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Frauenmuseum | Museo delle donne

Alles Gute Rosa Luxemburg!

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Dieses Jahr jährt sich der Geburtstag von Rosa Luxemburg zum 150. Mal. Über das Jahr verteilt haben zu diesem Jubiläum verschiedenste Veranstaltungen stattgefunden.

Auch bei uns im Frauenmuseum haben wir derzeit Rosa Luxemburg „zu Gast“ und zwar als eine der vielen Freundinnen, die wir in unserer Sonderausstellung „Frauenfreundschaften. Vom emotionalen Austausch bis zum Netzwerk“ vorstellen.

Clara Zetkin (links) und Rosa Luxemburg auf dem Weg zum SPD-Kongress in Magdeburg 1910.
Bild: Unknown author, Public domain, via Wikimedia Commons

Auch wenn der Beginn der Freundschaft holprig war, lassen sich heute die beiden Freundinnen Rosa Luxemburg und Clara Zetkin fast nicht mehr getrennt voneinander denken. Was allerdings nicht heißen soll, dass sie immer einer Meinung waren und dieselben Anliegen verfolgten. Vielmehr ziehen sich Differenzen und Uneinigkeiten hinsichtlich der Richtung der politischen Arbeit und der Frauenfrage durch die gesamte Freundschaft hindurch, die 1898 auf dem Parteitag der SPD in Stuttgart begonnen hat.

Die im russischen Teil Polens geborene Jüdin Rosa Luxemburg (1871-1919) beschäftigte sich vor allem mit politischen und strategischen Fragen rund um den Kampf der Arbeiter*innenklasse, deren Befreiung und einer sozialistischen Revolution.

Der examinierte Lehrerin Clara Zetkin (1857-1933) hingegen lag vor allem die Befreiung der Arbeiterinnen am Herzen, die als Frauen und als Angehörige des Proletariats doppelt unterdrückt wurden. Die Frauenbewegung musste daher Teil des Klassenkampfes sein. Clara Zetkin initiierte auch den Internationalen Frauentag als Kampftag für das Frauenwahlrecht, der am 08. März 1911 in Deutschland, Österreich, Dänemark, der Schweiz und in den USA erstmals begangen wurde.

Für die promovierte Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlerin Rosa Luxemburg bargen die(se) Forderungen nach einer unabhängigen Frauenbewegung die Gefahr, die Arbeiter*innenklasse zu spalten.

Foto: Archiv Frauenmuseum, Meran

In der Folge kämpften die beiden Freundinnen, Weggefährtinnen, Genossinnen und Internationalistinnen mit Vorträgen und Artikeln für ihre jeweiligen Anliegen, ebenso wie gemeinsam gegen den Krieg und den sich verbreitenden Nationalismus. Die Entscheidung der SPD für Kriegskredite führte zum Bruch der beiden Frauen mit der Partei. In der Folge gründeten sie gemeinsam mit den Genossen Karl Liebknecht und Franz Mehring die pazifistische Gruppe Internationale (später: Spartakusbund). 1917 traten sie aus der SPD aus und in die neu gegründete USPD (Unabhängigen SPD) ein.

In den vielen Briefen zwischen Luxemburg und Zetkin spiegeln sich die Konflikte, die politische Verfolgung und die Gefängnisaufenthalte der beiden Frauen – Zeitgeschichtliches, Politisches und Persönliches.

Der Mord an Rosa Luxemburg am 15. Januar 1919 beendete die lebenslange Freundschaft abrupt. Der brutale Tod von Rosa riss ein Loch in Claras Herz.

 

Yvonne Rauter

 

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