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Die Pille – ein Seiltanz zwischen Verhütung und Tod

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Am Dienstag war Neumond, das heißt es ist wieder Zeit für einen Beitrag der Rubrik #tanterosa. Heute mit einem Thema, das zu lange stillgeschwiegen worden ist: die Nebenwirkungen, Gefahren und Risiken der Pille.

Wie verhüten Sie? Nehmen Sie die Pille oder haben Sie sie genommen? Kennen Sie jemanden, der die Pille nimmt/genommen hat? Wie und warum wurde die Entscheidung für dieses Verhütungsmittel getroffen? Wie geht es (Ihnen als) der Person, die die Pille einnimmt? Sind Sie mit der Wahl des Verhütungsmittels zufrieden?

Dies sind nur einige der Fragen, die bei einer genaueren Auseinandersetzung mit der Pille gestellt werden können. Die Antworten darauf können sehr unterschiedlich ausfallen: mir wurde die Pille empfohlen; es ist eine praktische und einfache Methode zur Schwangerschaftverhütung; mir/mein*em Part*ner ist Sex ohne Kondom wichtig; ich bin mit der Pille zufrieden; das ist eine persönliche Sache, darüber spricht man nicht; das geht nur mich und mein*en Part*ner etwas an; mir ging es nie so schlecht, wie in der Zeit als ich die Pille genommen habe; ich war ein emotionales Wrack; nie wieder Pille!

Worüber nur wenig und viel zu oft leider auch gar nicht gesprochen wird, sind die Nebenwirkungen und gesundheitlichen Risiken, die die Pille mit sich bringt. Könnten Sie jetzt spontan 5 nennen? Die Liste ist jedenfalls beträchtlich – wie man dem Artikel von Dr. med. Martina Lenzen-Schulte und der Liste auf der Webseite Risiko Pille entnehmen kann:

  • Thrombosen
  • Lungenembolie
  • Schlaganfall
  • Koma
  • Behinderung
  • lebenslange Einnahme von Gerinnungshemmern
  • womöglich nicht mehr erfüllbarer Kinderwunsch
  • Depressionen, depressive Verstimmungen
  • Herzinfarkt
  • Vaginal-Mykosen
  • Brustkrebs
  • Abnahme der Libido
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Vaginale Trockenheit
  • Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme
  • Akne
  • Übelkeit
  • Tachykardie
  • Nervosität

Diese Nebenwirkungen und gesundheitlichen Risiken, die von unerwünscht bis lebensbedrohlich reichen, tragen zu einem negativen physischen und psychischen Wohlbefinden bei und können auch zum Tod führen. Besonders risikoreich sind die kombinierten Pillen, der 3. und 4. Generation – also diejenigen, die derzeit auf dem Markt sind und die Wirkstoffe Gestoden, Desogestrel, Etonogestrel und Drospirenon enthalten. Verschiedene Studien und Übersichten belegen, dass Kontrazeptiva mit den eben genannten 4 Wirkstoffen ein bis zu dreimal erhöhtes Risiko für Thrombose mit sich bringen.

Eine nach Generation und Wirkstoff gegliederte Liste verschiedener zugelassener Antibabypillen kann auf dieser Seite abgerufen werden.

Bildquelle: Pixabay

Trotz der immer lauter werdenden Diskussion, überwiegt für viele Pharmakonzerne und Gynako*loginnen nach wie vor der Nutzen der Pille ihre Risiken und oben genannte Nebenwirkungen und Risiken werden als „Einzelfälle“ abgetan.

Unter anderem aus diesem Grund, aber auch um einen Raum für betroffene Mädchen* und Frauen* zu schaffen und eine kritische Auseinandersetzung und Diskussion über die Pille an die Öffentlichkeit zu bringen, haben sich mittlerweile einige Initiativen zu Wort gemeldet.

