort forschten sie zunächst am Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, später an der Washington University in St. Louis, wo Carl eine Professur erhielt.

Die Begründerin der modernen Krankenpflege

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Florence Nightingale wurde am 12. Mai 1820 in Florenz, Italien, geboren. Schon früh verspürte sie den Wunsch, Menschen zu helfen – gegen den Willen ihrer wohlhabenden Familie. Während des Krimkriegs (1853–1856) kümmerte sie sich aufopferungsvoll um verwundete Soldaten und wurde als „Dame mit der Lampe“ bekannt, weil sie nachts durch die Lazarette ging, um Kranke zu versorgen. Sie verstarb am 13. August 1910 in London, England.

Ihr Lebenswerk
Die Pflege im Krimkrieg
Während des Krimkriegs (1853–1856) reiste sie mit einem Team von Krankenschwestern in ein britisches Militärhospital in der Türkei.
Dort setzte sie neue **Hygienestandards** durch: verbesserte Belüftung, saubere Bettwäsche, regelmäßige Körperpflege.
Durch ihre Reformen sank die Sterblichkeitsrate von etwa 40 % auf unter 2 %.

Ausbildung und Institutionen
1860 gründete sie die **Nightingale School of Nursing** am St. Thomas’ Hospital in London – die erste Ausbildungseinrichtung für professionelle Pflege.
Sie trug maßgeblich dazu bei, Pflege als ehrenwerten und qualifizierten Beruf zu etablieren, insbesondere für Frauen.

Statistik und Gesundheitsreform
Florence war eine der **ersten Data Scientists**: Sie verwendete Diagramme (darunter auch das berühmte „Rosendiagramm“), um Zustände in Krankenhäusern zu veranschaulichen.
Sie nutzte diese Daten, um Regierungen und Öffentlichkeit zu **Gesundheitsreformen** zu bewegen.

Musik im Exil, Leben in Meran

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Natalia Pravosudovič (auch Natalja Michailowna Prawossudowitsch), geboren am 14. August 1899 in Wilna, war eine russische Komponistin, deren Lebensweg von den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und der Erfahrung des Exils geprägt war.

Ihr musikalisches Talent wurde früh gefördert: Am Sankt Petersburger Konservatorium studierte sie Klavier bei Wera Skrjabin und Komposition bei Sergei Ljapunow. 1925 schloss sie ihr Studium mit einem Diplom bei Alexander Glasunow ab, der ihr später eine Empfehlung für Arnold Schönberg ausstellte.

1928 zog sie nach Berlin, wo sie als Meisterschülerin Schönbergs an der Preußischen Akademie der Künste in Kontakt mit der musikalischen Avantgarde kam. Doch ihr Leben wurde durch persönliche und politische Tragödien erschüttert: Der Tod ihrer Mutter, die Verhaftung und Ermordung ihres Vaters unter Stalin und ihre eigene schwere Erkrankung führten sie 1931 zur Kur nach Meran – ein Aufenthalt, der zur lebenslangen Zuflucht wurde.

Frauen-EM 2025: Sichtbarkeit stärken – Gleichberechtigung fördern

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Englands Fußballerinnen haben ihren EM-Titel erfolgreich verteidigt. Das Team setzte sich am Sonntag im Endspiel des Turniers in der Schweiz gegen Weltmeister Spanien mit 3:1 im Elfmeterschießen durch. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 (0:1, 1:0) gestanden.

Der Frauenfußball wird immer populärer und ist inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In den vergangenen Jahren hat er eine beeindruckende Entwicklung genommen – von der vermeintlichen Nische zum sportlichen Aushängeschild. Die Stadien waren regelmäßig voll, und die Übertragungen stoßen auf großes Interesse.

Dennoch gibt es weiterhin strukturelle Hürden: Frauen im Sport erhalten noch immer seltener die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie verdienen – sei es in der medialen Sichtbarkeit, bei der finanziellen Unterstützung oder bei der Vereinbarkeit von Familie und Leistungssport.

Es braucht konsequent bessere Rahmenbedingungen im Frauensport: Equal Pay und Equal Play – also gerechte Bezahlung, gleiche Chancen und bessere Bedingungen.

Diese umfassen unter anderem:

  • gezielte Förderung geschlechtsspezifischer Trainingsmöglichkeiten
  • die Einführung eines Mutterschutzes für Leistungssportlerinnen

Es braucht starke Zeichen für Gleichberechtigung, Vielfalt und Fortschritt im Sport.

 

Altes Handwerk neu interpretiert

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Im Monat August stellen wir Euch in unserer Rubrik „Frau des Monats“ eine Frau vor, die einer besonderen Leidenschaft frönt, nämlich dem Kreuzstich. Einst zur Grundausbildung junger Mädchen gehörend, mit der Zeit dann mit Großmüttern und deren häuslichen Tätigkeiten assoziiert, verschwand diese alte Handwerkstechnik zunehmend aus dem Alltag.

Dass Kreuzstich aber viel mehr kann, als romantisch und verspielt zu sein, Präzision und Geduld fordert und der ideale Nährboden für Kreativität sein kann, beweist Almut Surmann, Bibliothekarin in der Stadtbibliothek von Meran, mit ihren Arbeiten.

Im folgenden Interview erzählt uns Almut Surmann ein wenig mehr über ihre Passion, aber auch ihre Gedanken zum Frau-Sein und was ihre Kraftquellen sind.

Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich heiße Almut Surmann, Jahrgang 1963, wohne in Bozen und bin bekennende „stickende Bibliothekarin“! Meine Kindheit verbrachte ich in Münster (Westfalen), die Jugend in Bonn. Zunächst habe ich Fremdsprachensekretärin gelernt mit Auslandsaufenthalten in Paris und London. Über den zweiten Bildungsweg folgte Abendabitur und danach ein Fachhochschulstudium Bibliothekswesen in Köln und New York (Fulbright-Stipendium). Eine Ministeriumsbibliothek ließ mich zwei Jahre zwischen Bonn und Berlin pendeln, bevor ich mich in Köln für die Ewigkeit niederlassen wollte. Es kam alles ganz anders, ich wurde in Südtirol sesshaft und arbeite seit 2003 als Bibliothekarin in der Stadtbibliothek Meran.