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„Die Liebe zu meiner Arbeit und die Hingabe an sie sind für mich die Grundlage des Glücks.“

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Gerty Cori war eine bahnbrechende Biochemikerin, deren Lebensgeschichte ebenso faszinierend wie inspirierend ist.

Gerty Theresa Cori (geb. Radnitz) wurde am 15. August 1896 in Prag geboren und starb am 26. Oktober 1957 in St. Louis, Missouri. Sie war die erste Frau, die den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt – und das 1947, gemeinsam mit ihrem Ehemann Carl Ferdinand Cori und dem argentinischen Physiologen Bernardo Houssay.

Gerty und Carl Cori entdeckten den sogenannten Cori-Zyklus – ein zentraler Mechanismus im Kohlenhydratstoffwechsel, bei dem Glykogen in den Muskeln zu Milchsäure abgebaut und in der Leber wieder zu Glukose aufgebaut wird. Diese Entdeckung war grundlegend für das Verständnis von **Diabetes** und anderen Stoffwechselkrankheiten.

Obwohl sie stets gleichberechtigt mit ihrem Mann forschte, wurde Gerty Cori oft diskriminiert. Viele Universitäten lehnten es ab, sie einzustellen, oder boten Carl nur dann eine Stelle an, wenn er versprach, nicht mit seiner Frau zusammenzuarbeiten. Sie arbeitete jahrelang ohne Gehalt oder nur als Assistentin, obwohl sie dieselbe Qualifikation wie ihr Mann hatte.

Nach dem Medizinstudium in Prag (1914–1920) und ihrer Heirat 1920 wanderten die Coris 1922 in die USA aus. Dort forschten sie zunächst am Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, später an der Washington University in St. Louis, wo Carl eine Professur erhielt.

Erst mit dem Nobelpreis 1947 wurde Gerty Coris wissenschaftliche Leistung offiziell gewürdigt. Sie wurde zur **Professorin für Biochemie** ernannt – ein historischer Schritt für Frauen in der Wissenschaft.

 

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