Blog vom Frauenmuseum Il Blog del Museo delle Donne
Frauenmuseum | Museo delle donne

EUREGIO-Fahne // bandiera EUREGIO

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Heute wurde die EUREGIO-Fahne feierlich vom MuseumHinterPasseier an das Frauenmuseum Meran übergeben!
Die Fahne wandert von Museum zu Museum und steht als starkes Symbol für Zusammenarbeit, Austausch und Zusammenhalt in unserer Euregio Tirol–Südtirol–Trentino.

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Oggi la bandiera EUREGIO è stata consegnata ufficialmente dal MuseumHinterPasseier al Museo delle Donne di Merano!

La bandiera viaggia da un museo all’altro ed è un forte simbolo di collaborazione, scambio e unità nella nostra Euregio Tirolo–Alto Adige–Trentino.

„Man kann nicht kreativ sein, wenn man sich ständig selbst zensiert.“

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Doris Lessing wurde am 22. Oktober 1919 in Kermanschah im damaligen Persien (heute Iran) geboren. Ihre Eltern waren britischer Herkunft – der Vater ein ehemaliger Offizier, die Mutter eine Krankenschwester. 1925 zog die Familie nach Südrhodesien (heute Simbabwe), wo Doris auf einer Farm aufwuchs. Die Erfahrungen in der Kolonie prägten sie tief und flossen später in viele ihrer Werke ein.

Schon früh entwickelte sie ein kritisches Bewusstsein gegenüber kolonialen Strukturen, gesellschaftlichen Konventionen und patriarchalen Normen. Nach zwei Ehen – die zweite mit dem deutschen Emigranten Gottfried Lessing – und der Geburt dreier Kinder ließ sie sich in London nieder, wo sie sich ganz dem Schreiben widmete.

Ihr literarischer Durchbruch gelang ihr 1950 mit dem Roman *The Grass is Singing*, der das Verhältnis zwischen Weißen und Schwarzen in Südrhodesien thematisiert. International bekannt wurde sie vor allem durch *The Golden Notebook* (1962), ein vielschichtiges Werk über weibliche Identität, psychische Fragmentierung und politische Ideale. Es wurde zu einem Schlüsseltext der feministischen Literatur.

Lessing war eine vielseitige Autorin, die sich nicht auf ein Genre festlegen ließ. Neben realistischen Romanen schrieb sie auch Science-Fiction, etwa die *Canopus in Argos*-Reihe, in der sie gesellschaftliche Entwicklungen aus einer kosmischen Perspektive betrachtete. Ihre Werke zeichnen sich durch psychologische Tiefe, politische Schärfe und formale Experimentierfreude aus.

Tag der Bibliotheken | Buchtipp

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Anlässlich des Tages der Bibliotheken am 24. Oktober 2025 möchten wir als Frauenmuseum ein besonderes Fundstück vorstellen: Die Neuerscheinung „Frauenpower – Der Kampf um Gerechtigkeit und Gleichberechtigung“ ist ein kraftvolles, kunstvoll gestaltetes Sachbilderbuch, das sich ideal in unsere Fachbibliothek rund um Frauen und Geschlecht einfügt.


Auf 64 Seiten erzählt 
„Frauenpower“ von 13 historischen und aktuellen Protestbewegungen, die Frauen rund um den Globus angestoßen haben – kompakt, anschaulich und international gedacht. Wie unsere Dauerausstellung beginnt auch dieses Buch mit einem symbolträchtigen Moment der Frauenbewegung: dem Zug der Pariser Marktfrauen nach Versailles während der Französischen Revolution. Von dort spannt es den Bogen über das Frauenwahlrecht in Neuseeland, die Apartheid, #MeToo und die Kämpfe in Lateinamerika bis hin zur feministischen Bewegung im heutigen Iran.

Rebecca June schreibt klar und altersgerecht, ohne dabei die politische Tiefe zu verlieren. Die kräftigen Illustrationen von Ximo Abadía geben den Geschichten visuelle Kraft und machen sie auch für junge Leser:innen greifbar.

