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Frauenmuseum | Museo delle donne

Yearly Archives: 2025

Pionierin des modernen Frauenbergsteigens

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Jeanne Immink (geb. *Jeannette Friederike Hermine Diest*, 1853–1929) war eine niederländische Alpinistin und eine der ersten Frauen, die sich in der männerdominierten Welt des Bergsteigens einen Namen machten. Sie gilt als Pionierin des modernen Frauenbergsteigens – mutig, unkonventionell und ihrer Zeit weit voraus.

Geboren am 10. Oktober 1853 in Amsterdam, entstammte sie einer deutsch-jüdischen Familie. Im Laufe ihres Lebens entwickelte sie sich zu einer bemerkenswert vielsprachigen Persönlichkeit: Neben ihrer Muttersprache Niederländisch sprach sie fließend Deutsch, Englisch und Italienisch. Ihr Lebensweg führte sie schließlich nach Mailand, wo sie am 20. August 1929 verstarb.

Alpinistische Leistungen
Erste Frau, die schwere Felsrouten in den Alpen meisterte – u. a. am Ortler, an der Zugspitze und in den Dolomiten.
Erstbesteigungen und neue Routen, z. B. an der Kleinen Zinne (1893)
Überschritt das Matterhorn zweimal – von Breuil und von Zermatt aus und galt als Erfinderin des Klettergurts und trug als erste Frau Hosen beim Klettern, was damals als skandalös galt.

Persönliches Leben & Skandale
Heiratete jung den Lehrer Karel Immink und wanderte mit ihm nach Südafrika aus. Die Ehe scheiterte; sie hatte zwei Söhne – einer davon unehelich mit einem britischen Offizier.
Dank Alimentenzahlungen und geschickter Geldanlagen war sie finanziell unabhängig. Gab sich später als Witwe aus und lebte mit ihrem Sohn Luigi Immink in Italien.

„Die Liebe zu meiner Arbeit und die Hingabe an sie sind für mich die Grundlage des Glücks.“

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Gerty Cori war eine bahnbrechende Biochemikerin, deren Lebensgeschichte ebenso faszinierend wie inspirierend ist.

Gerty Theresa Cori (geb. Radnitz) wurde am 15. August 1896 in Prag geboren und starb am 26. Oktober 1957 in St. Louis, Missouri. Sie war die erste Frau, die den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt – und das 1947, gemeinsam mit ihrem Ehemann Carl Ferdinand Cori und dem argentinischen Physiologen Bernardo Houssay.

Gerty und Carl Cori entdeckten den sogenannten Cori-Zyklus – ein zentraler Mechanismus im Kohlenhydratstoffwechsel, bei dem Glykogen in den Muskeln zu Milchsäure abgebaut und in der Leber wieder zu Glukose aufgebaut wird. Diese Entdeckung war grundlegend für das Verständnis von **Diabetes** und anderen Stoffwechselkrankheiten.

Obwohl sie stets gleichberechtigt mit ihrem Mann forschte, wurde Gerty Cori oft diskriminiert. Viele Universitäten lehnten es ab, sie einzustellen, oder boten Carl nur dann eine Stelle an, wenn er versprach, nicht mit seiner Frau zusammenzuarbeiten. Sie arbeitete jahrelang ohne Gehalt oder nur als Assistentin, obwohl sie dieselbe Qualifikation wie ihr Mann hatte.

Nach dem Medizinstudium in Prag (1914–1920) und ihrer Heirat 1920 wanderten die Coris 1922 in die USA aus. Dort forschten sie zunächst am Roswell Park Cancer Institute in Buffalo, später an der Washington University in St. Louis, wo Carl eine Professur erhielt.

Die Begründerin der modernen Krankenpflege

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Florence Nightingale wurde am 12. Mai 1820 in Florenz, Italien, geboren. Schon früh verspürte sie den Wunsch, Menschen zu helfen – gegen den Willen ihrer wohlhabenden Familie. Während des Krimkriegs (1853–1856) kümmerte sie sich aufopferungsvoll um verwundete Soldaten und wurde als „Dame mit der Lampe“ bekannt, weil sie nachts durch die Lazarette ging, um Kranke zu versorgen. Sie verstarb am 13. August 1910 in London, England.

