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Robotik-Kurs für Mädchen

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Kompetenzen, die digitale Welt zu verstehen und auch mitgestalten zu können, werden in Zukunft für uns alle immer wichtiger. Trotzdem bringen wir Begriffe wie Robotik, programmieren und künstliche Intelligenz nicht unbedingt in Verbindung mit Mädchen. Oft steht dem Interesse von Mädchen an MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) vielleicht nur eine fehlende Gelegenheit, Anstoß oder Vorbild im Weg. Die urania meran hat deshalb diesen Sommer etwas ganz Besonderes im Programm: einen Robotik Kurs für Mädchen.

Vorstellungskraft, Planungsvermögen, Improvisation und logisches Denken braucht es, um aufbauend auf dem LEGO-Baustein EV3, einen funktionstüchtigen Roboter zu bauen. Diese Eigenschaften haben auch Mädchen und vielleicht können sie sie gezielter einsetzen, wenn sie nur unter sich sind. In diesem Kurs können Mädchen ihre Kreativität und ihr technisches Wissen frei entfalten und sich davon überzeugen, dass man einen Roboter auch zum Tanzen bringen kann.

Wir haben Walter Bernhard, den Kursleiter, dazu befragt:

Walter Bernhard, Foto: Privatbesitz
Worum geht es in dem Kurs?

Den Teilnehmerinnen werden am Beispiel des programmierbaren Lego-Bausteins EV3 die Grundlagen der Robotik vermittelt.

Sie erfahren, dass Roboter über Sensoren Informationen aus der physischen Welt aufnehmen und dass diese in Programmen verarbeitet werden, welche die Roboter dann mit Hilfe von Motoren steuern.

Der Lernprozess erfolgt nicht anhand von theoretischen Erklärungen sondern auf der Basis praktischer Anwendung nach dem Schema: gestellte Aufgabe analysieren – geeigneten Roboter bauen – Roboter programmieren und ausprobieren.

Warum ein Robotik-Kurs speziell für Mädchen?

Bei einem für alle ausgeschrieben Kurs fühlen sich Mädchen kaum angesprochen und die wenigen die sich angesprochen fühlen trauen sich nicht am Kurs teilzunehmen, weil sie denken gegenüber den Buben im Nachteil zu sein.

Außerdem besteht in einem Kurs mit mehrheitlich Buben die Gefahr, dass diese bestimmend sind und ihre Interessen durchsetzen.

Warum ist es so wichtig, Mädchen für MINT-Fächer zu begeistern?

Unsere Welt ist von Technik geprägt und Kenntnisse im naturwissenschaftlich-technischen Bereich erhöhen unser kritisches Urteilsvermögen und unsere Selbständigkeit. Außerdem sind Menschen mit naturwissenschaftlich-technischer Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt gefragt und können daher meist unter mehreren gut bezahlten Arbeitsangeboten wählen.

Bessere Kenntnisse im MINT-Bereich sind somit auch ein Schlüssel zur Chancengleichheit.

Haben Sie bereits Erfahrungen in Kursen zum Thema Technik für Mädchen gemacht?

In meiner langjährigen Tätigkeit als Physiklehrer an der TFO habe ich zwar nur relativ wenige Mädchen unterrichtet, aber diese waren im Durchschnitt eher besser als die Buben.

Das hängt aber sicher auch damit zusammen, dass Mädchen besonders motiviert sind, wenn sie die TFO besuchen. An meinen Roboter-Kursen hat bisher nie ein Mädchen teilgenommen.

Was ist die Roberta Initiative?

Roberta ist ein Ausbildungskonzept, das von der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt wurde, um bei Kindern und Jugendlichen – insbesondere auch bei Mädchen – Interesse für Technik, Naturwissenschaften und Informatik zu wecken.

Es werden Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt und das Open Roberta Lab bietet eine einfache Programmierumgebung für verschiedene Robotersysteme.

 

Nähere Informationen zum Kurs und zur Anmeldung hier.

 

Interview: Judith Mittelberger

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