Wie unsere Sammlung zeigt auch dieses Buch eindrucksvoll: Frauen haben Geschichte geschrieben – mit Mut, Beharrlichkeit und kollektiver Stärke.

Ein empfehlenswertes Buch für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren, aber ebenso für Familien, Lehrkräfte, Bildungseinrichtungen und Museen. Ideal für alle, die sich mit feministischer Geschichte und Gegenwart beschäftigen möchten – sei es im Rahmen von Unterricht, Vermittlungsarbeit oder gemeinsamer Lektüre.

Nachtrag zur Buchvorstellung „die Sekretärin“ von Annegret Braun

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Sekretärin damals und heute

Sekretärin ist ein eher weiblich verorteter Beruf, der sich nicht exakt definieren lässt. Ein Beruf mit besonderen Herausforderungen, hohen Anforderungen, in dem andere unterstützt und eigene Leistungen nicht unbedingt gesehen werden.

Das Büro war einmal eine Welt, in der Männer unter sich waren, denn: Der Beruf des Sekretärs war ein Männerberuf.

Das änderte sich auch durch den Einzug von Schreibmaschinen ins Büro, denn die ersten Schreibmaschinen waren laut, rochen nach Öl und Farbe und passten so nicht zum geistigen Berufsbild der Sekretäre.

Frauen nutzten ihre Chance und den damit gebotenen Einstieg in die Arbeitswelt, sie übernahmen die Arbeiten, die die Männer nicht machen wollten.

Eine Tätigkeit mit niedriger Einstiegsschwelle war für junge Frauen in der Nachkriegszeit häufig die einzige Chance, beruflich ihren Geist zu beweisen – eine gute Ausbildung wurde ihnen häufig vorenthalten. Dazu war der Beruf der Sekretärin eine der wenigen Möglichkeiten, finanzielle und persönliche Freiheit zu finden.

Woher der Name „Sekretärin“ überhaupt kommt? Wenn wir es auf das englische Wort „Secretary“ ableiten, wird sehr schnell klar, dass ein „Geheimnis“ dahinterstehen muss. Geheimnis kommt von „geheim“, im Büro also von „verschwiegen“.

Tatsächlich ist die Fähigkeit, verschwiegen zu sein, eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Büroarbeit.

Lotte Lenya: Sängerin, Schauspielerin, Muse Kurt Weills, Emigrantin, Broadway-Star, Bond-Bösewichtin.

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„Lotte Lenya hatte keine tolle Stimme, trotzdem ist sie mit unbeugsamem Selbstbewusstsein aufgetreten, und Humor hatte sie obendrein. Ich habe eine Menge von ihr gelernt.“
―Patti Smith

Lotte Lenya, geboren am 18. Oktober 1898 in Wien als Karoline Wilhelmine Charlotte Blamauer, war eine österreichisch-amerikanische Sängerin und Schauspielerin, die vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit dem Komponisten Kurt Weill und dem Dramatiker Bertolt Brecht berühmt wurde. Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen im Wiener Bezirk Penzing, zeigte sie schon früh künstlerisches Talent. Mit fünfzehn Jahren verließ sie Wien und zog nach Zürich, wo sie Tanz- und Schauspielunterricht nahm und erste Bühnenerfahrungen sammelte.

1920 ging Lenya nach Berlin, das zu jener Zeit ein Zentrum der avantgardistischen Kunstszene war. Dort lernte sie Kurt Weill kennen, den sie 1926 heiratete. Ihre künstlerische Partnerschaft mit Weill wurde zur Grundlage ihrer Karriere. Lenya wurde zur Muse und Interpretin seiner Werke, insbesondere der gemeinsamen Projekte mit Bertolt Brecht. Ihr Durchbruch gelang 1928 mit der Rolle der Jenny in der Uraufführung der „Dreigroschenoper“, deren Songs – allen voran „Seeräuber-Jenny“ – sie mit unverwechselbarer Stimme prägte.