Ihr Lebenswerk
Die Pflege im Krimkrieg
Während des Krimkriegs (1853–1856) reiste sie mit einem Team von Krankenschwestern in ein britisches Militärhospital in der Türkei.
Dort setzte sie neue **Hygienestandards** durch: verbesserte Belüftung, saubere Bettwäsche, regelmäßige Körperpflege.
Durch ihre Reformen sank die Sterblichkeitsrate von etwa 40 % auf unter 2 %.

Ausbildung und Institutionen
1860 gründete sie die **Nightingale School of Nursing** am St. Thomas’ Hospital in London – die erste Ausbildungseinrichtung für professionelle Pflege.
Sie trug maßgeblich dazu bei, Pflege als ehrenwerten und qualifizierten Beruf zu etablieren, insbesondere für Frauen.

Statistik und Gesundheitsreform
Florence war eine der **ersten Data Scientists**: Sie verwendete Diagramme (darunter auch das berühmte „Rosendiagramm“), um Zustände in Krankenhäusern zu veranschaulichen.
Sie nutzte diese Daten, um Regierungen und Öffentlichkeit zu **Gesundheitsreformen** zu bewegen.

Musik im Exil, Leben in Meran

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Natalia Pravosudovič (auch Natalja Michailowna Prawossudowitsch), geboren am 14. August 1899 in Wilna, war eine russische Komponistin, deren Lebensweg von den politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts und der Erfahrung des Exils geprägt war.

Ihr musikalisches Talent wurde früh gefördert: Am Sankt Petersburger Konservatorium studierte sie Klavier bei Wera Skrjabin und Komposition bei Sergei Ljapunow. 1925 schloss sie ihr Studium mit einem Diplom bei Alexander Glasunow ab, der ihr später eine Empfehlung für Arnold Schönberg ausstellte.

1928 zog sie nach Berlin, wo sie als Meisterschülerin Schönbergs an der Preußischen Akademie der Künste in Kontakt mit der musikalischen Avantgarde kam. Doch ihr Leben wurde durch persönliche und politische Tragödien erschüttert: Der Tod ihrer Mutter, die Verhaftung und Ermordung ihres Vaters unter Stalin und ihre eigene schwere Erkrankung führten sie 1931 zur Kur nach Meran – ein Aufenthalt, der zur lebenslangen Zuflucht wurde.

Frauen-EM 2025: Sichtbarkeit stärken – Gleichberechtigung fördern

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Englands Fußballerinnen haben ihren EM-Titel erfolgreich verteidigt. Das Team setzte sich am Sonntag im Endspiel des Turniers in der Schweiz gegen Weltmeister Spanien mit 3:1 im Elfmeterschießen durch. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 (0:1, 1:0) gestanden.

Der Frauenfußball wird immer populärer und ist inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In den vergangenen Jahren hat er eine beeindruckende Entwicklung genommen – von der vermeintlichen Nische zum sportlichen Aushängeschild. Die Stadien waren regelmäßig voll, und die Übertragungen stoßen auf großes Interesse.

Dennoch gibt es weiterhin strukturelle Hürden: Frauen im Sport erhalten noch immer seltener die Aufmerksamkeit und Anerkennung, die sie verdienen – sei es in der medialen Sichtbarkeit, bei der finanziellen Unterstützung oder bei der Vereinbarkeit von Familie und Leistungssport.

Es braucht konsequent bessere Rahmenbedingungen im Frauensport: Equal Pay und Equal Play – also gerechte Bezahlung, gleiche Chancen und bessere Bedingungen.

Diese umfassen unter anderem:

  • gezielte Förderung geschlechtsspezifischer Trainingsmöglichkeiten
  • die Einführung eines Mutterschutzes für Leistungssportlerinnen

Es braucht starke Zeichen für Gleichberechtigung, Vielfalt und Fortschritt im Sport.

