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Wo steht die Gendermedizin in Südtirol?

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Im Rahmen unserer Themenwochen rund um Gesundheit und anlässlich der Einblicke in Erkenntnisse und Forderungen der Gendermedizin, haben wir uns die Frage gestellt, an welchem Punkt Gendermedizin in Südtirol steht.

Ulrike Oberhammer, Präsidentin des Landesbeirats für Chancengleichheit, hat uns Folgendes zum derzeitigen Stand der Dinge mitgeteilt:

Die genderspezifische Medizin beschäftigt sich keineswegs nur mit Frauengesundheit. Sie erforscht die Unterschiede in Prävention, Diagnostik und Behandlung von Krankheiten, für Frauen und für Männer gleichermaßen – wie sich zeigt: zum Vorteil beider Geschlechter.

Denn in der Medizin und der Pharmakologie wird immer deutlicher: Frauen und Männer halten sich verschieden gesund, erkranken und heilen anders – und sind entsprechend geschlechtsspezifisch zu behandeln. Kurz: Frauen brauchen eine andere Medizin als Männer. Die Wichtigkeit, Kenntnisse über die Unterschiede zu haben, wird am Beispiel des Herzinfarktes besonders deutlich, denn viele Menschen wissen nicht: hier können die Symptome bei Männer und Frauen unterschiedlich sein. Kenntnisse in diesem Bereich können somit Leben retten. Es gibt viele Beispiele. Und doch enthält Gendermedizin zum Teil auch den Vorwurf der Benachteiligung von Frauen: In der Medizin wurde über Jahrhunderte lang der – männliche – Patient als medizinische Referenz analysiert. Aus diesem Grund liegt einer der Schwerpunkte des Landesbeirates für Chancengleichheit im Bereich Gendermedizin.

Um die Bevölkerung sowie das Fachpersonal zu diesem Thema zu sensibilisieren, werden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Gesundheitsordnung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge bereits seit vielen Jahren diverse Aktionen organisiert u.a. das bereits 5. Symposium für das Fachpersonal, das für Herbst geplant ist.

Zurzeit liegen noch keine Forschungsergebnisse vor, aber die Zahlen zeigen, dass weniger Frauen an Covid-19 sterben, als Männer. Woran das liegt und die Entwicklung unterschiedlicher Medikamente, könnte auch hier Leben retten. Vielleicht liegen bis zum nächsten Symposium auch schon interessante Erkenntnisse in diesem Bereich vor.

 

Ulrike Oberhammer

Ulrike Oberhammer

 

Zusätzliche Informationen zum Symposium zu Gendermedizin in Südtirol:

Das Symposium findet im Abstand von 2 Jahren statt. Eigene eres-Ausgaben und DF Sendungen berichten darüber:

Pressemitteilungen zu den Südtiroler Symposien zu Gendermedizin der vergangenen Jahre

Eres Nr. 4/2018

Eres Nr. 4/2016

Eres Nr. 3/2014

DF-Sendungen:

http://www.provinz.bz.it/chancengleichheit/videos.asp?vid_page=2#lastpublishedvideos366

Sendung vom 06.11.2018

Sendung vom 16.11.2016

Sendung vom 12.11.2014

Sendung vom 09.11.2012

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