Lesung mit Autorin im Frauenmuseum

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Wann: 17.10.2025 um 19h im Frauenmuseum Meran und am Tag zuvor, den 16.10.2025 um 19h im Schreibmaschinenmuseum in Partschins

Frauen zwischen Tradition und Emanzipation
Der Beruf der Sekretärin eröffnete Frauen eine neue Welt, den Weg in ein eigenständiges Leben. Karriere zu machen und im Vorzimmer der Macht zu sitzen, war für viele ein Traumberuf und entsprach dem Lebensgefühl des Wirtschaftswunders. Dazu gehörten auch Mode, Kino, Tanzen – und den Mann fürs Leben finden. Doch wie sah der Alltag der Sekretärinnen aus? Und wovon träumten sie?

Der Weg von Frauen in die berufliche Unabhängigkeit
„Die Sekretärin“ stellt den Alltag der Sekretärinnen in den Fokus und lässt sie mittels bisher unveröffentlichter Tagebücher aus dem Deutschen Tagebucharchiv selbst zu Wort kommen. Im Mittelpunkt steht Doris, eine Zugsekretärin in modernen Fernzügen. Annegret Braun zeigt das Leben junger Frauen, die in den 1950er-Jahren zwischen Tradition und Emanzipation standen, während Gleichberechtigung und Frauenrechte immer wichtiger wurden. Aus den lebendigen Erzählungen der Sekretärinnen entsteht das Porträt eines Jahrzehnts, in dem sich weitreichende Umbrüche in der Gesellschaft anbahnten.

„Die Sekretärin“ ist ein Buch, das aufgrund der Tagebücher so nah und ehrlich ist, wie möglich, und bietet einen einzigartigen Blickwinkel auf die Geschichte der Emanzipation.

Das Rote Zelt – La Tenda Rossa

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Interkultureller generationsübergreifender Begegnungsraum
Luogo di incontro interculturale e intergenerazionale

 „Das Rote Zelt“, der rot dekorierte Raum, der im Herbst für eine Woche in Mals und in Meran seine Tore öffnet, in dem Frauen sich informieren, stärken und nähren; zuhören und gehört werden, gemeinsam lachen und weinen können, die Verbindung spüren und neue Sicht- und Lebensweisen kennenlernen.

Es ist ein geschützter Raum, in dem das Weibliche in seiner Gesamtheit zum Ausdruck kommen darf.

“La Tenda Rossa”, la sala decorata in rosso, che apre le porte per una settimana in autunno a Malles e a Merano, offre uno spazio in cui le donne di ogni età e provenienza  possono informarsi, rafforzarsi e nutrirsi; ascoltare ed essere ascoltate, ridere e piangere insieme, sentire la connessione e conoscere nuovi modi di vivere.

È uno spazio protetto in cui il femminile può esprimersi nella sua totalità.

2. Ausgabe

06. – 10.10.2025 in Mals
13. – 17.10.2025 in Meran

Weitere Informationen/altre informazioni: Das Rote Zelt – La Tenda Rossa – blufink Büro für Zusammenarbeit & Beteiligung, Bozen Bolzano

Meret Oppenheim – Eine surrealistischen Ikone

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„Jede Vorstellung wird mit ihrer Form geboren.“

Meret Elisabeth Oppenheim wurde am 6. Oktober 1913 in Charlottenburg bei Berlin geboren und zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen des Surrealismus. Ihre familiären Wurzeln reichen in die Schweiz, wo sie auch den Großteil ihres Lebens verbrachte. Ihr Vater, Erich Alfons Oppenheim, war ein deutsch-jüdischer Arzt, ihre Mutter Eva Wenger stammte aus einer bekannten Schweizer Künstlerfamilie – ihre Großmutter Lisa Wenger war Malerin und Kinderbuchautorin. Schon früh kam Meret mit Kunst und Literatur in Berührung, unter anderem durch den Schriftsteller Hermann Hesse, der mit ihrer Tante Ruth Wenger verheiratet war.

