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Gendermedizin und Coronavirus

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Das Coronavirus COVID 19 (COrona VIrus Disease) greift in ein System ein, in dem Geschlechterunterschiede bekannt sind. Möglicherweise gibt es Schutzfaktoren, die dringend untersucht werden sollten. Solange können Frauen nicht warten, die Gendermedizin kann aufgrund aktueller Forschungsergebnisse Folgendes empfehlen: Für beide Geschlechter ist es in Zeiten der Corona-Krise wichtig und gesund, sich aktiv vor einer Ansteckung zu schützen und zugleich alles zu tun, um den Stresspegel zu senken. Erst die Kombination beider Maßnahmen ist wirklich effektiv und schützend.

Speziell für Frauen gilt aber der Rat, der Panik jeden Tag etwas entgegen zu setzen und auch den Alltagsstress einer außergewöhnlichen Doppel- und Dreifachbelastung während der Krise bewusst zu minimieren. Denn gerade Frauen sind durch die Pandemie besonders betroffen. Sie arbeiten oft in ökonomisch schlechter bezahlten Jobs, sind überwiegend für Haushalt und Kinder zuständig und leisten insgesamt mehr Frontwork (z.B. als Pflegekräfte, Reinigungskraft oder Kassiererinnen). Hinzukommt, dass Frauen in allen Ländern durch die Kontakt- oder Ausgangssperre deutlich mehr häusliche Gewalt erleben.

Das ist die Pressemitteilung im März der Autorinnen des Buches „Gendermedizin – warum Frauen eine andere Medizin brauchen, das kürzlich herausgekommen ist und wir demnächst noch genauer auf diesem Blog vorstellen werden. Da sie dermaßen mit wertvollen Informationen und Tipps bestückt ist, wollen wir euch diese Mitteilung hier nicht vorenthalten.

Frauen haben eigentlich ein stärkeres Immunsystem

Die Abwehr von Keimen verläuft zwar grundsätzlich gleich, aber dennoch gibt es wichtige Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Frauen oft besser gegen akute Infektionen geschützt sind als Männer.

Das gilt für Bakterien und auch Viren. Zum Beispiel verlaufen Lungenentzündungen in gut ausgestatteten deutschen Krankenhäusern bei Männern oft schwerer als bei Frauen und das scheint auch bei COVID-19 so zu sein (nachzulesen bei siehe Guan W-j, Ni Z-y, Hu Y im New England Journal of Medicine 2020). Das häufigere Rauchen der Männer soll dazu beigetragen haben, aber wahrscheinlich gibt es andere noch unbekannte Faktoren.

Diesen relativen Schutz setzen Frauen aufs Spiel, wenn sie nicht aktiv etwas gegen Angst und Stress unternehmen. Denn der weibliche Organismus reagiert auf Stress stärker als der männliche mit einer nachweisbaren Schwächung des Immunsystems. Aktuelle Forschung zeigt im Tierversuch und in noch nicht veröffentlichten Studien am Menschen, dass anhaltende Stressgefühle bestimmte Gehirnregionen aktivieren und dies gefährliche Entzündungsreaktionen im Körper von Frauen fördert. Dies kann ein Risiko für Herzinfarkte darstellen – und vielleicht auch für andere Erkrankungen.

Was könnten Frauen jetzt tun, um sich zu stärken:

Statt Live-Kursen können Frauen:

  • Kostenlose online Portale oder Angebote auf Youtube zum Beispiel für Yoga und Fitness nutzen,
  • digitale Entspannungsmedien von Autogenem Training, progressiver Muskelrelaxation, Meditation, etc. bestellen
  • und täglich durchführen.

Allgemein immunstärkende Maßnahmen sind einfach:

  • früh schlafen gehen,
  • schön und gesund Kochen,
  • aber auch das Nachrichten-Input über die Corona-Krise auf 1-2 x täglich reduzieren.