 

Altes Handwerk neu interpretiert

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Im Monat August stellen wir Euch in unserer Rubrik „Frau des Monats“ eine Frau vor, die einer besonderen Leidenschaft frönt, nämlich dem Kreuzstich. Einst zur Grundausbildung junger Mädchen gehörend, mit der Zeit dann mit Großmüttern und deren häuslichen Tätigkeiten assoziiert, verschwand diese alte Handwerkstechnik zunehmend aus dem Alltag.

Dass Kreuzstich aber viel mehr kann, als romantisch und verspielt zu sein, Präzision und Geduld fordert und der ideale Nährboden für Kreativität sein kann, beweist Almut Surmann, Bibliothekarin in der Stadtbibliothek von Meran, mit ihren Arbeiten.

Im folgenden Interview erzählt uns Almut Surmann ein wenig mehr über ihre Passion, aber auch ihre Gedanken zum Frau-Sein und was ihre Kraftquellen sind.

Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich heiße Almut Surmann, Jahrgang 1963, wohne in Bozen und bin bekennende „stickende Bibliothekarin“! Meine Kindheit verbrachte ich in Münster (Westfalen), die Jugend in Bonn. Zunächst habe ich Fremdsprachensekretärin gelernt mit Auslandsaufenthalten in Paris und London. Über den zweiten Bildungsweg folgte Abendabitur und danach ein Fachhochschulstudium Bibliothekswesen in Köln und New York (Fulbright-Stipendium). Eine Ministeriumsbibliothek ließ mich zwei Jahre zwischen Bonn und Berlin pendeln, bevor ich mich in Köln für die Ewigkeit niederlassen wollte. Es kam alles ganz anders, ich wurde in Südtirol sesshaft und arbeite seit 2003 als Bibliothekarin in der Stadtbibliothek Meran.

„Ich will mich nicht verschlingen lassen.“ *

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Andreina Ardizzone Emeri war eine bedeutende Südtiroler Juristin, Feministin und Politikerin, deren Leben von Engagement für soziale Gerechtigkeit und Frauenrechte geprägt war.

Geboren am 1. Februar 1936 in Bozen, studierte sie Rechtswissenschaften in Rom und Mailand und arbeitete später gemeinsam mit ihrem Mann Claudio Emeri als Anwältin. Sie spezialisierte sich auf Familien- und Arbeitsrecht, setzte sich für Gewerkschaften sowie Arbeiter:innen ein und bot kostenlose Rechtsberatung für Frauen an – ein damals visionäres Angebot.

Ihr feministisches Engagement begann früh: 1971 gründete sie die Gruppe Aleksandra Kollontaj, ein hierarchiefreies Kollektiv, das für Selbstbestimmung und Gleichberechtigung kämpfte. Zwei Jahre später wurde sie Präsidentin der AIED-Frauenberatungsstelle in Bozen, wo sie unermüdlich für Abtreibungsrechte, Frauenhäuser und soziale Unterstützung für Frauen eintrat.

1983 wurde sie als Vertreterin der „Alternativen Liste für das andere Südtirol“ in den Südtiroler Landtag gewählt. Gemeinsam mit dem Aktivisten Alexander Langer brachte sie frauenspezifische Themen in die Landespolitik ein und legte den Grundstein für die gesetzliche Anerkennung von Frauenhäusern in Italien – eine Regelung, die nach ihrem Tod 1989 verabschiedet wurde.

Lesbische Sichtbarkeit

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Frau Marianne Wimmer hat uns ihren nächsten Beitrag zukommen lassen!

Was für ein Frauenmuseum hat Sie diesmal besucht?