Während des Ersten Weltkriegs zog Meret mit ihrer Mutter nach Delémont zu den Großeltern. Die Familie lebte später in Steinen bei Lörrach, nahe der Schweizer Grenze. Ihre Schulzeit war geprägt von häufigen Wechseln: Sie besuchte unter anderem die Rudolf-Steiner-Schule in Basel und das Zinzendorf-Mädcheninternat in Königsfeld. Ihre Lieblingsfächer waren Deutsch, Geschichte, Zeichnen und Naturkunde.

1932 reiste Meret Oppenheim mit ihrer Freundin Irène Zurkinden nach Paris, wo sie in die Kreise der Surrealisten um André Breton, Alberto Giacometti und Hans Arp aufgenommen wurde. Ihre Werke beeindruckten die Szene, und sie stellte im Salon des Surindépendants aus. 1933 wurde sie von Man Ray in der berühmten Fotoserie „Érotique voilée“ porträtiert, was ihr den Ruf der „Muse der Surrealisten“ einbrachte.

Sensibilisierungskampagne „Endometriose“

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Endometriose ist eine chronische, meist schmerzhafte Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst – etwa an den Eierstöcken, Eileitern, im Darm oder Bauchraum. Dieses Gewebe reagiert auf hormonelle Veränderungen im Monatszyklus, was zu Entzündungen, Blutungen und Narbenbildung führen kann. Typische Symptome sind starke Menstrustionsschmerzen, chronische Unterleibsschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Verdauungsprobleme sowie verminderte Fruchtbarkeit.

Obwohl etwa eine von sieben Frauen im fruchtbaren Alter davon betroffen ist, vergehen vielfach Jahre bis zur richtigen Diagnose.

  • Betrifft jede 10. Frau im gebärfähigen Alter (weltweit ~180 Mio.)
  • Diagnose oft erst nach 6–10 Jahren

Typische Symptome

  • starke Unterleibs-/Rückenschmerzen, auch außerhalb der Periode
  • Übelkeit, Ohnmacht, Schmerzen beim Sex, Wasserlassen, Stuhlgang
  • Schwierigkeiten schwanger zu werden
  • teils ohne Symptome

Folgen

  • Belastung für Gesundheit, Arbeit, Familie & Sozialleben
  • Betroffene fühlen sich oft unverstanden

Der Gleichstellungsaktionsplan Gleichstellungsaktionsplan Æquitas sieht im Handlungsfeld für Gesundheit vor, dass die Südtiroler Bevölkerung zu Themen der Frauengesundheit und insbesondere bezüglich seltenerer Krankheiten sensibilisiert wird.

Demzufolge startete der Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen in Zusammenarbeit mit der Endometriose-Vereinigung „NoiConVoi“ und mit der Unterstützung des Südtiroler Sanitätsbetriebes, der Abteilung Gesundheit der Autonomen Provinz Bozen sowie der Apothekerkammer der Provinz Bozen eine Sensibilisierungskampagne, die kürzlich vorgestellt wurde.

„Manchmal ist die Feder das einzige Mittel, mit dem eine Frau sich verteidigen kann.“

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Ljubóv Fjodorowna Dostojewskaja (*26. September 1869 in Dresden; †10. November 1926 in Bozen-Gries) war eine russische Schriftstellerin und die einzige überlebende Tochter des weltberühmten Autors Fjodor Michailowitsch Dostojewski und seiner zweiten Ehefrau Anna Grigorjewna. Sie wurde während eines Auslandsaufenthalts ihrer Eltern geboren, die sich vor den Gläubigern des Vaters ins Ausland geflüchtet hatten.

Schon früh zeigte sich ihre gesundheitliche Anfälligkeit, und sie blieb zeitlebens unverheiratet. Ihre Beziehung zur Mutter kühlte sich mit den Jahren ab und endete in Entfremdung. Ljubóv, die sich selbst „Aimée“ nannte, wuchs in St. Petersburg auf und bewegte sich später in literarischen und gesellschaftlichen Kreisen. In ihrem Salon verkehrten zahlreiche Gäste, und sie begann, Romane, Erzählungen und Theaterstücke zu schreiben – meist im Milieu der mondänen Gesellschaft.