Hilfsangebote nutzen:

  • Emotionale und Finanzielle Angebote zur Unterstützung annehmen
  • Haushalt und Kinderbetreuung fair aufteilen
  • Hilfstelefon bei angedrohter oder tatsächlicher Gewalt nutzen, wenn das nicht möglich ist, z.B. beim Besuch der Apotheke in Deutschland das Code-Wort „Maske 19“ nutzen (Mascherina 19 in Italien, Mascarilla 19 in Spanien) verwenden.

Wer Zeit hat, kann sich jetzt das Buch „Gendermedizin – warum Frauen eine andere Medizin brauchen“ nehmen und sich beim Lesen in Sachen Gendermedizin für Frauen fit machen. Gesundheit muss aktiv gepflegt werden, auch jetzt und gerade jetzt.

Der Pressemitteilung sind aktuelle Studien und Statements beigefügt:

https://www.arbeitskreis-frauengesundheit.de/2020/03/18/die-gesundheit-von-frauen-muss-auch-in-corona-zeiten-im-blick-sein/

Clare Wenham u.a.: COVID-19: the gendered impacts of the outbreak. Lancet, 6. März 2020

Lara Owen: Coronavirus: Five ways virus upheaval is hitting women in Asia. BBC, 8. März 2020

Xanthe Scharff: Why the Coronavirus Outbreak Could Hit Women Hardest. Time, 12. März 2020.

Dossier internationaler Gremien und Deutscher Frauenrat: COVID-19 aus der Geschlechterperspektive, URL: https://www.frauenrat.de/dossier-covid-19-aus-geschlechterperspektive, 31.3.2020 (fortlaufende Aktualisierung)

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek

Dr. med. Stefanie Schmid- Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer

 

Gendermedizin

Warum Frauen eine andere Medizin brauchen

Mit Praxistipps zu Vorsorge und Diagnostik

ca 280 Seiten, gebunden, zweifarbig mit Infografiken und Illustrationen

22,00 € (D) / 22,70 € (A)

ISBN: 978-3-95803-250-7

Auch als ebook

Erscheint am 6. März 2020

Der nicht so kleine Unterschied

Frauenkörper sind anders als Männerkörper. Kein Wunder, dass sie entsprechend oft andere Krankheiten (z.B. Rheuma oder Osteoporose) entwickeln als Männer. Aber selbst bei gleicher Krankheit sind Risikofaktoren, Symptome und das Ansprechen auf Medikamente nicht immer identisch. Warum ist das so? Welche medizinischen Unterschiede lassen sich eindeutig belegen?

Die renommierten Autorinnen Prof. Dr. med Vera Regitz-Zagrosek und Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer erklären anschaulich, warum wir eine geschlechtersensible Medizin brauchen. Diese relativ neue Fachdisziplin »Gendermedizin« stellt schon jetzt das bisherige Vorgehen und Denken der Schulmedizin infrage. Damit Prävention wirken kann und Diagnostik sowie Therapie tatsächlich gesund machen, müssen biologische Unterschiede, aber auch Lebensphasen und Lebenswirklichkeiten beider Geschlechter mitgedacht und einbezogen werden.

Die Autorinnen

Prof. Dr. med. dr. h.c. Vera Regitz-Zagrosek gilt als Pionierin der geschlechtersensiblen Medizin in Deutschland. Seit 2007 ist sie Direktorin des Instituts für Geschlechterforschung in der Medizin an der Berliner Charité. Zurzeit ist sie Gastprofessorin der Universität Zürich.

Dr. med. Stefanie Schmid-Altringer ist seit 1999 als freiberufliche Wissenschaftsjournalistin, Expertin und Buchautorin tätig. Mit dem Themenschwerpunkt Frauengesundheit produzierte sie zahlreiche TV-Dokumentationen und Bücher. Seit 2011 entwickelt sie partizipative Gesundheitsformate zu Schwanger-schaft und Geburt wie die ‚Erzählcafé-Aktion‘.

Anforderung von PDF, Cover, Autorenfoto und Rezensions-Exemplaren sowie Kontakt zur Autorin (Interviews, Veranstaltungsanfragen) bitte an:

Carola Wetzel-Kraxenberger,– cwk@europa-verlag.com, Tel. 089-18 94 733 17,

www.europa-verlag

 

Astrid Schönweger

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