Auffällig und deutlich sichtbar, als ein Statement in Lila, zeigt „The Charlotte Museum“ in Auckland unübersehbar seine Existenz. Das Gebäude sticht ins Auge. Ich denke unweigerlich an die lila Latzhosen tragenden Feministinnen der 1970er-Jahre. Ja, genau, an diese männermordenden und -hassenden Weiber. Und lesbisch waren diese Emanzen allemal, einfach nicht normal und anrüchig. Dabei hatten die tatsächlichen Lesben ein angespanntes Verhältnis zu ihren um Gleichberechtigung kämpfenden Mitschwestern. Befürchteten doch die Hetero-Feministinnen ihre Forderungen nach Gleichstellung nicht durchsetzen zu können, würden sie lesbische Frauen in ihre Reihen aufnehmen. Sie meinten, ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren und als Haufen Männerhasserinnen mit ihren Anliegen abgelehnt zu werden.

The Charlotte Museum in Auckland, Neuseeland
The Charlotte Museum in Auckland, Neuseeland

Das lila Kleidungsstück als Erkennungszeichen der Emanzen ist verschwunden, aber die Farbe wirbt immer noch für Gleichberechtigung und gilt als Farbe der Frauenliebe und der Homosexualität. So transportiert die Außenhaut des Gebäudes über ihre Farbigkeit bereits die sozialpolitische Agenda des Frauenmuseums. Weist die von der Hauswand flatternde Regenbogenfahne auf die Erweiterung zur inklusiven queeren Szene von heute hin? Die kritisch–reflektierende Haltung der Museumsfrauen bezüglich der laufenden politischen Debatten bemerkte ich bereits bei der Kontaktaufnahme mit ihnen. Die Äußerungen und Kommentare zu den australischen Frauenmuseen auf meiner Liste klangen eindeutig: „…..unsurprisingly quite a colonial / ‚pioneer‘ focus of course.“ Zusätzlich erhielt ich die Anregung, die „Lilac Library“ in Wellington zu besuchen, eine Bücherei und ein Dokumentationszentrum, „a women’s only space“. Mit diesen Eindrücken im Vorfeld betrete ich das Gebäude und freue mich auf eine anregende Auseinandersetzung mit den Ausstellungsinhalten über eine mir neue Welt – die lesbische Lebenswelt.

Eine außergewöhnliche Frau des 19. und frühen 20. Jahrhunderts…

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Harriet Williams Russell Strong war eine außergewöhnliche Frau des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, deren Leben sich wie ein Roman liest—voller Tragödien, Triumphe und bahnbrechender Ideen.

Geboren am 23. Juli 1844 in Buffalo, New York, wuchs sie in einer angesehenen Familie auf. Nach dem Umzug in den Westen heiratete sie Charles Lyman Strong. Mit nur 39 Jahren wurde sie Witwe mit vier Töchtern, nachdem ihr Mann durch geschäftliche Misserfolge in den Suizid getrieben wurde.
Trotz fehlender technischer Ausbildung entwickelte sie innovative Methoden zur **Wasserspeicherung und Hochwasserkontrolle**, darunter ein System gestufter Dämme, das später als Grundlage für Großprojekte wie den **Hoover-Damm** diente. Sie erhielt mehrere Patente, unter anderem 1887 und 1894, für ihre Damm- und Reservoirkonstruktionen.

Sie gründete die **Paso de Bartolo Water Company**, leitete sie als Präsidentin und verkaufte das Unternehmen später mit Gewinn. Ihre landwirtschaftlichen Erfolge—insbesondere mit Walnüssen und Pampasgras—brachten ihr den Spitznamen „Walnusskönigin“ ein.
Harriet war eine leidenschaftliche Verfechterin der **Frauenbildung und des Frauenwahlrechts**. Sie reiste mit Susan B. Anthony durch die USA, um für Frauenrechte zu werben. Sie war die **erste Frau im Vorstand der Handelskammer von Los Angeles** und die **erste weibliche Treuhänderin der juristischen Fakultät der University of Southern California**.