1913 verließ sie Russland endgültig und lebte fortan in Westeuropa. Ihre Werke, darunter *Kranke Mädchen* (1911), *Emigrantka* (1912) und *Adwokatka* (1913), spiegeln persönliche Krisen und Erfahrungen wider. Besonders bekannt wurde ihre auf Französisch verfasste Biografie über ihren Vater, die 1920 erstmals auf Deutsch erschien. Sie wurde jedoch wegen zahlreicher Ungenauigkeiten kritisiert.

Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie krank und verarmt in verschiedenen europäischen Sanatorien. 1926 starb sie an perniziöser Anämie im Sanatorium Grieserhof in Bozen-Gries. Ihr schlichtes Grab wurde später durch eine Amphore als Denkmal ergänzt – ein stilles Zeugnis eines Lebens im Schatten eines literarischen Giganten.

Revolutionärin, Feministin, Visionärin

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Inessa Armand wurde, als Tochter des französischen Opernsängers Théodore Stéphanne und der Schauspielerin Nathalie Wild am 8. Mai 1874 in Paris, geboren. Nach dem frühen Tod ihres Vaters wurde sie im Alter von fünf Jahren nach Moskau geschickt, wo sie bei ihrer Großmutter und Tante aufwuchs. Diese arbeiteten als Gouvernanten und Musiklehrerinnen bei der wohlhabenden Familie Armand – eine Verbindung, die ihr Leben prägen sollte.

Mit 19 Jahren heiratete Inessa den Industriellen Alexander Armand, mit dem sie vier Kinder bekam. Die Armand-Familie betrieb eine große Wollfabrik mit über 1200 Arbeiterinnen und Arbeitern. Inessa war tief erschüttert über die Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien und gründete mit ihrem Mann eine Schule für deren Kinder. 1900 wurde sie Vorsitzende des „Vereins zur Verbesserung des Loses der Frau“ in Moskau – ein früher Ausdruck ihres feministischen Engagements.
Während eines Aufenthalts am Genfer See im Jahr 1904 las sie Lenins Werke und wurde zur überzeugten Marxistin. Sie verließ ihren Ehemann und lebte fortan mit dessen Bruder Wladimir Armand zusammen. Ihre politische Arbeit für die Bolschewiki führte zu mehreren Verhaftungen. Sie wurde Herausgeberin der Frauenzeitung *Rabotniza* und spielte eine zentrale Rolle bei internationalen sozialistischen Frauenkongressen.

„Die verschiedene Kultur hat die Schuld, nicht die verschiedene Natur.“

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Hedwig Kettler (1851–1937) war eine deutsche Frauenrechtlerin, Publizistin und Reformerin, die sich besonders für die Bildung von Mädchen und Frauen einsetzte. Sie gilt als eine der bedeutendsten Vorkämpferinnen für ein gleichberechtigtes Bildungssystem in Deutschland. Geboren in Harburg bei Hamburg als Tochter eines Eisenbahnbeamten.
Heiratete 1880 ihren Cousin Julius Kettler und hatte zwei Töchter – darunter Hermine Kettler, eine bekannte Schriftstellerin.
Hedwig Kettler zog sich später aus der Öffentlichkeit zurück, blieb aber eine prägende Figur der Bildungsreform.

