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Die Gesundheits-Bloggerin

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Ruth Niederkofler wollte für sich einen Weg finden, den so genannten Zivilisationskrankheiten vorzubeugen und gesund zu leben. Seitdem gibt sie auf ihrem Blog „Gesund alt werden“ ihr Wissen weiter. Auch vor Tabuthemen schreckt sie nicht zurück – als „trockene Alkoholikerin“ hält sie auch Vorträge und macht sich für die Sensibilisierung rund um das Thema Alkohol stark. Mehr zu ihrem Weg, ihrem Blog und ihrem neuen Buch „Worüber Frau nicht spricht“ verrät sie uns heute in diesem Beitrag der Rubrik #Bloggerin.

Magst du uns kurz von dir erzählen?

Mein Name ist Ruth Niederkofler und ich bin:

  • Diplomierte Gesundheitstrainerin
  • Fit-Instruktorin
  • Sozialbetreuerin
  • Buchautorin und Onlinebloggerin
  • eine starke Frau!

Solche Auflistungen sind schön, doch sie verbergen den langen Weg, der dahintersteckt, um an diesen Punkt zu gelangen. Mein persönlicher Weg war nicht immer ein einfacher.
Ein Drittel meines Lebens habe ich sehr gesundheitsschädlich gelebt. Betrachtet man meine Liste unter diesem Gesichtspunkt noch einmal neu, so müsste man „trockene Alkoholikerin“ hinzufügen.
Ich bin dankbar dafür, dass ich vor vielen Jahren einen anderen Weg eingeschlagen habe. Den richtigen Weg für mich, der mich ganz nahe an ein bewusstes Leben, an Gesundheit und Freude herangeführt hat. Dieses Leben möchte ich nun in vollen Zügen bis ins hohe Alter erleben – mit allen Höhen und Tiefen.
Wenn ich heute zurückblicke, dann stelle ich fest, dass mein Weg zwar ein langer war und mir viel abverlangt hat, doch er hat mich auch stärker gemacht, als ich damals zu träumen gewagt hätte.

Daher sehe ich es jetzt als meine Lebensaufgabe, mein Wissen und meine Erfahrungen an Menschen weiterzugeben. Ich will Menschen präventiv helfen den Weg der Gesundheit und Lebensfreude gemeinsam mit mir zu gehen – bis ins hohe Alter!

Ruth Niederkofler, Foto: Alfred Tschager
Wie ist „Gesund alt werden“ entstanden und wie bist du zum Bloggen gekommen?

Während meiner  jahrzehntelangen  Arbeit mit alten und kranken Menschen im Hauspflegedienst, bin ich mit vielen Negativbeispielen der sogenannten Zivilisationskrankheiten täglich in Berührung gekommen. Aus diesem Grund suchte ich für mich persönlich eine Möglichkeit zu lernen, wie ich gesund alt werden kann. Ich erfuhr von einer berufsbegleitenden Ausbildung zur diplomierten Gesundheitstrainerin und staatlich geprüften Fit-Instruktorin, was von den Tirol-Kliniken in Innsbruck angeboten wurde und ich setzte mich erneut in die Schulbank.

In unzähligen Gesprächen mit den verschiedensten Menschen habe ich erkannt, wie wenig eigentlich über die Entstehung von Krankheiten bekannt ist. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, über meine Facebook Seite „Gesund alt werden“ Tipps und Hinweise für alle Interessierten zu geben, die den Weg, gesund alt zu werden oder lange jung zu bleiben, einschlagen möchten. In unserem Gesundheitssystem gibt es leider schon jetzt das sogenannte „Zwei-Klassen-System“ und viele werden es sich bald überhaupt nicht mehr leisten können, krank zu werden. Deshalb muss in der Bevölkerung vermehrt das Bewusstsein geschaffen werden, Verantwortung für sich und die eigene Gesundheit zu übernehmen, denn: „Vorbeugen ist klüger (und billiger) als behandeln!“

Welche Themen sind auf deinem Blog zu finden?