„Ich habe nicht das Vergnügen, dich zu verstehen.“

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Jane Austen wurde **1775 in Steventon, Hampshire** geboren und wuchs in einer gebildeten Familie mit sieben Geschwistern auf. Ihr Vater war Pfarrer, und die Familie hatte Zugang zu einer umfangreichen Bibliothek – ein Paradies für die junge Jane, die schon früh mit dem Schreiben begann. Bereits mit zwölf Jahren verfasste sie erste satirische Texte und Kurzgeschichten.

Austens Romane zeichnen sich durch **feine Ironie, starke Frauenfiguren und eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Normen** aus. Besonders das Thema Heirat – oft die einzige Möglichkeit für Frauen ihrer Zeit, soziale Sicherheit zu erlangen – steht im Mittelpunkt ihrer Werke. Obwohl sie selbst nie heiratete, verstand sie es meisterhaft, die Dynamiken von Liebe, Stolz, Geld und gesellschaftlichem Ansehen zu schildern.

Ein interessantes Detail: Sie hatte eine kurze Romanze mit dem Iren Thomas Lefroy, doch eine Heirat scheiterte an finanziellen Umständen. Einen späteren Heiratsantrag lehnte sie ab – sie wollte lieber unabhängig bleiben.

Nach dem Tod ihres Vaters zog sie mit ihrer Mutter und Schwester nach Chawton, wo sie in einem kleinen Haus lebte, das ihr Bruder ihr zur Verfügung stellte. Dort schrieb sie ihre berühmtesten Romane. Sie starb **1817 in Winchester** im Alter von nur 41 Jahren.

„Lass die Liebe, die du in deinem Herzen hast, sich äußerlich in deinen Taten zeigen.“

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Klara von Assisi (*1193 oder 1194 – † 11. August 1253) war eine bedeutende Ordensgründerin und enge Gefährtin von Franz von Assisi. Sie gründete den kontemplativen Orden der Klarissen, der sich durch ein Leben in **radikaler Armut und Hingabe an Gott** auszeichnete.

Ihr Leben
Klara wurde in eine wohlhabende Adelsfamilie in Assisi, Italien, geboren. Inspiriert von Franz von Assisi, entschied sie sich gegen eine standesgemäße Heirat und floh 1212 aus ihrem Elternhaus, um ein Leben nach den evangelischen Räten zu führen. Franziskus nahm sie auf, schnitt ihr die Haare ab und bekleidete sie mit einem einfachen Gewand – ein Zeichen ihrer neuen Lebensweise.

Gründung des Klarissenordens
Klara ließ sich mit anderen Frauen in San Damiano nieder, wo sie eine Gemeinschaft gründete, die später als Klarissenorden bekannt wurde. Sie kämpfte zeitlebens für das Privileg der Armut, das ihr erst kurz vor ihrem Tod von Papst Innozenz IV. gewährt wurde.

Ihr Vermächtnis
Klara war eine beeindruckende Persönlichkeit, die durch ihre spirituelle Stärke und Entschlossenheit viele Menschen inspirierte. Ihr Orden verbreitete sich rasch in ganz Europa und ist bis heute einer der größten Frauenorden der katholischen Kirche. Ihre sterblichen Überreste werden in der Basilika Santa Chiara in Assisi verehrt.

„Nicht mit scharfen Strichen wie politische Grenzen der Staaten lassen sich die natürlichen Grenzen der Völker,die Sprachgrenzen, bezeichnen…

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…das bewegliche Element der lebenden Bevölkerung verwischt und verschiebt sie, unbekümmert um politische Zugehörigkeit.“

Dr. Ingeborg Bauer Polo war eine bedeutende Persönlichkeit in Südtirol. Sie wurde am 2. Juli 1940 in Innsbruck geboren und verstarb am 8. Juni 2011 in Meran. Sie war Lehrerin, Schuldirektorin, Politikerin und Bozner Stadträtin. Ihr Leben war stark von der Grenzthematik geprägt, sowohl durch ihre Herkunft als auch durch ihre berufliche und politische Tätigkeit.