Die Coordination gegen Bayer Gefahren (CBG) schaltet sich immer wieder mit Kritik auf den jährlichen Hauptversammlungen der BAYER-Aktionäre ein, „um Vorstand und Aufsichtsrat für ihre rücksichtslose Geschäftspolitik zur Verantwortung zu ziehen.“ Sie stellen dort auch Gegenanträge und ermöglichen Personen Redebeiträge – wie z.B. Kathrin Weigele und Felicitas Rohrer, die über die Risiken der Pille berichtet und eine Einstellung der Produktion und des Vertriebs dieser Präparate gefordert haben.

Die Risiko Pille – Initiative Thrombose-Geschädigter hingegen sammelt Berichte verschiedener betroffener Frauen* und Mädchen*, betreibt eine Webseite mit grundlegenden Informationen rund um die (Risiken der) Pille, möchte sensibilisieren, Aufklärungsarbeit leisten, zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Pille anregen, wie z.B. durch dieses Video:

Die Initiative „Risiko Pille“ hat außerdem auch die Filmemacher des Films „Was wir wussten – Das Risiko mit der Pille“, der noch bis 07. Dezember in der ARD-Mediathek verfügbar ist, beratend begleitet.

Ebenso gibt es weltweil immer mehr Frauen*, die auch rechtliche Schritte einleiten und gegen Konzerne klagen. Weiteres dazu hier und hier.

Es ist problematisch bis gefährlich, dass junge Mädchen* und Frauen* diesen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden. Pharmaindustrie, Marketing und Werbung tragen ihres dazu bei, indem sie die Pille als Lifestyle-Produkt vermarkten und an die Frau* bringen – sie ist einfach zu handhaben, niedrig dosiert, die Haut wird schöner, die Brüste wachsen usw. Felicitas Rohrer spricht in diesem Zusammenhang von einer Feel good/Figur-Bonus und Smile-Effekt“-Werbung. Gefahren und Risiken gehen dabei unter, verblassen und werden in den Schatten gestellt.

Renate Fuchs-Haberl bringt in ihrem Blogbeitrag einen weiteren Aspekt in die Diskussion ein:

„Die Pille, egal welcher Generation, versetzt uns Frauen in einen künstlichen Schwangerschaftszustand. Jede Frau, die schon einmal schwanger war, wird wissen, dass wir als Frauen in diesen „besonderen Umständen“ emotional-seelisch ganz anders ticken als sonst. […] Wir sind in diesem Zustand in erster Linie nicht auf uns selbst ausgerichtet, sondern auf das Kind, das in uns wächst. Schwangerschaft bedeutet also, sich als Frau auf das Wohlergehen eines anderen Menschen auszurichten und nicht vordergründig auf das eigene und sich dabei nach dem Schutz „durch den Mann und die Gemeinschaft“ zu sehnen.

Fällt Euch etwas auf? Werden Euch die Zusammenhänge bewusst, weshalb das patriarchale System so erpicht darauf ist, dass wir Frauen möglichst früh und möglichst flächendeckend mit Hormonen gefüttert werden, die uns oftmals über Jahrzehnte unseres Lebens im Zustand der „Schwangerschaft“ festhalten – weil wir damit gefügig gehalten werden, weil damit die Gefahr für das Patriarchat gering gehalten wird, dass wir in unsere natürliche, naturgegebene, weibliche Selbstbestimmung und Kraft gehen könnten.“

Bleiben die Fragen:

Wie wollen wir in Zukunft mit dem Thema Pille umgehen? Welche Informationen haben wir? Und woher? Welche Informationen werden uns nicht vermittelt? Warum? Aus welchem Interesse? Welche alternativen Verhütungsmittel könnten passend sein? Welches Wissen wollen wir an unsere Töchter/Söhne/Part*nerinnen/Freu*ndinnen/die nächste Generation weitergeben?

Die Rubrik #tanterosa, einmal im Monat mit Tipps und Infos

Yvonne Rauter

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