Es sind sehr breitgefächerte Themen. Es sind Themen über den menschlichen Körper, seine Funktionen, verschiedene Präventionsmaßnahmen zur Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele. Ich spreche aber auch über Bewegung, Ernährung und am liebsten über Tabuthemen, worüber die Gesellschaft sich ausschweigt.

Ruth Niederkofler, Foto: Alfred Tschager
Was möchtest du damit erreichen? Was treibt dich an?

Wie schon oben erwähnt, ich will Menschen aufrütteln über ihren Lebensstil nachzudenken, damit sie im Alter weniger an den Wohlstandskrankheiten zu leiden haben.

Bewusstsein schaffen, wie Krankheiten entstehen.

Ich will aber auch Aufklärungsarbeit leisten, vor allem über die Alkoholabhängigkeitserkankung, wo ich ja selbst als abstinente Alkoholikerin Expertin bin. Dafür bin ich vor allem auch in Schulen unterwegs. Es wenden sich aber auch sehr viele Angehörige von Betroffenen an mich, um sich Auskunft, Tipps und Ratschläge zu holen.

Ich merke auch immer mehr, wie wenig Frauen über ihren Körper und ihre Sexualität wissen. Wie Schambehaftet dieses Thema immer noch ist, und wie viele Missverständnisse es hier gibt. Wie sollen Männer wissen, was uns Frauen gefällt, wenn wir es selbst nicht einmal wissen?!

Kürzlich ist dein Buch „Worüber Frau nicht spricht“ veröffentlicht worden. Das macht uns natürlich neugierig. Worum geht es? Welche Tabuthemen sprichst du an? Und wie hast du zu diesen Frauenthemen gefunden?

Seit ich mich als Gesundheitsbloggerin in den sozialen Medien als Alkoholikerin geoutet habe, wenden sich unzählige Menschen mit den verschiedensten Themen an mach und fragen um Rat. Dabei kommen auch Tabuthemen zur Sprache, die man wohl lieber mit einer unbekannten, neutralen Person bespricht, als mit jemanden aus dem engsten Umfeld. Häufig geht es um Partnerschaft, die im Alltag untergeht, Fragen rund ums Frau sein, Probleme mit Alkohol in der Familie oder im Freundeskreis, aber auch um Depressionen oder Panikattacken. Tabus gehören seitdem zu meinem Leben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass gerade “Themen, über die man nicht spricht“ ihren Schrecken verlieren, sobald darüber gesprochen wird. In diesem Buch wird sich fast jede Frau an irgendeiner Stelle wiedererkennen. Aber auch für Männer kann die Lektüre eine Hilfestellung sein, Frauen besser zu verstehen und somit ein erfüllteres Miteinander zu leben.

Woher kommen deine Ideen für den Blog?

Die Idee hatte ein Facebookfreund aus Brixen. Ich nenne ihn den „Geburtshelfer“ von „Gesund alt werden“ und ich bin jetzt die alleinerziehende Mama. Er hat mich schon während meiner Ausbildung zur Gesundheitstrainerin animiert, mein Wissen in einem Blog weiterzugeben. Gesund alt werden ist mehr ein Zufallsprodukt. Es entstand ohne Planung, einfach durchs TUN. Ich habe Videos zu den verschiedensten Themen aufgenommen und hatte Erfolg damit. Ich glaube mein Geheimnis liegt darin, dass ich imstande bin, eine einfache, verständliche Sprache zu sprechen, die jede Frau und jeder Mann versteht.

Welche anderen Bloggerinnen kennst du denn noch in Südtirol?

Mir fällt jetzt keine Bloggerin in Südtirol ein, der ich schon mal persönlich begegnet bin, außer Doris Karadar aus Eppan, wenn man sie als Bloggerin bezeichnen darf. Ich kenne einige anderen Namen, bin ihnen aber nie persönlich begegnet.

Interview: Sissi Prader und Judith Mittelberger

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