Nach ihrem Abschluss an der Lehrerbildungsanstalt studierte sie Germanistik und Kunstgeschichte in Innsbruck. Sie trat 1962 in den Schuldienst ein und unterrichtete Deutsch, Geschichte, Geografie und Latein. Später wurde sie Schuldirektorin der Mittelschule Stifter in Bozen.

Politisch war sie von 1989 bis 2005 Mitglied der Bozner Stadtregierung. Sie hatte verschiedene Ämter inne, darunter:

– **1989–1995**: Stadträtin für Bildung, Sport, Freizeit, Statistik und Toponomastik.

– **1995–2000**: Stadträtin für öffentliche Arbeiten, Verkehr und Transport.

– **2000–2005**: Stadträtin für Finanzen, Sport, Straßen und Transport.

Sie setzte sich besonders für mehrsprachige Bildung ein und war Vorsitzende der SVP-Kommission für Schule, Kultur und Sport. Zudem engagierte sie sich für die Alzheimer-Vereinigung Südtirol. Ihr Einsatz für Bildung und Kultur hinterließ bleibende Spuren in Südtirol.

Hier sind einige ihrer wichtigsten Errungenschaften:

„Lange wurde sie als etwas biedere Mustergattin des berühmten Dichters abgetan…“

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„Was für ein schönes Leben führe ich jetzt […]. Die Existenz Charlottes, dieses holden lieben Wesens um mich her, dessen ganze Glückseligkeit sich in die meinige verliert, verbreitet ein sanftes Licht über mein Dasein.“ – Friedrich Schiller über seine Ehe mit Charlotte.

Charlotte von Schiller geborene **Charlotte Luise Antoinette von Lengefeld**, war die Ehefrau des berühmten Dichters Friedrich von Schiller. Sie wurde am 22. November 1766 in Rudolstadt geboren und verstarb am 9. Juli 1826 in Bonn.

Ihr Leben
Charlotte wuchs in einer adligen Familie auf und erhielt eine außergewöhnlich gute Bildung. Ihr Vater, verstarb früh, wodurch die Familie in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Ihre ältere Schwester, Caroline von Wolzogen, wurde später selbst eine bekannte Schriftstellerin.

Charlotte lernte Schiller 1787 kennen, als er nach Rudolstadt kam. Beide Schwestern verliebten sich in ihn, doch schließlich entschied sich Schiller für Charlotte. Am **22. Februar 1790** folgte die Heirat. Die Ehe war von gegenseitigem Respekt und Liebe geprägt, und Charlotte unterstützte Schiller in seinem literarischen Schaffen.

Ihre eigene schriftstellerische Tätigkeit
Lange wurde Charlotte nur als „Mustergattin“ des Dichters wahrgenommen, doch neuere Forschungen zeigen, dass sie selbst eine begabte und kreative Frau war. Sie war eine leidenschaftliche Leserin und beschäftigte sich intensiv mit Literatur, Geschichte und Philosophie. Ihre Briefe und literarischen Werke zeigen eine vielseitig gebildete Persönlichkeit.

„Ein Element des Erfolges, egal in welchem Beruf, ist die Lust am Handwerk.“

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Jede/jeder kennt Marie und Pierre Curie aber wer kennt Irène Joliot-Curie?

Irène Joliot-Curie war eine französische Physikerin und Chemikerin, die bedeutende Beiträge zur Wissenschaft leistete. Sie wurde am 12. September 1897 in Paris als Tochter von Marie und Pierre Curie geboren. Schon früh zeigte sie außergewöhnliches Talent in Mathematik und Naturwissenschaften.

Während des Ersten Weltkriegs arbeitete sie als Röntgenassistentin, um verwundete Soldaten zu behandeln. Nach dem Krieg setzte sie ihre wissenschaftliche Laufbahn fort und promovierte 1925 über die Alpha-Strahlung von Polonium. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot-Curie entdeckte sie 1934 die künstliche Radioaktivität, wofür sie 1935 den Nobelpreis für Chemie erhielten.

