Ernährung, Kräuter Frau & Familie, Erziehung Frau & Film Frau & Gesellschaft Frau & Gesundheit Frau & Mode Donna & politica Frau & Politik Frau & Schönheit Frau & Veranstaltungen Frau & Vorbilder Frau & Wirtschaft Frau des Monats La donna del mese Frauen & Kunst & Musik Haushalt & Wirtschaften im www aufgeschnappt Interviews Männer News ichfrau News im Frauenmuseum Rubrik Tante Rosa Rubrica zia Rosa Rund ums Lesen Zitat zum Montag
Frauenmuseum | Museo delle donne

Tagged: Internationaler Tag der Menschenrechte

Eine starke Botschaft junger Südtiroler*innen

0

Vielleicht sind sie jemandem von euch schon aufgefallen… Seit einigen Tagen hängen entlang des Straßenverlaufs von Lana bis zum Reschenpass eindrucksvolle großformatige Plakate. Während der erste Blick gefesselt bleibt von den Farben und Formen, dem Zusammenspiel von Licht und Schatten, von Strukturen und Körpern, gleitet der zweite Blick auf den eingängigen und gleichzeitig vielschichtigen Slogan: #vielfalt = #zukunft. Was hat es nun aber mit diesen Plakaten auf sich? Wir möchte euch heute das dahinterstehende Projekt genauer vorstellen.

Die Schüler*innen der Berufsfachschule für Steinbearbeitung in Laas machen zum heutigen Internationalen Tag der Menschenrechte mit einer Plakataktion auf die Achtung der #Menschenrechte aufmerksam. Während der Zeit des Fernunterrichts tauchten sie in ornamentale Sprachen verschiedener Kulturkreise ein. Im Fokus der Menschenrechte wurden bald neue Bedeutungsebenen alter Bilder sichtbar. Die Schüler*innen brachten ihre Erkenntnisse in Beziehung mit sich selbst – und legten die neu entstandenen Ornamente über ihr eigenes Portrait. In dieser komplexen Verbindung birgt jedes Plakat eine ganz besondere Botschaft. Allen sechs Plakaten gemeinsam ist jedoch die simple Botschaft: Vielfalt wird die Zukunft sein.

Bild: Landesberufsschule Schlanders, Berufsfachschule für Steinbearbeitung, Laas

MENSCHENRECHTE – viel zu oft im Leben vergessen und missachten wir Menschenrechte weltweit. Am meisten missachten wir sie in unserem Alltag, indem wir Menschen mit einem anderen Aussehen oder Verhalten verletzen und sie beschimpfen.

Zum Tag der Menschenrechte

0

„Antidiskriminierung und Wiedergutmachung/Heilung ist der einzige Weg zur Umsetzung der Menschenrechte“ – Ivo Passler

Anlässlich des internationalen Tages der Menschenrechte, der am 10. Dezember alljährlich begangen wird, möchten wir heute über das Thema der intersektionalen Solidarität sprechen.

Vergangene Woche am 27. November hat der Verein HRI – Human Rights International gemeinsam mit BLUFINK einen spannenden Workshopabend dazu organisiert. Wir haben Ivo Passler von HRI und Sigrid Prader, der Präsidentin des Vereins und Leiterin des Frauenmuseums, einige Fragen dazu gestellt.

Foto: Sigrid Prader

Sigrid Prader:

Als Leiterin des Frauenmuseums und Präsidentin des Vereins Human Rights International war für mich der Workshop sehr aufschlussreich, denn es braucht Nachholbedarf, denn das herkömmliche Verständnis von Diskriminierung ist zu kurz gegriffen. Im Workshop zu Feminismus und intersektionale Solidarität wurden verschiedene Formen der Diskriminierung besprochen und ergaben, dass der intersektionale Aktivismus neben dem Kampf für die Gleichstellung der Frau immer auch ein Kampf gegen Rassismus, Homophobie und alle anderen Diskriminierungsformen sein muss. Mehrfachdiskriminierte müssen gehört und gestärkt werden. So ergibt sich für mich, dass auch in unserer Arbeit im Frauenmuseum ein Lernprozess zu intersektionalem Feminismus als Handlungsanweisung nach innen und außen erfolgen muss. Das ist ein Lernprozess, der selbstverständlich Offenheit und Toleranz erfordert, sowie den Willen, den eigenen Horizont ständig zu erweitern.

 

Ivo Passler:

Diskriminierung ist ein geläufiger Begriff, aber „intersektionale Solidarität“ sagt den meisten schon weniger. Um was geht es da?

Dass sich viele Menschen in Südtirol bislang mit dem Begriff „Diskriminierungen“ eingehend beschäftigt haben bezweifle ich. Der Begriff Intersektionalität wurde vor ca. 30 Jahren von der afroamerikanischen Anwältin_ Aktivistin Kimberlé Crenshaw geprägt, um auf Mehrfach-Diskriminierungen hinzuweisen, von denen Schwarze Frauen betroffen sind, da sie auf der Schnittfläche zwischen Sexismus und Rassismus leben und dann auch überproportional von Armut betroffen sind. Intersektionalität ist ein Modell von Sozialanalyse für Menschenrechts-Aktivismus, der den Verschränkungen aller Unterdrückungsmechanismen Rechnung trägt und die Solidarität mit allen Befreiungskämpfen fordert.

Erst kürzlich hast du eine Veranstaltung zu diesem Thema organisiert. Kannst du uns mehr dazu sagen und was hat sie gebracht?