Blog vom Frauenmuseum Il Blog del Museo delle Donne
Frauenmuseum | Museo delle donne

„Ich will mich nicht verschlingen lassen.“ *

0

Andreina Ardizzone Emeri war eine bedeutende Südtiroler Juristin, Feministin und Politikerin, deren Leben von Engagement für soziale Gerechtigkeit und Frauenrechte geprägt war.

Geboren am 1. Februar 1936 in Bozen, studierte sie Rechtswissenschaften in Rom und Mailand und arbeitete später gemeinsam mit ihrem Mann Claudio Emeri als Anwältin. Sie spezialisierte sich auf Familien- und Arbeitsrecht, setzte sich für Gewerkschaften sowie Arbeiter:innen ein und bot kostenlose Rechtsberatung für Frauen an – ein damals visionäres Angebot.

Ihr feministisches Engagement begann früh: 1971 gründete sie die Gruppe Aleksandra Kollontaj, ein hierarchiefreies Kollektiv, das für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung kämpfte. Zwei Jahre später wurde sie Präsidentin der AIED-Frauenberatungsstelle in Bozen, wo sie unermüdlich für Abtreibungsrechte, Frauenhäuser und soziale Unterstützung für Frauen eintrat.

1983 wurde sie als Vertreterin der „Alternativen Liste für das andere Südtirol“ in den Südtiroler Landtag gewählt. Gemeinsam mit dem Aktivisten Alexander Langer brachte sie frauenspezifische Themen in die Landespolitik ein und legte den Grundstein für die gesetzliche Anerkennung von Frauenhäusern in Italien – eine Regelung, die nach ihrem Tod 1989 verabschiedet wurde.

Ihr Leben endete tragisch und poetisch zugleich am 30. Juli 1985 während einer Reise am Nordkap in Norwegen – mit einem Buch auf den Knien und dem Blick aufs Meer.
Ihr Vermächtnis lebt weiter: Eine Straße in Bozen trägt ihren Namen, ihre Tochter Valentina hält ihre Gedanken in Lesungen lebendig, und die Fondazione Langer veröffentlichte 2005 eine Sammlung ihrer Texte und Erinnerungen unter dem Titel „Andreina: Scritti e ricordi“.

Andreina mit Tochter Valentina, Weihnachten 1980

Andreina Emeri war eine Frau mit Intellekt, Herz und unbeirrbarem Mut, deren Wirken weit über die Grenzen Südtirols hinausstrahlt. Sie bleibt ein Vorbild für feministische und soziale Bewegungen – damals wie heute.

„Die Erinnerung an meine Mutter lebt in meinen Enkeln weiter, obwohl sie sie nie kennengelernt haben. Giorgia, Micheles Tochter, hat während ihrer Schulzeit ein Schreiben über Feminismus und ihre Großmutter Andreina verfasst und natürlich auch ihr gewidmet. Ginevra, Claudios Tochter hat Jura studiert und hat ihre Abschlussarbeit über Arbeitsrechte, die auch ihrer Großmutter Andreina so wichtig waren, geschrieben und ihr gewidmet.“ Valentina Emeri.

*Ausdruck ihrer Selbstbestimmung und Stärke

Comments are closed.