Irène spielte eine Schlüsselrolle in der **französischen Atomforschung** und war an der Entwicklung des ersten französischen **Atomreaktors** beteiligt. Sie setzte sich zudem für die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ein und war Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften. 1936 wurde sie zur **Staatssekretärin für wissenschaftliche Forschung** ernannt.

Leider führte ihre langjährige Arbeit mit radioaktiven Materialien zu gesundheitlichen Problemen, und sie verstarb am 17. März 1956 an Leukämie. Ihr Vermächtnis lebt jedoch weiter – sowohl in der Wissenschaft als auch in ihrem Einsatz für Gleichberechtigung.

Leben im Einklang mit der Natur

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Im Monat Juli stellen wir Euch in unserer Rubrik „Frau des Monats“ zwei Frauen – Mutter und Tochter – vor, die sich engagiert für das Leben in ihrem Tal einsetzen und sich darüber hinaus für die Erhaltung und Vermittlung von traditionellem Handwerk und altem Wissen im Sinne einer nachhaltigen Lebensweise stark machen. Im folgenden Interview erzählen uns Waltraud und Franziska Schwienbacher ein wenig mehr darüber und auch, was sie motiviert und ihnen besonders am Herzen liegt.

Waltraud und Franziska, könnt Ihr Euch bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist Waltraud Schwienbacher, ich bin 81 Jahre alt, in Ulten geboren und liebe mein Tal und die Natur ganz besonders.

Ich bin Franziska, geboren 1973, Mutter von zwei wunderbaren Kindern und auf dem Wegleithof in Ulten aufgewachsen mit drei weiteren Geschwistern. Meine Eltern betrieben zunächst traditionelle Berglandwirtschaft, in den späten 80er Jahren begannen sie mit dem Kräuteranbau. Stationen auf meinem Weg: Biologiestudium in Innsbruck, Forschungsstipendium für das Doktorat an der Uni-Innsbruck, mehrere Jahre tätig am Versuchszentrum Laimburg, verantwortlich für Leitung und Koordination der Winterschule Ulten seit 2009.

Traudi, kannst Du unseren Leser/Innen ein wenig über das Projekt „Lebenswertes Ulten“ erzählen, wie es zur Idee gekommen ist, welche Bedeutung es für das Tal hat und wie Dein Lebenswerk in Deinem Sinne weitergeführt werden soll?

EIN BLICK nach IRAN

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Wir erinnern uns: Das Frauenmuseum Meran hat mit der Menschenrechtsorganisation HRI und unter der Schirmfrauschaft von Shirin Ebadi den „Menschenrechtspreis 2008“ in einem feierlichen Rahmen an Nasrin Sotoudeh vergeben.

Sie konnte nicht ausreisen, so kamen stellvertretend ihr Mann Rheza Khandan und ihre Tochter Mehraveh nach Meran. Auch der Zusammenschluss der Rechtsanwältinnen der Rechtsanwaltskammer in Südtirol hat ihr eine Anerkennung mit einem symbolischen Preis ausgesprochen.

Nasrin Sotoudeh arbeitete als Menschenrechtsanwältin für die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die von der iranischen Justiz verfolgt wurde und seitdem im Exil lebt. Vor ihrer Verhaftung setzte sie sich besonders für die Gleichberechtigung der Frauen im Iran ein.  Heute wird Nasrin Sotoudeh im Qarchak-Gefängnis festgehalten.

Sie ist vielfach ausgezeichnet, Trägerin des EU-Menschenrechtspreises für geistige Freiheit, 2018 wurde sie zu 38 Jahren Haft und 148 Stockschlägen verurteilt. Erst nach 12 Jahren bekommt sie das Recht, auf Bewährung entlassen zu werden. Anklagegrund war ihr Rechtsbeistand für Frauen, die gegen den Kopftuchzwang protestiert hatten. Sie war auch im berüchtigten Ewin-Gefägnis, wo sie gegen die Verhältnisse einen Hungerstreik begann.

Nasrin ist Mitglied des Kuratoriums des Museums für die iranische Frauenbewegung, welches der Internationalen Vereinigung der Frauenmuseen angehört.

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