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Frauenmuseum | Museo delle donne

„Ich unterhalte einfach gerne“

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Heute dürfen wir in unserer Rubrik #Bloggerin Viola Eigenbrodt vorstellen, Schriftstellerin, freie Journalistin, Dozentin für Kreatives Schreiben und natürlich Bloggerin. Sie erzählt, wie sie als Bundesdeutsche eine Bindung zu Südtirol aufbaute, wie daraus ihre Merankrimis entstanden und warum ihr Frauenthemen so wichtig sind.

Magst du dich uns kurz vorstellen?

Ich heiße Viola Eigenbrodt und bin Schriftstellerin, freie Journalistin und Dozentin für Kreatives Schreiben. Da ich vor etlichen Jahren schon einen Schreibworkshop speziell für Kinder entwickelt habe, er nennt sich „Tausend und meine Geschichte“, verbringe ich häufig einen Teil der Sommerferien mit fabulierlustigen Kindern. Denn die Volkshochschulen bieten ihn als Ferienprogramm an und ich arbeite ausgesprochen gerne mit Kindern.

Geschrieben habe ich bisher ein Buch mit skurrilen Märchen, das der Meraner Künstler Peter Verwunderlich illustriert hat, zwei Regionalreiseführer um die Stadt Heidelberg herum, in der ich lange lebte, drei  Merankrimis und eine freche und dennoch tiefgründige Frauenkomödie.

Als Journalistin bin ich schon sehr lange unterwegs, hauptsächlich im kulturellen Bereich. Einige Jahre davon habe ich für die „Südtirolerin“ über Vernissagen, Konzerte, Buchvorstelllungen etc. in Meran berichtet und einige Künstlerporträts verfasst.

Wie ist dein Bezug zu Südtirol entstanden?

2006 bin ich mit meiner Familie nach Meran gezogen. Mein Ex-Mann erfüllte sich damit als Fotograf und Grafiker einen Herzenswunsch und ich dachte, ich könnte dadurch eine Ehe retten. Das gelang nicht, denn einen Alkoholiker rettet nur die Erkenntnis, in den Entzug zu gehen. Das war mir damals noch nicht klar. Last not least galt es zu entscheiden, ob drei Menschen untergehen oder einer. Ich entschied mich für das Leben meines Sohns und mir und verließ Südtirol 2012. Das ich sehr lieb gewonnen hatte. Aber es ging nicht anders, die Distanz musste sein. Er folgte uns dann zwar, aber der erste gute und tiefe Schnitt war gemacht.

Meine Bindung, die durch einige feste Freundschaften keimte und vertieft wurde, an Land und Leute, an ihre Eigenarten, ihren in meinen bundesdeutschen Ohren lustigen Dialekt (ja, ich weiß Dialekte) hat die Idee, mich mit den Merankrimis zu bedanken, entstehen lassen.

Worüber bloggst du?

Mein Blog ist Bestandteil meiner Webseite, die ich voll und ganz meinen Buchprojekten gewidmet habe. Auf dem Blog wechsle ich ab mit Anekdoten meiner jetzigen Heimat Leonberg bei Stuttgart und Wissenswertem aus Meran.

Seit wann gibt es deinen Blog?

Die Webseite habe ich seit fast zwanzig Jahren, allerdings wurde sie immer mal wieder völlig neu aufgemöbelt. Das integrierte Blog gibt es seit gut zehn Jahren.

Wie gehst du vor? Wo findest du Ideen? Wie oft veröffentlichst du etwas auf deinem Blog?

Meine Blogbeiträge haben sich im Laufe der Jahre sehr geändert. Am Anfang waren sie eher Kommentare zum Tagesgeschehen, philosophische Gedanken, die häufig den Weg zu einer selbstbestimmten Welt im Fokus hatten, dann später Überlegungen zum Thema Buch allgemein, und immer wieder Anekdoten. Ich unterhalte einfach gerne.

Inwiefern sind dir Frauenthemen wichtig und gehst du darauf ein?

Für eine Frau kann es kaum ein wichtigeres Thema geben, meiner Meinung nach. Durch die Arbeit mit den Kindern kann ich gut erkennen, wie sich das Selbstbewusstsein von Mädchen in den letzten Jahren verändert hat und das begrüße ich sehr. Selbstverständlich sind wir noch lange nicht da, wo wir sein sollten. Erst wenn es z.B. irgendeinem Boulevardmagazin keine müde Zeile mehr wert ist, dass eine Frau bei F 1 mitfährt, geht es in die richtige Richtung. Aber vieles ist definitiv besser als noch vor vierzig Jahren.

In meinen Merankrimis versuche ich  in der Sparte Unterhaltungsliteratur, denn meine Krimis sind sogenannte „Cosy-Krimis“, also keine Schlachtplatten, schon gar keine Thriller oder Horrorgeschichten, manchmal kritische Gedanken mit einfließen zu lassen.

Es geht um typische Frauenphänomene wie still zu halten, auch bei seelischer Misshandlung, oder bei einer Kommissarin um eine seltene Reaktion auf ein Kosmetikum, die sie beinahe durchdrehen lässt, während alle anderen denken, sie wäre „einfach nur“ in den Wechseljahren.  Eine wunderhafte Kräuterkennerin, die „Hexe vom Sonnenberg“ spielt eine Rolle. Eine geheimnisvolle Frau, die schon bei ihrem ersten Auftreten alle nur durch ihre Präsenz gefangen nimmt.  Im selben Roman wird eine sexuelle Abhängigkeit teilweise angerissen und erklärt, warum die Liebe zwischen zwei Leuten, von denen einer ein Fetischist und der andere nur neugierig ist, sehr gefährlich sein kann. Im aktuellen Krimi, der im Juni herauskommen wird, stelle ich eine  Carabiniera in den Mittelpunkt, eine Art junge Südtiroler Miss Marple. Sie möchte gerne Marescialla werden und hat kein Problem damit, das auch deutlich zu zeigen.

Es gibt aber auch blöde Zicken und ausgesprochen nette Männer, und alles ist, natürlich bis auf den Mordfall, mit einem gewissen Augenzwinkern erzählt.

 

Ich bedanke mich für das Interview und kann hoffentlich den neuen Krimi „Schürze, Speck und La Familia“ im September in Südtirol mit einer Premierenlesung vorstellen.

 

Interview: Sissi Prader und Judith Mittelberger

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