Hedwig Kettlers wichtigste Reformen zielten auf die radikale Verbesserung der Bildungschancen für Mädchen und Frauen in Deutschland – und sie war ihrer Zeit weit voraus. Hier sind die zentralen Punkte ihrer Reformbewegung:

 1. Gründung von Mädchengymnasien

  • Karlsruhe 1893: Auf Initiative ihres Vereins Frauenbildungs-Reform wurde das erste deutsche Mädchengymnasium gegründet – das heutige Lessing-Gymnasium.
  • Hannover 1899: Sie setzte sich auch für ein Gymnasium in Hannover ein. Zwar wurde zunächst nur ein fünfjähriger Kurs genehmigt, aber es war ein wichtiger Schritt.
  • Bis 1900 entstanden weitere Mädchengymnasien in Städten wie Berlin, Köln, Breslau, Leipzig und Bremen – meist finanziert durch ihren Verein.

 2. Zulassung von Mädchen zum Abitur

  • Kettler forderte, dass Mädchen das Abitur ablegen dürfen – eine Voraussetzung für ein Hochschulstudium.

Die Zivilgesellschaft hat in Südtirol ein klares Zeichen gesetzt: Sexualisierte Gewalt wird nicht mehr länger geduldet!

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Forschungsteam TRACES fordert konsequenten Schutz von Betroffenen und Prävention statt Re-Traumatisierung

Auf Druck der verschiedenen kirchlichen Organisationen und der Zivilgesellschaft hat die Ernennung von Don Giorgio Carli für den seelsorglichen Dienst im Oberen Pustertal zurückgenommen. Diese Entscheidung wird vom TRACES-Forschungsteam und von Lukas Schwienbacher, dem Koordinator der Fachstelle Gewaltprävention des Forum Prävention, ausdrücklich begrüßt. Damit wird ein klares und wichtiges Signal gesendet: Der Schutz von Kindern, Jugendlichen und Schutzbefohlenen muss stets Vorrang vor allen anderen Überlegungen haben.

TRACES – durchgeführt von der Universität Trient, medica mondiale, dem Frauenmuseum Meran und dem Forum Prävention – forscht in Südtirol zu den transgenerationalen Langzeitfolgen sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen. Alle beteiligten Institutionen sprechen sich für eine Kultur der Verantwortung aus. Denn die TRACES-Forschung zeigt: Sexualisierte Gewalt ist tief in den patriarchalen Strukturen Südtirols verankert – und die Kirche entscheidet mit, ob Gewalt ermöglicht oder gesellschaftliche Veränderung unterstützt wird.

Das Systems, dass Täterschutz über Betroffenenschutz gestellt wird muss unterbrochen werden, da es die Würde der Betroffenen verletzt. Sie birgt das Risiko der Re-Traumatisierung, verschärft das Schweigen und verhindert Heilung über Generationen hinweg. Das Projekt TRACES stellt sich dieser Normalisierung entgegen.

Pazifistin, Frauenrechtlerin und Widerstandskämpferin

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Constanze Hallgarten (*12. September 1881 in Leipzig; †25. September 1969 in München) war eine bedeutende deutsche Pazifistin, Frauenrechtlerin und Gegnerin des Nationalsozialismus. Ihr Leben war geprägt von einem unermüdlichen Einsatz für Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Rechte von Frauen – in einer Zeit, in der solche Positionen Mut und Konsequenz erforderten.

Herkunft und Familie
Constanze wurde als Tochter der Malerin Philippine Wolff-Arndt geboren. Sie heiratete den Juristen und Philosophen Robert Hallgarten, mit dem sie drei Kinder hatte, darunter den bekannten Historiker George W. F. Hallgarten und den Maler Richard Hallgarten. Die Familie war intellektuell und politisch engagiert, was Constanze stark prägte.

Engagement für Frieden und Frauenrechte
Nach dem Ersten Weltkrieg schloss sich Hallgarten der **Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF)** an und leitete ab 1919 die Münchner Gruppe. Sie setzte sich für Abrüstung, Völkerverständigung und die Rolle der Frau in der Friedensarbeit ein. Ihre Arbeit war international vernetzt – sie organisierte Konferenzen, hielt Vorträge und korrespondierte mit führenden Pazifistinnen ihrer Zeit.
Im Jahr 1931 gründete sie gemeinsam mit anderen Aktivistinnen die deutsche Sektion der **Weltliga der Mütter und Erzieherinnen**, die sich für eine friedliche Erziehung und gegen militaristische Ideologien einsetzte.
Ein Höhepunkt ihres Engagements war die Organisation einer großen Friedenskundgebung in München im Jahr 1932, bei der prominente Rednerinnen wie **Erika Mann** und **Marcelle Capy** auftraten. Die Veranstaltung war ein deutliches Zeichen gegen den aufkommenden Faschismus.

Es braucht ihn noch – den Landesbeirat für Chancengleichheit!

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Die Existenz eines solchen Beirats ist wichtig, um die gesetzten Ziele der Gleichstellung und Frauenförderung zu unterstützen und umzusetzen. Er stellt sicher, dass die Belange von Frauen und die Förderung von Chancengleichheit eine konstante politische Aufmerksamkeit erhalten und in die Entscheidungsprozesse der Landesregierung einfließen.

Was macht dieser:

Er setzt sich dafür ein, die Gleichstellung zwischen Frau und Mann in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern, vergibt Beiträge für entsprechende Projekte und zeichnet wissenschaftliche Arbeiten aus, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Funktionen des Landesbeirats:

Beratung der Landesregierung:
Der Beirat dient als beratendes Gremium in Fragen der Geschlechtergleichstellung und der Frauenförderung für die Südtiroler Landesregierung.

Förderung der Gleichstellung:
Er trägt aktiv zur Verwirklichung der Chancengleichheit zwischen Frau und Mann und zur Gleichstellung der Frau in allen Lebensbereichen bei.

Projektförderung:
Der Beirat vergibt Beiträge für Projekte, die zur Förderung der Chancengleichheit beitragen.

Auszeichnung wissenschaftlicher Arbeiten:
Mit jährlichen Förderpreisen honoriert er wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Chancengleichheit, um Studierende zu motivieren, sich mit diesen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

 

Heuer feiert dieser seine 35 Jahre und dies soll auch gefeiert werden sowie weiter gedacht wie sich die Chancengleichheit auf allen Ebenen verändert!

 

 

Ein Leben voller Aktivismus: Wissenschaft, Feminismus, Gesundheit und Menschenrechte

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Rita Arditti (1934–2009) war eine argentinisch-stämmige Biologin, feministische Wissenschaftskritikerin, Dozentin und Menschenrechtsaktivistin. Sie wurde in Buenos Aires geboren, studierte Biologie (u. a. an der Sapienza-Universität Rom), arbeitete in den 1960ern in der Forschung (Brandeis/Harvard) und wechselte Anfang der 1970er bewusst in Lehre und Wissenschafts-/Gesellschaftskritik in Boston. Später betreute sie viele Jahre Doktorand\:innen an der Union Institute & University.

Aktivismus & Wirkung
* **Science for the People (Mitgründerin):** Prägte die feministische Perspektive innerhalb der US-Bewegung für „radikale Wissenschaft“ und kritisierte Militarisierung und Machtstrukturen in der Forschung.

* **Frauen- & Gesundheitsarbeit:** Mitgründerin von **New Words Bookstore** (feministische Buchhandlung) und der **Women’s Community Cancer Project** in Cambridge.

* **Menschenrechte (Argentinien):** Ab den 1980ern recherchierte sie zu den **Abuelas de Plaza de Mayo** (Großmütter des Plaza de Mayo) und der systematischen Entführung von Babys durch die Militärdiktatur. Ergebnis war ihr wichtigstes Buch *Searching for Life* (1999), das Interviews, Fallrecherchen und die Entstehung von Identitäts-/Genetik-Initiativen dokumentiert.

Schlüsselwerke (Auswahl)
* *Women as Objects: Science and Sexual Politics* (1974) – früher Essay zur Verflechtung von Wissenschaft und Geschlechterpolitik.

* *Science and Liberation* (1980, Mithrsg.) und *Test Tube Women: What Future for Motherhood?* (1984, Mithrsg.) – Debatten über Technik, Reproduktion und Macht.